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Trifft derzeit nach Belieben: Laura Freigang.

Eintracht Frankfurt Frauen

Gestutzte Adlerflügel

  • vonKatja Sturm
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Die Eintracht-Frauen bekämpfen gegen Freiburg ihre erste Krise. Trainer Niko Arnautis sagt: „Genauso wie wir am Anfang nicht im Himmel waren, sind wir jetzt nicht in der Hölle.“

Beim wankelmütigen Auftritt der deutschen Männer-Nationalmannschaft gegen die Schweiz hat Weltmeister Bastian Schweinsteiger etwas gesagt, was Niko Arnautis auch auf seine Frauen beziehen würde. „Man muss aufpassen, dass man nicht in Schönheit stirbt“, zitiert der Cheftrainer der Frankfurter Fußballerinnen den TV-Experten. „Man muss auch mal richtig dreckig den Ball aus der gegnerischen Zone knallen.“

Anlass stellte die jüngste 2:3-Niederlage der Adlerträgerinnen beim schwächer eingeschätzten SC Sand dar. Es war die erste Niederlage in einem Pflichtspiel nach dem Übertritt des früheren FFC-Teams unter das Dach der Eintracht. Nach zehn Punkten aus den ersten vier Spielen weisen die Hessinnen, die zuvor auch gegen Bayer Leverkusen (2:2) nicht siegten, bereits fünf Zähler Rückstand auf den von Potsdam belegten dritten Rang auf, der zur Teilnahme an der Champions League berechtigen würde. Arnautis wehrt sich gegen Unkenrufe: „Genauso wie wir am Anfang nicht im Himmel waren, sind wir jetzt nicht in der Hölle.“

Die Arbeit mit der Mannschaft sei ein Prozess. Rückschläge könne es immer geben. „Nur weil wir jetzt Adlerflügel haben, heißt das nicht, dass wir gleich in den Himmel fliegen.“ Sein Team, in dem Torjägerin Laura Freigang mit bislang neun Treffern glänzt, habe in den vergangenen drei Monaten „zu 90 Prozent hervorragenden Fußball“ abgeliefert. Lediglich in bestimmten Situationen trete die Eintracht-Elf nicht entschlossen genug auf. Da müsse sich das im Sommer durch einige routinierte Verstärkungen erweiterte Team „erwachsener“ zeigen. Genau darauf lag in dieser Woche der Fokus im Training.

Geholfen haben könnte, dass der Kader nach einigen Verletzungsproblemen wieder größer war. Vor dem Heimspiel an diesem Freitag (19.15 Uhr/ Eurosport) gegen den SC Freiburg konnten Shekiera Martinez und Theresa Panfil wieder alle Aufgaben während der Einheiten absolvieren. Die Breisgauerinnen dürften den ins Schlingern geratenen Hausherrinnen mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein gegenübertreten: Am Wochenende fügten sie Double-Sieger VfL Wolfsburg mit einem Remis den ersten Schaden in der bis dahin makellosen Bilanz zu. Das bislang letzte Gastspiel im Stadion am Brentanobad endete mit einem 2:0-Erfolg des Auswärtsteams. So steht in doppelter Hinsicht eine Wiedergutmachung auf dem Plan. Arnautis‘ Bruder Christos darf nach der Roten Karte gegen Sand in zwei Spielen jetzt nicht als Co-Trainer auf der Bank sitzen.

Am Mittwoch, in der Länderspielpause, erwartet Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg mit Freigang, Sophia Kleinherne und Torhüterin Merle Frohms drei Frankfurterinnen in Wiesbaden zur Vorbereitung auf die Partie am 27. Oktober gegen England. Sjoeke Nüsken soll auf Abruf bereitstehen.

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