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Noch so ein Begehrter: Sebastien Haller, Stürmer der Eintracht.

Boom bei Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt boomt - doch darin lauert die Gefahr

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Eintracht Frankfurt boomt wie nie. Dennoch muss die SGE aufpassen.

Natürlich waren die Balkan-Boys auch im Reich der Mitte unzertrennlich, Luka Jovic, Ante Rebic, Mijat Gacinovic und Filip Kostic bildeten in China wieder ein gern fotografiertes Quartett. Dass es in der neuen Saison wahrscheinlich gesprengt wird, dürfte niemanden bei Eintracht Frankfurt überraschen, Toptorschütze Jovic soll ja zu Real Madrid wechseln oder vielleicht doch zum FC Barcelona, wie es neuerdings nebulös aus Spanien heißt.

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Einen Sechsjahresvertrag sollte der 21-Jährige in der spanischen Kapitale unterschreiben, zehn Millionen Euro per annum kassieren. Das ist eine schöne Stange Geld, aber fast nichts gegen die Summe, die etwa der in Madrid nicht mehr wohl gelittene Sturmkollege Gareth Bale einstreicht, 17 Millionen Euro, im Jahr - und netto. Hierzulande hat gerade Max Kruse seinem Ex-Klub Werder Bremen bedeutet, für 3,5 Millionen Euro dort nicht mehr gegen den Ball treten zu wollen, ihm schwebt als Gehalt fast das Doppelte vor. Vorstellungen, die den Gehaltsrahmen von Eintracht Frankfurt, die sich in der Tat mit einer möglichen Verpflichtung der 31 Jahre alten Offensivkraft beschäftigt hat, sprengen würde.

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Erstmals eine Fallhöhe bei Eintracht Frankfurt

Aber das ist genau der Knackpunkt: Um tatsächlich einigermaßen regelmäßig und ambitioniert um die europäischen Plätze mitspielen zu wollen, ist spielstärkeres Personal erforderlich, das in diesem aufgeblähten Geschäft seinen Preis hat. Mit anderen Worten: Um besser zu werden, braucht man bessere Spieler, die mehr Geld kosten. Diese Finanzmittel wollen aber erst einmal erwirtschaftet sein. Hinter Eintracht Frankfurt beispielsweise liegt das erfolgreichste Jahr der Vereinsgeschichte, die Saison wird „einen ordentlichen Gewinn“ abwerfen, wie Marketingchef Axel Hellmann stolz erklärte, zwischen 35 und 40 Millionen hat man allein durch die Auftritte in Europa eingenommen, der Umsatz schnellte auf 170, 180 Millionen Euro hoch – im Jahr zuvor hatte er sich bei knapp 100 Millionen eingependelt. Dieser finanzielle und sportliche Erfolg birgt freilich Gefahren. „Wir haben erstmals eine gewisse Fallhöhe erreicht, auf die wir achten müssen“, hebt Hellmann mit Blick auf die Gehaltsentwicklung im Team warnend den Finger.

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Höhere Spielergehälter bei meist langfristigen Verträgen lassen sich aber nur dann stemmen, wenn Eintracht Frankfurt regelmäßig international dabei ist und zusätzliche Einnahmen generiert. Deshalb könne es lediglich „eine moderate Anhebung geben“. Nur durch eine Erhöhung des Budgets kann man wachsen. Bleiben angesichts eines weniger erfolgreichen Jahres weitere Einnahmen aus, kommt der Etat in Schieflage, die hohen Kosten bleiben, die Einnahmen schwinden. „Wir werden nicht alles reinvestieren“, hat Hellmann schon bekundet.

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Warnende Beispiele von Klubs, die diesen Weg nicht einschlugen, sondern sich teure Spieler leisteten, gäbe es zuhauf. Sportvorstand Fredi Bobic kann da ein Lied singen, als er noch Verantwortung beim VfB Stuttgart trug, musste er überall den Rotstift ansetzen und die Personalkosten der Schwaben fast halbieren. Eine vernünftige Entwicklung könne nur Schritt für Schritt vonstatten gehen, Risiko und Chance müssten seriös abgewogen werden. Hasardeuraktionen, wie in der früheren Eintracht-Geschichte nicht unüblich, „wird es bei uns nicht geben.“

SGE dauerhaft unter Top Ten?

Insofern sind die Vorgaben, die Vorstand und Aufsichtsrat für diese gerade abgelaufene Saison ausgegeben hatten, durchweg realistisch. „Dauerhaft einen Platz unter den Top Ten der Liga“ ist als Ziel formuliert worden. „Und dort wollen wir uns festbeißen und einnisten“, sagt Hellmann. Aber nicht zu jedem Preis.

Die Eintracht wird nicht bereit sein, Mondgehälter zu bezahlen, nur weil sie aktuell über so viele Finanzmittel verfügt wie noch nie in ihrer Historie - auch nicht für Torwart Kevin Trapp, dessen aktuelles Gehalt zum Teil noch Paris St.Germain übernommen hat, und auch nicht für Sebastien Haller, der trotz Vertrags bis 2021 nicht weiß, „was in Zukunft passiert. Ich verspreche nichts“.

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Die Hessen werden also nicht nur in Beine, sondern auch in Steine investieren. Der Bau des Profi-Campus schreite voran. Darüber hinaus hält Hellmann in den Verhandlungen mit der Stadt Frankfurt um den Ausbau der Arena von 51 500 auf 60 000 Zuschauern „einen Deal in greifbarer Nähe.“ Der Marketingvorstand wollte „nicht von einem Durchbruch“ sprechen, aber es gäbe Möglichkeiten, sich zu verständigen. Die Eintracht ist bekanntlich bereit, rund 30 Millionen Euro in die Digitalisierung der Arena zu investieren, wenn die Stadt einen ähnlichen Betrag aufwende, um die Zuschauerkapazität zu erhöhen. Das habe diese Mannschaft, die von der Mentalität so überzeugt habe, wie kaum eine andere zuvor, allemal verdient, findet Hellmann: „Ich kann nur alle Hüte ziehen.“

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