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Er trifft mit dem Kopf, er trifft wie er will, sogar mit dem Zopf, zumindest früher: Alex Meier.
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Er trifft mit dem Kopf, er trifft wie er will, sogar mit dem Zopf, zumindest früher: Alex Meier.

Alex Meier

"Das ist die härteste Zeit meiner Karriere"

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Kapitän Alex Meier über seine lange Leidensphase und weshalb er von der Rückkehr auf den Platz überzeugt ist.

Herr Meier, in den vergangenen Wochen ist es ruhig um Sie geworden, nach Ihrer neuerlichen Operation an der Ferse fragt sich ganz Fußball-Frankfurt: Was macht Alex Meier? Und, so banal es sich anhören mag: Wie geht es ihm?
Mir geht es gut, ich bin schmerzfrei. Ich darf zwar noch nicht auftreten, aber ich habe meine ersten Schritte im Wasser schon gemacht. Und ich hatte auch mal Bodenkontakt, ich kann sagen: Bisher fühlt es sich gut an.

Besser als nach der Operation zuvor?
Ja, es fühlt sich besser an als beim letzten Mal, definitiv. Aber man muss halt noch abwarten. Ich darf das Bein bisher ja erst zu 20 Prozent belasten und gehe an Krücken.

Wie geht es weiter, wie ist der weitere Fahrplan?
Anfang Dezember habe ich einen Termin in Augsburg, danach wird entschieden, wie es weitergeht. Ich habe ja jetzt einen Spezialschuh, und dann wird man auch sehen, wie lange ich ihn noch tragen muss oder ob ich ihn schon ablegen kann.

Haben Sie selbst einen Zeitplan im Kopf, haben Sie sich ein Ziel gesetzt?
Nein, und das wäre auch wenig sinnvoll. Ich muss abwarten, was der Arzt sagt. Wenn er der Meinung ist, es ist okay und mich freigibt, dann kann ich direkt loslegen: Reha, Krafttraining, Laufen. Da gäbe es dann nichts mehr, worauf ich Rücksicht nehmen müsste. Aber wann ich wieder auf den Platz kann, das steht noch nicht fest. Das ist jetzt auch schwer zu terminieren, das kann man nicht voraussagen. Und selbst wenn ich wieder auf dem Platz bin, muss man ja immer sehen, wie die Muskeln reagieren. Ich bin ja schon lange raus.

Sie sind nun schon wieder ein halbes Jahr außer Gefecht, haben Sie hinter diese Saison bereits einen Haken gemacht?
Nein, warum sollte ich? Ich habe diese Saison keinesfalls abgehakt.

Sie haben ein verlorenes Jahr hinter sich, wie groß ist Ihre Hoffnung, dass Sie noch mal ganz der Alte werden und voll angreifen können?
Ach, das eine Jahr hänge ich einfach hinten dran, man muss auch mal eine Pause machen (lacht). Im Ernst: Jede Pause ist schlecht, und wenn sie so lange dauert wie diese, dann erst recht. Das ist doch klar. Aber ich war eigentlich während meiner Karriere immer fit, deshalb habe ich die Überzeugung, dass ich auch jetzt wieder zu 100 Prozent wieder fit und ganz der Alte werde.

Sie waren schon häufiger verletzt, aber noch nie so lange. Ist das jetzt die schwerste Zeit Ihrer langen Laufbahn?
Ja, das ist mit die härteste Zeit meiner Karriere. Das Schlimmste ist der Moment, in dem man spürt, dass es nicht wirklich besser wird. So wie nach der ersten Operation. Dann hat man zwar die Hoffnung, dass es doch noch gut geht, aber insgeheim merkt man, dass es sich nicht richtig anfühlt. Und das ist dann erst mal ein totaler Rückschlag, man ist lustlos, frustriert, es fehlt die Motivation.

Kommen dann auch Zweifel, ganz automatisch?
Natürlich gibt es Momente, in denen man sich fragt: Warum mache ich das alles? Da gibt es auch mal eine Zeit, in der man denkt: Ich habe keine Lust mehr. Aber das sind kurze Momente, danach sucht man gleich wieder nach Lösungen. Jetzt, nach der zweiten OP, bin ich wieder total positiv und freue mich über die kleinen Schritte, die ich mache. Es geht aufwärts.

Wie sieht so ein Tagesablauf aus, wenn man quasi nichts machen kann?
Der Mensch gewöhnt sich an alles. Ich habe mich sogar daran gewöhnt, zwei Wochen auf der Couch zu liegen, weil ich nichts anderes machen durfte. Irgendwann nimmt man die Situation so, wie sie ist.

Hatten Sie während ihrer Verletzungspause mal Angst um den Fortbestand Ihrer fußballerischen Laufbahn?
Angst nicht, nein. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass man das alles immer komplett ausblendet. Natürlich ertappt man sich manchmal bei dem Gedanken: Was ist, wenn das jetzt auch nicht hilft und der Schmerz bleibt? So ein Gedanke kommt schon mal. Das ist, denke ich, ganz normal. Aber ich gehe eigentlich sehr positiv damit um, ich schaue nach vorne und habe die tiefe Überzeugung, dass ich gesund werde und wieder spielen kann. Ich kann sagen: Das war es noch nicht.

 Nehmen wir mal an, die Schmerzen an der Ferse vergehen tatsächlich wie gewünscht und Sie können auf den Fußballplatz zurückkehren: Würden Sie dann über den Sommer hinaus weiterspielen wollen?
Den Fußballer Alex Meier gibt es weiter, wenn ich gesund und fit bin – und wenn ich mithalten kann. Ich will weiterspielen. Warum sollte ich auch nicht? Ich habe an gar nichts anderes gedacht, mich mit nichts anderem beschäftigt, das können Sie mir glauben. Aber das oberste Ziel ist, jetzt erst einmal gesund zu werden.

Sie gehen ins 14. Jahr in Frankfurt. Wie groß ist Ihre Hoffnung, bei der Eintracht noch mal einen Spielvertrag zu erhalten oder würden Sie auch woanders hingehen?
Die Eintracht ist mein Verein. Wenn ich kann, möchte ich hier natürlich liebend gerne weiterspielen. Aber im Moment denke ich darüber nicht nach, es geht für mich ausschließlich um meinen Fuß und darum, dass ich ganz gesund werde. Wenn das der Fall ist, wird man weitersehen.

Wie sehen Sie, als amtierender Kapitän, eigentlich die aktuelle Mannschaft und ihre Leistungen?
Die Saison ist okay bis gut, würde ich sagen. Schade, dass wir in Hoffenheim nicht gewonnen haben, dann hätten wir uns vielleicht oben festsetzen können. Aber in dieser Saison ist es wirklich verdammt eng, die Spiele enden meistens mit nur einem Tor Unterschied. Es kann schnell nach oben oder nach unten gehen, es hängt viel vom Spielglück, der Tagesform und ähnlichen Faktoren ab. Aber eines ist ganz klar, und das betonen die Verantwortlichen völlig zu Recht: Als Eintracht Frankfurt sollte man nie den Fehler machen, nicht nach unten zu gucken. Sonst kann es ein böses Erwachen geben.

Interview: Ingo Durstewitz

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