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Filip Kostic
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Filip Kostic steht auf einigen Einkaufszetteln.

Absturz-Modus

Eintracht Frankfurt scheitert grandios: Bei der SGE läuft einiges schief

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Seit April ist bei der Eintracht viel schiefgelaufen – einigen Spielern wird nun der Kopf verdreht. Chronik eines geplatzten Traums.

Martin Hinteregger ist ein gutes Beispiel. Der 28 Jahre alte Stopper ist ja kein gewöhnlicher Profi, er findet nichts dabei, wenn sich rivalisierende Fans prügeln, er zieht einen Kasten Bier in der Kabine einem Internetposting vor, fliegt Hubschrauber und spielt Ziehharmonika. Und so einer hat feine Antennen, spürt Schwingungen auf, und weiß halt sehr genau, wann etwas zerbricht, nicht mehr so ist wie es einmal war, Vertrauen etwa, Verlässlichkeit, Echtheit.

Ist es ein Zufall, dass auch Martin Hinteregger, seit der Bekanntgabe von Adi Hütters Abschied, nicht mehr der „Hinti“ ist, der er vorher war? Der im Mainz-Spiel auf dem Ball sitzt, während der Coach in einer Trinkpause das Team an der Linie zur Besprechung um sich schart? Der in Schalke eine seltsam uninspirierte Leistung abspult? Es hat den Anschein, als sei gerade der Österreicher besonders betroffen von der Demission seines Landsmannes.

Bei Eintracht Frankfurt läuft vieles schief

Es hat dann, seit Mitte April, einiges nicht mehr gestimmt im Binnenverhältnis, das wird gerade jetzt deutlich, da sich auch Spieler, am deutlichsten Sebastian Rode, in diese Richtung äußern. Intern und hinter vorgehaltener Hand wurde schon seit längerer Zeit die taktische Eindimensionalität bemängelt.

Auch der Konflikt um Amin Younes spielt eine Rolle, der nach dem Dortmund-Spiel und einem Disput mit dem Coach - bis zum Schalke-Spiel - nicht mehr in der Startelf stand, offiziell weil er nicht zu 100 Prozent fit gewesen sei, aber stets auf der Ersatzbank saß und immer eingewechselt wurde. Wenn er doch verletzt ist, wie kann er dann im Kader stehen? Gerade Younes war - mit Makoto Hasebe auf der Sechs - einer der Erfolgsgaranten.

Auch Djibril Sow, in der Hochphase einer, der förmlich über sich hinaus wuchs, baute mehr und mehr ab. Der Schweizer, den ein besonderes Verhältnis mit Hütter verbindet, verfiel seit April vermehrt in alte Muster, er spielte zaghaft, traute sich kaum was zu. Alles nur Zufall? Ähnlich verhielt es sich mit Stefan Ilsanker, der ebenfalls nach einer Phase, in der er erstaunlich gut spielte und sich zu einem verlässlichen Aktivposten mauserte, in den alten Trott zurückfiel.

Adi Hütter hat aber auch zu lange - ohne große Not - an dem taktischen System mit zwei Spitzen und einem Zehner festgehalten. Auch dann noch, als längst abzusehen war, dass Luka Jovic ein Versprechen bleiben würde und keine Verstärkung. Der von Real spektakulär zurückgeholte Stürmer hat nie die in der Tat sehr hohen Erwartungen erfüllt, die er dank seiner Historie bei Eintracht Frankfurt und seines sensationellen Debüts mit drei Treffern in den ersten beiden Spielen in schwindelerregende Höhe geschraubt hat. Aber Hütter hielt an ihm fest, hoffte bis zuletzt darauf, dass „uns die Tore von Luka zum Ende hin helfen werden“. Eine fatale Fehleinschätzung, wie sich zeigte, Jovic traf nur noch einmal, letztmals am 28. Spieltag. Auffällig auch seine bedenkliche Körpersprache.

Eintracht Frankfurt: Adi Hütter hielt zu lange an Luka Jovic fest

Viel früher hätte der Fußballlehrer zu seinem Erfolgskonzept mit lediglich einer Spitze, dem formidablen André Silva, und zwei Zehnern zurückkehren müssen, das war ja der Schlüssel zum Höhenflug.

Und es zeigte sich, dass das Korsett des Teams um die Führungsspieler nicht stark genug war, um die Schieflage zu begradigen. Die Homogenität, lange ein Trumpf, war nicht mehr gegeben, was auch an anderen Nebengeräuschen liegt. Filip Kostic etwa wird von allen möglichen Einflüsterern mit der Aussicht auf ungeahnte Verdienstmöglichkeiten an anderen Standorten der Kopf verdreht. Der zuvor so bärenstarke Linksaußen wirkt im Endspurt seltsam gehemmt. Gleiches gilt für Daichi Kamada.

Es bleibt, dass sich Mannschaft und Trainer selbst um einen Traum gebracht haben. Manch einer fühlt sich gar erinnert an 1992, Rostock, die verschenkte Meisterschaft. Grandioses Scheitern gehört eben auch zur DNA von Eintracht Frankfurt.

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