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Der neue und der alte: Armin Veh und Thomas Schaaf beim Heimspiel der Eintracht gegen Stuttgart.

Pro Armin Veh

Gutes Gefühl

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Armin Veh ist der Richtige für die Eintracht. Bei ihm war sehr viel mehr gut als schlecht. Er wird dem Verein guttun und ihn mit seinem Charisma und seiner natürlichen Autorität befrieden.

Das gute Gefühl ist zurück. Schon in den ersten Gesprächen im Führungszirkel der Eintracht herrschte ein anderes Klima, eine andere Form der Herzlichkeit und Vertrautheit. Es darf wieder gelacht werden.

Armin Veh wird der Eintracht guttun, er wird mit seinem Charisma und seiner natürlichen Autorität den Verein befrieden – das Team folgt ihm ohnehin bedingungslos. Unter Veh gab es in drei Jahren nicht eine Handvoll Spieler, die ihren Unmut im Vertrauen bei Journalisten hinterlegt haben. Bei Thomas Schaaf standen sie Schlange. Bei Veh gab es keine Profis, die zwei Tage vor einem Spiel durch Clubs gezogen sind. Und es gab keine Spieler, die sich abfällig den Assistenten gegenüber geäußert haben und dennoch ungeschoren davonkamen. Das wäre bei Veh undenkbar.

Und auch der Vorwurf, er habe die Eintracht nur als 13. übergeben, greift zu kurz. Denn zu den Fakten gehört auch, dass Veh vorher mit seiner Mannschaft aufgestiegen und als Neuling in die Europa League eingezogen ist – mit einem Fußball, der so mitreißend und spektakulär war wie seit 20 Jahren nicht mehr. Veh hat der Eintracht eine Identität verliehen, ihren Stolz zurückgeben und auch dank der Auftritte auf internationalem Parkett eine Begeisterung entfacht, die es seit vielen Jahren nicht gab. In Frankfurt haben das einige nach sicherlich unklugen Äußerungen (Stichwort: Perspektiven), seinem Abgang und dem Wechsel nach Stuttgart schnell vergessen. Bei Veh war definitiv sehr viel mehr gut als schlecht.

Klar war das letzte halbe Veh-Jahr zäh, er hat Fehler gemacht, und vielleicht war es damals sogar besser, sich zu trennen. Doch wenn er nun erkannt hat, dass er Frankfurt vermisst hat, er die Wohlfühlatmosphäre braucht, um gute Arbeit abzuliefern, was ist daran verwerflich? Veh ist vielleicht keine perspektivische Entscheidung, keine innovative Lösung, es ist immer ein Risiko, eine alte Liebe aufzuwärmen – aber er ist ein guter Trainer. Er trifft den richtigen Ton und hat eine herausragende Menschenführung, er kann diese Mannschaft und diesen Verein nach vorne bringen. Das ist, was zählt.

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