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Leihgabe, gescheitert: Lucas Piazon (li.) wird die Eintracht verlassen.

Lucas Piazon

Das große Missverständnis

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Der Brasilianer Lucas Piazon hat es nie geschafft, sich für die Bundesliga zu empfehlen und muss gehen.

Als Lucas Piazon noch ganz frisch bei der Eintracht war, absolvierte er gleich mal ein Testspiel mit seiner neuen Mannschaft beim SV Sandhausen. Der Brasilianer, eingewechselt nach 20 Minuten für den verletzten Stefan Aigner, trumpfte in seinem allerersten Spiel nicht auf, er war nicht überragend, aber doch auch alles andere als schlecht. „Was er machte, hatte Hand und noch mehr Fuß, immer wieder blitzte sein Potenzial auf, er setzte kleine Duftmarken“, schrieb die FR vielleicht etwas zu überschwänglich.

Doch auch Thomas Schaaf war schnell begeistert von der Leihgabe des FC Chelsea. Er lobte seine Fähigkeiten und das Talent des feingliedrigen Spielers. Als ihn alle anderen schon abgeschrieben hatten, hielt Schaaf noch immer unbeirrt an dem Flügelspieler fest. Kurz vor der Winterpause hielt der Coach gar ein flammendes Plädoyer. „Er ist ein Riesenspieler“, sagte er. Sein Potenzial sei „hammermäßig“, Piazon wisse gar nicht, „was er alles kann“. Das Dumme daran: Niemand weiß es.

Piazon, 21, hat viele Chancen in Frankfurt bekommen, Schaaf sah in ihm etwas, das seiner Ansicht nach nicht viele andere haben. Er sah das gewisse Etwas. Im Training hat es Piazon dann und wann aufblitzen lassen. Im Spiel so gut wie nie.

Traumtor in Hamburg

Natürlich bleibt dieser unglaubliche Freistoß in der Nachspielzeit gegen den Hamburger SV zum 2:1-Sieg hängen. Es war ein spektakulärer Treffer, ein Traumtor. Anschließend gelang Piazon noch ein Tor, ein Kopfball zum 1:0-Erfolg gegen Schalke. Es war ein wichtiger Treffer, und wenn man so will, haben seine zwei Tore vier Punkte gebracht. Doch sonst bleiben fast nur ärgerliche Auftritte hängen. Piazon spielt körperlos, wie ein Jugendspieler. Seine Körpersprache ist bedenklich, so kann man in der Bundesliga nicht bestehen. Auch sein Lebenswandel war nicht profimäßig.

Die Eintracht wird den Spieler zurück auf die Insel schicken, seine Verpflichtung war ein großes Missverständnis. Das hat nun auch Schaaf erkannt. Nach der Partie in Dortmund und einer unterirdischen Leistung rückte er von Piazon ab. Viel zu spät.

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