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Eintracht-Erfolgsserie

Eintracht Frankfurt will Grenzen verschieben

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Eintracht Frankfurt schreibt eifrig weiter am eigenen Märchen und ist noch lange nicht beim letzten Kapitel.

Anfang Dezember des vergangenen Jahres, als Eintracht Frankfurt schon einmal auf Champions League-Kurs gesegelt, nach zwei Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg (1:2) und Hertha BSC (0:1) aber aus diesen beliebten Rängen wieder herunterpurzelt war, hat Trainer Adi Hütter aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht. „Ich ärgere mich“, sagte er seinerzeit im FR-Interview, „dass wir nicht Zweiter sind“. Die Möglichkeit dazu hätte bestanden, beide Spiele hätte man zumindest nicht verlieren müssen. Das zeigte damals schon die Richtung an: Der Mann, ehrgeizig und motiviert, kennt kaum Grenzen.

Vier Monate später hat Eintracht Frankfurt zurück auf diesen Kurs gefunden, sieben Spieltage vor Ultimo ist wieder ein Champions League-Rang erreicht, und an Ehrgeiz und Motivation mangelt es weiterhin nicht. Die Frankfurter reden auch nicht lange um den heißen Brei, die Königsklasse soll es schon werden, diesen vierten Platz wolle man mit Zähnen und Klauen verteidigen, findet Mittelfeldmotor Sebastian Rode. „Die Eintracht wäre eine Bereicherung für die Champions League.“ Auch Sportvorstand Fredi Bobic ließ sich bei Sky durchaus angriffslustig aus: „Diese Tabellensituation ist sehr verlockend“, sie gebe dem Team „Kraft und Stärke für die nächsten Spiele“. Ohnehin spiele man bereits „gefühlt“ in der Champions League, wenn man sehe, gegen wen die Hessen in der Europa League bereits antreten mussten: Olympique Marseille, Lazio Rom, Schachtjor Donezk, Inter Mailand, und nächste Woche geht es gegen den portugiesischen Abonnementsmeister Benfica Lissabon. „Die Träumerei geht weiter“, sagt Adi Hütter.

Eintracht Frankfurt könnte aus dem Märchen Realität werden lassen

Im vergangenen Jahr, als die Eintracht unter Coach Niko Kovac am Ende so kolossal eingebrochen war, genügten 55 Zähler zum Erreichen der Königsklasse, 49 haben die Frankfurter jetzt. Dass 55 wieder reichen werden, ist unwahrscheinlich, um die 60 werde man aufs Konto schaufeln müssen. In der Saison 2016/17 benötigte die TSG Hoffenheim 62 Punkte. Aber unmöglich ist es keinesfalls, dass Eintracht Frankfurt in der momentanen Form dieses kleine Märchen Realität werden lässt. Drei Heimspiele (Augsburg, Berlin, Mainz) stehen vier Auswärtspartien (Schalke, Wolfsburg, Leverkusen und München am letzten Spieltag) gegenüber - ein Programm, das machbar erscheint.

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Denn derzeit deutet nichts darauf hin, dass die Mannschaft einen Einbruch erleiden wird oder sich eine Schaffenskrise nimmt. Sie ist enorm stabil, gefestigt und gewachsen, physisch wie mental bärenstark, die Brust ist breit, und sie setzt sich wegen der individuellen Klasse ihrer Akteure auch in Begegnungen durch, in denen sie allenfalls eine durchschnittliche Leistung bringt, wie am Sonntag in der ersten Halbzeit. „Die hat mir gar nicht gefallen“, sagte Hütter, der das Team in der Pause in ruhigen, aber deutlichen Worten wieder aufs richtige Gleis setzte. Die neue Qualität der Frankfurter ist eben, dass sie sich - über kurz oder lang - gegen schwächere Teams durchzusetzen pflegt. Es ist dieser Wille, diese Spielfreude, das Können und das Wissen, dass sich im Laufe eines Spiels alles zum Guten wenden wird, das Eintracht Frankfurt aktuell auszeichnet: Irgendwann im Verlauf einer Begegnung wird schon einer treffen. Das ist ein beruhigendes Gefühl.

