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Im Fokus: Eintracht-Trainer Michael Skibbe.
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Im Fokus: Eintracht-Trainer Michael Skibbe.

Ausgedünnter Eintracht-Kader

An der Grenze

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt geht personell ausgedünnt ins Spiel gegen Bremen und in die Rückserie.

Vor zwei Wochen meinte Herbert Becker, eine wahre Eloge auf Michael Skibbe halten zu müssen. Der Aufsichtsratschef der Frankfurter Eintracht pinselte dem Trainer eifrig Honig um den Mund. Im Vergleich zum ungeliebten Vorgänger Friedhelm Funkel sei die Arbeit mit Skibbe "ein anderes Erlebnis", der 44-Jährige habe sich nicht gescheut, ein klar umrissenes und ambitioniertes Ziel auszugeben. "Das war ein tolles Erlebnis, das war befreiend", jubilierte Becker. Und die Mannschaft spiele auch einen schöneren, attraktiveren Fußball, "die Sponsoren bleiben bei der Stange". Es hörte sich ein bisschen so an, als sei der Welttrainer zum Dorfverein gekommen. Ganz so ist es natürlich nicht.

Und doch hat der Fußballlehrer, in Gelsenkirchen geboren, in Frankfurt einiges bewegt. Sportlich ist die Eintracht vorwärtsgekommen, sie spielt einen gepflegteren Fußball, nicht im Hurra-Stil, aber doch mit mehr Ballsicherheit und Passgenauigkeit. Und der Frankfurter Bundesligist ist erfolgreich. Die Hessen schlossen die Hinserie mit 24 Punkten ab. Das ist die beste Platzierung seit 1993. Damals war Klaus Toppmöller der Trainer und die Eintracht Herbstmeister.

Nun treibt Skibbe die Sorge um, dass seine Mannschaft in der Rückserie einbrechen wird. Denn der Kader ist, wie der Trainer bemerkte, "ultradünn". Zlatan Bajramovic, Ioannis Amanatidis und Aleksandar Vasoski fallen bis Saisonende aus, Markus Steinhöfer ist an den 1. FC Kaiserslautern ausgeliehen. Und auch Martin Fenin kommt nach zwei Leistenoperationen nicht auf die Beine, er klagt immer noch über Beschwerden. Zurzeit absolviert er seine Reha bei Physiotherapeut Klaus Eder in Donaustauf. Eine Rückkehr auf den Platz ist nicht absehbar. "Irgendwie geht es nicht voran", sagt Trainer Skibbe. Die Eintracht hat ergo mehr Torhüter als Stürmer im Kader. Das ist nicht ganz ideal.

Bei der Suche nach Verstärkungen haben sich die Frankfurter gleich mehrere blutige Nasen geholt. Weshalb sie nun quasi ihre Bemühungen eingestellt haben, einen Angreifer zu holen. "Wir halten weiter die Augen offen, sind aber nicht sehr optimistisch, dass sich noch was tut", sagt Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Nicht auszudenken, wenn sich Alexander Meier irgendwie verletzten sollte. Trainer Skibbe zählte unter der Woche schon einmal auf, dass er gerade noch einmal 14 bundesligaerprobte Spieler beisammen habe. Bruchhagen weiß um die Gefahr, er sagt aber auch: "Wir haben Michael Skibbe ja damals auch verpflichtet, weil er mir sein Engagement mit der Ausbildung junger Spieler schmackhaft gemacht hat." Eine Spitze gegen die 44-Jährigen. Denn alle jungen Spieler blieben bisher außen vor.

Skibbe baute schon mal vor und prophezeite, dass die Eintracht wohl nicht mehr so viele Zähler zusammenklauben werde. Er holte sogar zum wiederholten Male zum Rundumschlag aus, im Trainingslager i prangerte er an, dass der Verein keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten habe. Nicht mal sehr versteckt drohte er mit Rücktritt im Sommer. Das will er nun nicht mehr wahr haben. In Frankfurt reagierte Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen genervt: "Dass ich jetzt vom eigenen Trainer so attackiert werde, ist für mich eine neue Situation." Skibbe musste zum Rapport, und anschließend hatten sich alle wieder ganz doll lieb. "Zwischen uns gibt es nicht die geringsten Dissonanzen", sagte Bruchhagen. Das ist der Witz des Jahres.

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