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Maik Franz jubelt nach seinem Tor gegen den Vfl Wolfsburg.
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Maik Franz jubelt nach seinem Tor gegen den Vfl Wolfsburg.

Ausblick 2010

Den größten Sprung nach Hoffenheim

Die regionale Marke Eintracht Frankfurt ist sehr zufrieden mit 2009, geht mit neuem Arzt ins neue Jahr und plant neue Nachwuchsstruktur. Von Jan Christian Müller

Von Jan Christian Müller

Eintracht Frankfurt wappnet sich für die Zukunft, ohne sich vom Weg der konsequenten Nicht-Verschuldung abbringen zu lassen. "Wir werden weiter unser Geld zusammenhalten. Es wird keinen Kurs des Risikos geben", sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen beim traditionellen Neujahrsempfang des Fußball-Bundesligisten in einer emotionalen Ansprache. Es müsse doch, ergänzte der 61-Jährige spitz, "in dieser Stadt noch möglich sein, ohne Schulden über die Runden zu kommen".

Vertrag mit Meier bis 2014

Tags zuvor hatte der Klub den Vertrag mit dem Offensivspieler Alexander Meier bis 2014 verlängert. "Das ist für uns wichtiger, als einen prominenten Neuzugang zu verpflichten", betonte Bruchhagen unter Verweis auf den von ihm seit sechs Jahren eingeschlagenen "Weg der Kontinuität und Unaufgeregtheit". Eintracht Frankfurt habe sich im Jahr 2009 auch deshalb aus einer sportlichen Krise mit zwischenzeitlich letztem Tabellenplatz gearbeitet, "weil wir seit vielen Jahren über Spieler verfügen, die nicht für Intrige stehen, sondern für Sport."

Gleichwohl sieht Bruchhagen Anlass, sich angesichts langfristiger Verletzungen der Stürmer Ioannis Amanatidis und Martin Fenin im Angriff zumindest zu ergänzen. Der Kroate Karlo Primorac wird am Montag als Testspieler mit Gastspielgenehmigung mit ins Trainingslager ins türkische Belek fliegen. Bruchhagen plant bei Gefallen ein Ausleihe mit anschließender Kaufoption. Der 25-Jährige war Trainer Michael Skibbe beim peinlichen 0:3 im Test gegen NK Osijek vor der Saison aufgefallen. "Er ist ein großer und kräftiger Mann, dazu Kapitän in seinem Verein , sein Vertrag läuft zum Saisonende aus, deshalb wollen wir ihn uns mal anschauen", sagte Skibbe, der zudem anmahnte: "Finanzielle Konsolidierung ist wichtig, aber die sportliche Weiterentwicklung auch". Ein weiterer Testspieler soll im Lauf der Woche nach Belek folgen.

Der derzeitige Bundesliga-Zehnte stellte am Sonntag zudem seinen neuen Mannschaftsarzt vor. Der 39-jährige Unfallchirurg und Orthopäde Dr. Matthias Feld wird der Eintracht als Vollzeitkraft von der Frankfurter BG Unfallklinik zur Verfügung gestellt. Der 39-Jährige folgt auf Dr. Christoph Seeger, der die Mannschaft fast neun Jahre lang betreute, wegen seiner Praxis aber nur eingeschränkt zur Verfügung stand. Bei der Eintracht hofft man, somit im medizinischen Bereich künftig professioneller aufgestellt zu sein.

Grundsätzlich zeigte sich Boss Bruchhagen mit der Entwicklung unter seiner Führung sehr zufrieden. Die öffentliche Wahrnehmung sei schlechter als das tatsächlich Erreichte: "Wir sind nach Hoffenheim der Verein, der in den vergangenen fünf Jahren den größten Sprung nach vorn gemacht hat. Aber wir werden weiterhin lediglich als regionale Marke wahrgenommen, noch nicht einmal als nationale Marke." Derzeit belege die Mannschaft "mit 24 Punkten einen Tabellenplatz, den ich mir allenfalls erträumt, aber nicht erwartet habe". Der im Sommer verpflichtete Trainer Skibbe habe "seinen Job bisher sehr gut gemacht".

Dennoch sieht Bruchhagen mit einem in der Finanzkrise um fünf Prozent geschrumpften Gesamtumsatz von 67 Millionen Euro wenig Chancen, die Top Fünf der Bundesliga anzugreifen. Aufsichtsratschef Herbert Becker sagte, dazu seien über drei Jahre hinweg zusätzliche Gehaltsaufwendungen von 20 Millionen Euro pro anno notwendig. Derzeit gibt die Eintracht 25,6 Millionen Euro für den Lizenzspielerkader aus, "sieben Bundesligavereine", so Bruchhagen, "arbeiten mit dem doppelten Etat". Eher, als zu den Spitzenklubs aufzuholen, sieht er die Chance, dass ein Verein wie Werder Bremen "eines Tages ohne TV-Gelder aus dem internationalen Wettbewerb auf unser Niveau zurückfallen wird."

Noch für das Frühjahr plant die Eintracht derweil, die dem Verein zugehörigen acht Nachwuchs-Leistungskader mit in die für den Profifußball verantwortliche Aktiengesellschaft einzugliedern.

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