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Abflug: David Abraham lässt sich erst von den Kollegen hochleben und reist nun zurück in seine Heimat Argentinien. jan hübner
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Abflug: David Abraham lässt sich erst von den Kollegen hochleben und reist nun zurück in seine Heimat Argentinien. jan hübner

David Abraham

Eintracht: Großer Abschied mit Tränen in den Augen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht-Kapitän David Abraham sagt Adios und tauscht sein Trikot mit Schiedsrichter Manuel Gräfe.

Ein wenig verdutzt hat er schon dreingeschaut, der scheidende Frankfurter Leitwolf David Abraham, als der hünenhafte Schiedsrichter Manuel Gräfe, 1,96 Meter lang, auf ihn zugestiefelt kam und den 34-Jährigen ganz ungehemmt fragte, ob er sich vielleicht einen Trikottausch vorstellen könne. Gerade eben hatte der erfahrene Unparteiische die Karriere des Eintracht-Haudegens abgepfiffen, das souveräne 3:1 gegen den FC Schalke 04 am 17. Januar 2021 wird das letzte Spiel in der Profilaufbahn des Argentiniers gewesen sein, und also wollte sich der Schiri ein Andenken an diesen untadeligen, beliebten Sportsmann sichern. Kommt auch nicht alle Tage vor.

Eintracht Frankfurt: Abraham beendet seine Karriere

Abraham zögerte keine Sekunde, ratzfatz hatte er sein Dress über den Kopf gestreift, es Gräfe überreicht und im Gegenzug den hellblauen Sweater des Referees ergattert. Ein Bild, das in Erinnerung bleiben wird. Nur der große Oliver Kahn hatte zu seinem Karriereende mal das Jersey mit einem Schiedsrichter wechseln dürfen, damals, 2008, mit Markus Merk, der zeitgleich mit dem einstigen Welttorhüter Schluss gemacht hatte. Tiefe Fußspuren.

„Es ist mir eine große Ehre, gerade mit einem Schiedsrichter von solch einem Renommee, das Trikot tauschen zu dürfen“, hat Abraham anschließend gesagt und grinsend eingeräumt, dass die ungewöhnliche Aktion „vielleicht für ein bisschen Komik gesorgt hat“. Das war gar nicht so schlecht, denn ein wenig Auflockerung und Heiterkeit hat ganz gut getan im weiten Rund, weil die ganze Geschichte dann doch ganz schön emotional wurde.

Man muss wissen: Da gewinnt die Eintracht zum Abschied ihres Kapitäns mit 3:1, womit das perfekte Geschenk für den Capitano schon mal eingetütet wäre. Dann ist da noch dieses Comeback von Luka Jovic, der, so als sei er nie weg gewesen, einfach mal zwei Tore macht und die Frankfurter zum Sieg schießt, und dann gibt es noch diesen David Abraham, der in seiner letzten Partie seiner Laufbahn einfach so spielt, wie er in fast allen 179 Partien in fünfeinhalb Jahren spielte: unaufgeregt, stabil, zweikampfstark, schnell auf den Beinen, stets Herr der Lage. Es ist ein Jammer, dass ein Mann dieser Klasse einfach so aufhört. „Eine lange Reise geht zu Ende, ich bin froh, dass ich meine Karriere bei der Eintracht beenden konnte, wo ich so viel geben konnte und wo ich so viel bekommen habe“, sagte der Spielführer, die Mutter der Kompanie und die gute Seele.

Eintracht Frankfurt: Feuchte Augen bei Abraham-Abschied

Da waren die Tränen schon wieder getrocknet, denn als Trainer Adi Hütter seine Mannen im Kreis um sich und David Abraham versammelte und beide ein paar Worte sagten, da schlug das Gefühlsbarometer gewaltig aus, nicht nur David Abraham hatte feuchte Augen, auch einige Mitspieler und alte Weggefährten wie Mijat Gacinovic, der im Stadion zugegen war. Man möchte sich gar nicht vorstellen, wie die ganze Nummer bei 50 000 Fans in der Arena ausgesehen hätte.

Und selbst der Freiburger Fußballgelehrte Christian Streich hat es sich kurz vor dem Anpfiff des Abschiedsspiels nicht nehmen lassen, per Videobotschaft Lebewohl zu sagen. Die beiden verbindet seit Abrahams Bodycheck gegen den SC-Coach aus dem November 2019 ein unsichtbares Band, sie haben eine spezielle Beziehung zueinander, und so wünschte Streich „alles Gute auf dem weiteren Lebenswerk, eine schöne Zeit im wunderbaren Argentinien.“ Und der auf ewig unvergessene Rempler? „Die Geschichte haben wir ja ganz gut bewältigt. Ich bin froh, dass das so ausgegangen ist.“ Eine höchst stilvolle Verabschiedungsrede Streichs, der halb im Badischen, halb im Spanischen vollendete: „Mach’s gut, hasta luego.“ Mehr gibt es nicht zu sagen.

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