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Glasner voller Vorfreude: „Ganz Deutschland ist Eintracht Fan“

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Von: Ingo Durstewitz

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Hat sich rechtzeitig von seiner Erkältung erholt: Martin Hinteregger.
Hat sich rechtzeitig von seiner Erkältung erholt: Martin Hinteregger. © dpa

Es ist angerichtet für das große Europa-League-Halbfinale der Eintracht in Frankfurt gegen West Ham.

Klar, ein simples Remis jeder Art, egal ob 0:0, 3:3 oder 7:7, würde der Eintracht reichen, um nach mehr als vier Jahrzehnten wieder ein Europapokalfinale zu erreichen, um einen Erfolg von historischer Dimension verbuchen zu können. Doch der Frankfurter Trainer Oliver Glasner kann sich mit dieser Herangehensweise vor dem mit größter Spannung erwarteten Halbfinalrückspiel gegen West Ham United am Donnerstagabend (21 Uhr/RTL) mal so gar nicht anfreunden: „Wir wollen nicht verwalten und sagen: ,Schauen wir mal.‘ Wir ruhen uns nicht auf dem Ergebnis aus dem Hinspiel aus. Unsere Marschroute ist klar: Wir spielen von der ersten Sekunde voll auf Sieg.“

Das habe er seiner Mannschaft nicht nur einmal eingetrichtert, sondern so oft, „dass es in den Köpfen drin ist“. Wer denke, man stehe nach dem 2:1-Sieg in London vor Wochenfrist bereits mit eineinhalb Beinen im Finale am 18. Mai in Sevilla, der sei schief gewickelt. „Das wird ein ganz schwieriges Spiel“, sagt Glasner. „Wir werden eine bessere Leistung als im Hinspiel benötigen.“ Gerade was die Staffelung und Konterabsicherung angehe.

In Frankfurt ist alles angerichtet für den Showdown, die Stadt fiebert dem nächsten Festakt, „dem absoluten Highlight von ganz großer Bedeutung“ (Kapitän Sebastian Rode), entgegen, das Waldstadion ist mit nahezu 50 000 Fans bis auf den letzten Platz ausverkauft, die Fans werden wieder eine weiße Wand bilden, schon beim Warmmachen sollen die Spieler frenetisch und lautstark empfangen werden. „Die Fans werden uns extreme Energie geben“, betont Glasner. Doch nicht nur in Frankfurt halten sie es mit der Eintracht. Glaubt der Trainer. „Ich habe das Gefühl, dass ganz Deutschland Eintracht-Fan ist“, befindet er. „Das ist eine Anerkennung für die Leistung der Mannschaft.“

Sein Team müsse aber einen kühlen Kopf bewahren, dürfe „nicht überdrehen“ und müsse generell die richtige Balance finden. „Wir dürfen uns von schlechten Ergebnisse in der Liga nicht runterziehen, aber uns auch von der Lobhudelei für unsere europäischen Auftritte nicht einlullen lassen.“

Hinti kann, Lindström nicht

Das Ensemble solle einfach „unsere Art von Fußball“ auf den Platz bringen, eben mutig, leidenschaftlich und unbeugsam auftreten. „Wir haben bewiesen, dass wir auch gegen europäische Topteams sehr konkurrenzfähig sind. Dieser Glaube und das Selbstvertrauen haben sich über Monate entwickelt.“ Dass seine Elf gegen West Ham auch körperlich mithalten konnte, hat den Fußballlehrer Glasner freilich nicht überrascht. „Was die Physis und Intensität angeht, sind wir im oberen Bereich der Bundesliga. Deshalb konnten wir da mitgehen.“

Und so trifft es sich ganz gut, dass Abwehrchef Martin Hinteregger zur Verfügung steht, er hat seine Erkältung auskuriert. Bei dem am Oberschenkel verletzten Jesper Lindström stehen die Einsatzchancen hingegen eher schlecht. „Das wird ein Fotofinish“, sagt Glasner, räumt aber ein: „Hinter ihm steht ein relativ großes Fragezeichen.“ Hört sich so an, als würde der Däne das große Halbfinale von der Tribüne aus verfolgen. Vielleicht wird er ja fürs Endspiel fit. Ein Unentschieden würde schon reichen.

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