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Auch von Joshua Kimmich nicht zu stoppen: Amin Younes (vorne) macht ein herausragend gutes Spiel.
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Auch von Joshua Kimmich nicht zu stoppen: Amin Younes (vorne) macht ein herausragend gutes Spiel.

Eintracht-Dribbler Weltklasse

Großes Spiel, noch größere Geste

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Die Eintracht gedenkt der Opfer des Terroranschlags von Hanau – und verzückt die Fans mit dem Sieg gegen die Bayern.

Es war ja nicht nur das Tor zum 2:0, das Amin Younes zu „dem Spieler“ der ersten Halbzeit machte, wie Trainer Adi Hütter hinterher lobte, nicht allein dieses „Weltklassetor“, als der kleine Kerl erst Niklas Süle stehen ließ und dann den Ball hoch ins Tordreieck knallte. Es war der ganze Auftritt in den ersten 45 Minuten, der staunen machte und Amin Younes auf eine andere, höhere Stufe als alle anderen hievte.

Eintracht Frankfurt: Younes wie auf dem Bolzplatz

Da war etwa jener kleine, feine Steckpass in den freien Raum, der Filip Kostic das 1;0 vorbereiten ließ, da war dieser freche Fernschuss von der Mittellinie, haarscharf über den vor dem Tor postierten Torwart Manuel Neuer hinweg, da waren die vielen Haken und Finten, die die Bayern-Cracks ins Leere laufen ließen, so sehr, dass sie den quirligen Frankfurter gar nicht mehr direkt attackierten - wohl wissend, ohnehin gleich ausgespielt zu werden. Zeitweise dribbelte er wie einst auf dem Bolzplatz, ohne taktisches Korsett, „ich spiele immer frei Schnauze“, hat er seine Art des Fußballs unlängst im großen FR-Interview umschrieben.

Eintracht Frankfurt: „Absolute Weltklasse“

Was der wie aufgedreht wirbelnde Younes mit dem extrem tiefen Schwerpunkt in der ersten Halbzeit auf den Platz brachte, war mit „absoluter Weltklasse“ (Hütter) absolut richtig umschrieben. Der Deutsch-Libanese war Dreh- und Angelpunkt, war mit seiner außergewöhnlich engen Ballführung ein ständiger Unruheherd, ein Irrwisch.

Eintracht Frankfurt: „Geiler Kicker“

Kein Zweifel: Der Höhenflug der Eintracht hängt unmittelbar mit der Leistungsexplosion des noch für eineinhalb vom SSC Neapel ausgeliehenen „geilen Kickers“ (Hütter) zusammen. Und der Frankfurter Fußballlehrer adelte seinen Zehner gleich weiter: Er, Hütter, habe noch nie einen Spieler mit dieser Qualität trainiert - und Hütter ist bald 20 Jahre als Trainer unterwegs.

Younes schon bei Löw im Fokus

Oben auf der Tribüne dürfte Bundestrainer Joachim Löw ein fettes Ausrufezeichen hinter Younes‘ Name gesetzt haben, eine Einladung zu den Spielen der Nationalelf im März wäre keine große Überraschung, „an ihm“, sagte auch Sebastian Rode, „führt kein Weg vorbei“. Zuletzt hat Younes in 2017 bei Löw gespielt, elfmal hatte ihn der Bundestrainer in den Kader berufen, fünfmal kam er zum Einsatz, unter anderem beim Confed-Cup-Sieg in Russland.

Eintracht Frankfurt: Younes setzt ein Zeichen

Younes selbst, ein durch und durch geerdeter Typ, blieb sich auch in der Stunde des Triumphs treu. Auf sein Traumtor angesprochen sagte er schlicht, dafür trainiere er auch die Woche über. „Ich bin Risiko gegangen, dass es klappte, war fantastisch.“

Trotz seiner sportlichen Gala bewies er auch menschliche Größe. Nach seinem Traumtor hielt er ein T-Shirt mit dem Porträt und Namen von Fatih Saracoglu als Erinnerung an die neun Ermordeten des rassistischen Anschlags in Hanau vor einem Jahr in die Kameras. „Ich weiß, dass das die Opfer nicht zurückbringt“, sagte der 27-Jährige, es sei ein Zeichen an die Familien gewesen, „dass wir an sie denken“.

Genau deswegen schwärmt Hütter: „Ein toller Mensch.“

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