Martin Hinteregger: Es macht einfach Spaß

Dem unerbittlichen Druck einer gnadenlos offensiv ausgerichteten Mannschaft sind nur die allerwenigsten Gegner gewachsen, sie mögen eine Weile standhalten können, wie jetzt der VfB Stuttgart 44 Minuten lang, dann freilich findet einer der Frankfurter die Lücke. Und wenn es nicht einer der drei Stürmer ist, dann springt eben Filip Kostic in die Bresche, am Sonntag bester Mann. Ohnehin agiert der 26-Jährige, obzwar für die linke Außenbahn nominiert, fast wie ein weiterer Angreifer. Über die Außen und dank Schnelligkeitsvorteil knacken die Hessen viele massiert stehenden Abwehrreihen.

Zur individuellen Klasse kommt, dass es innerhalb des Kaders stimmt. Es gibt keine Probleme, was angesichts von 14 Pflichtspielen ohne Niederlage auch verwunderlich wäre. Der Zusammenhalt ist stark ausgeprägt, trotz 18 Nationen, „es macht einfach Spaß, in diesem Team zu spielen“, sagt Verteidiger Martin Hinteregger. Schließlich ist trotz des gestiegenen Selbstvertrauens keiner da, der die notwendige Bodenhaftung verlieren würden. Kapitän Gelson Fernandes sagt, dass es nichts bringe, „jetzt zu reden, dann acht Wochen zu schlafen und noch Achter zu werden.“ Sie werden, so viel steht fest, nicht nachlassen, „wir kämpfen bis zum Ende. Um was – das weiß ich noch nicht genau“, sagt Fernandes. Champions- oder Europa League.

Eintracht-Ziel: Zumindest die Europa League

Dazu kommt, dass Eintracht Frankfurt nicht nur die zweitbeste Rückrundenmannschaft (hinter Bayern) stellt, sondern auch die zweitwenigsten Gegentore in der Rückserie (hinter RB Leipzig) kassiert hat, ganze sieben in zehn Bundesligaspielen. Dass mittlerweile Stopper David Abraham seit Wochen nicht zur Verfügung steht, fällt überhaupt nicht ins Gewicht. Das hat natürlich entscheidend mit den Winterzugängen zu tun, Hinteregger, Rode und Almamy Touré, der am Sonntag krankheitsbedingt gefehlt hatte, haben sich als echte Verstärkungen erwiesen.

Eintracht besiegt Stuttgart: Die Bilder vom Spiel

Fussball, 1. Bundesliga, Eintracht Frankfurt - VFB Stuttgart
Eintracht Frankfurt besiegt den VfB Stuttgart mit 3:0. Die Bilder vom Spiel. © E. Krieger
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Eintracht Frankfurt besiegt den VfB Stuttgart mit 3:0. Die Bilder vom Spiel. © E. Krieger
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Eintracht Frankfurt besiegt den VfB Stuttgart mit 3:0. Die Bilder vom Spiel. © E. Krieger
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Eintracht Frankfurt besiegt den VfB Stuttgart mit 3:0. Die Bilder vom Spiel. © E. Krieger
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Eintracht Frankfurt besiegt den VfB Stuttgart mit 3:0. Die Bilder vom Spiel. © E. Krieger
Fussball, 1. Bundesliga, Eintracht Frankfurt - VFB Stuttgart
Eintracht Frankfurt besiegt den VfB Stuttgart mit 3:0. Die Bilder vom Spiel. © E. Krieger
Fussball, 1. Bundesliga, Eintracht Frankfurt - VFB Stuttgart
Eintracht Frankfurt besiegt den VfB Stuttgart mit 3:0. Die Bilder vom Spiel. © E. Krieger

Gerade Hinteregger und Rode haben das Team noch einmal auf ein höheres Niveau gehoben. Und in Frankfurt, wo derzeit alles bestens zu funktionieren scheint, klappen selbst die – meist schwierigen – Wintertransfers. Jeder personelle Schachzug ging bislang auf, die Rollen im Team sind klar verteilt, viele Profis spielen derzeit auf ihrem höchsten Niveau, nicht nur Kostic oder Luka Jovic, bester Schütze, auch Makoto Hasebe, der 35 Jahre alte Routinier, „der das Ganze zusammenhält“ (Hütter), Torwart Kevin Trapp oder Rode, prägender Akteur im Mittelfeld, der Balleroberung und Spielaufbau aufs Feinste zu kombinieren weiß.

Und selbst wenn es am Ende dann doch nicht zum ganz großen Wurf in der Königsklasse reichen sollte, ist ein neuerlicher internationaler Auftritt in der Europa League zum Greifen nah. Sieben Punkte beträgt der Puffer zu Platz sieben – das ist ein Vorsprung, der einer Spitzenmannschaft eigentlich reichen müsste. Es gibt schlechtere Perspektiven.

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