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Mit Taktiktafel zur Vorbereitung auf die alte Heimat: Armin Veh.
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Mit Taktiktafel zur Vorbereitung auf die alte Heimat: Armin Veh.

VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt

Veh mit gemischten Gefühlen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Armin Veh sagt vor dem Gastspiel von Eintracht Frankfurt in Stuttgart: „Ich bin kein Gegner des VfB, ich mag den VfB“. Johannes Flum, Marc Stendera und Timothy Chandler rücken wohl in die Startelf.

Die Fragen zu seiner Vergangenheit waren so logisch wie unausweichlich, und Armin Veh nahm sich am Freitag, einen Tag vor der Rückkehr zu einer seiner Verflossenen, auch die Zeit, sie zu beantworten. Sein damaliger Rücktritt beim VfB Stuttgart nach nur zwölf Spieltagen sei vielleicht überraschend gewesen, „aber es war zu diesem Zeitpunkt das beste für den Klub“, sagte Veh. „Davon bin ich auch heute noch überzeugt.“ Natürlich könne er verstehen, wenn ihn manch Stuttgarter bezichtigte, den Verein im Stich gelassen zu haben. „Ich kann nachvollziehen, wenn man so denkt“, berichtete der aktuelle Frankfurter Trainer. „Aber ich kann ja nur nach dem entscheiden, was ich fühle und für richtig halte.“

Der 54-Jährige hatte sich in der vergangenen Saison schon früh dazu entschieden, die Reißleine zu ziehen. Er weiß heute, dass die Entscheidung, nach drei intensiven Jahren in Frankfurt wieder in Stuttgart anzuheuern, „ein Fehler war. Es wäre besser gewesen, ich hätte das gemacht, was ich vorhatte, nämlich eine längere Pause.“

Ob er sich damit beschäftigt habe, wie er von den VfB-Fans empfangen werde, ist Veh gefragt worden, ob er vielleicht mit Pfiffen rechne. „Ich weiß es nicht, ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht.“ Ganz egal seien ihm die Reaktionen freilich nicht. „Ich bin ja kein eiskalter Engel, dem das schnuppe ist.“ Schließlich musste er doch noch mal klarstellen, dass er nicht aus Jux und Dollerei demissioniert habe. „Ich bin kein Gegner des VfB, ich mag den VfB.“ Deshalb habe er so handeln müssen, außerdem habe er, wie er knapp aber deutlich bemerkte, „ja auch nix verbrochen.“ Im Gegenteil: Der frühere Manager Fredi Bobic und seine Wenigkeit hätten „ganz ordentliche Spieler“ geholt. Daniel Ginczek oder Filip Kostic etwa. „Zumindest das haben wir hingekriegt.“

Gerade mit Ginczek, Kostic oder Daniel Didavi habe der VfB eine „unheimlich starke Offensive, da sind sie ganz vorne mit dabei“. Dass er diese Spieler selbst trainiert habe, sei für die Eintracht allerdings nicht spielentscheidend: „Ich weiß ein bisserl mehr, aber das ist doch kein großer Vorteil.“ Überraschen könne man den Gegner doch ohnehin kaum mehr: „Wir leben ja nicht im Geheimen, alles ist offen.“

Aber auch nicht so offen, dass er jetzt zwingend vor der Partie bei den Schwaben schon die Mannschaftsaufstellung seines Teams preisgeben wollte. Veränderungen, das machte er mehrfach klar, werde es auf jeden Fall geben. Sehr wahrscheinlich werden Timothy Chandler, Johannes Flum und Marc Stendera in die erste Elf rutschen, weichen müssten dann David Abraham, Luc Castaignos und Joel Gerezgiher, der ohnehin unpässlich ist. Er fällt mit einer Bauchmuskelzerrung aus.

Und auch Alexander Meier, der im Training schon wieder eifrig mitmischt und einen erstaunlichen guten Eindruck hinterlässt, wird der Coach noch nicht ins Aufgebot berufen, selbst wenn Meier schon jetzt 20, 30 Minuten würde spielen können. „Doch das Risiko ist mir zu groß“, argumentierte Veh. „Ich brauche ihn die ganze Saison über.“ Die Länderspielpause wird Meier nutzen, um näher an die Mannschaft heranzurücken: Im nächsten Heimspiel gegen den 1. FC Köln soll der Torschützenkönig der vergangenen Saison erstmals im Kader stehen – natürlich nur, wenn alles planmäßig verläuft.

Veh hofft auf Besserung

Veh grübelt seit Tagen, weshalb seine Mannschaft ihre Linie so ein bisschen verloren hat, weshalb sie gerade jetzt, da die Bundesliga begonnen hat, durchhängt, zumindest vom fußballerischen Niveau her. „Wir waren in der Vorbereitung viel ballsicherer“, sagte er. Auch im Training habe die Qualität des Passspiels nachgelassen. Er hoffe nun aber, „dass wir das, was wir können, auch zeigen.“ Die denkbar schwache Partie gegen Augsburg deutete er als „Ausrutscher.“

Inmitten der Vorbereitung auf Stuttgart hat er aber immerhin noch Zeit, sich über die Entwicklungen des Fußballs Gedanken zu machen. Die Ablösen, die gerade in England gezahlt würden, seien „Fabelsummen“. Veh spricht zwei Beispiele an, „Son für 30 Millionen, Baba für 25 Millionen weg – da blickst du doch nicht mehr durch. Wenn jetzt jeder durchschnittliche Spieler 20, 30 Millionen Euro kostet: Ja, da frage ich mich: Wo soll das alles noch hinführen?“ Diese Entwicklung sei für die Liga „völlig ungesund, das wird ein Problem für die Bundesliga.“ Er wisse nicht einmal, „wie Bayern München das in Zukunft schaffen will“.

Von Traditionsvereinen wie der Eintracht oder auch dem VfB Stuttgart mal ganz zu schweigen. Der einzige Weg sei, junge Spieler auszubilden und sie später gewinnbringend zu veräußern. Diesen Weg wolle die Eintracht gehen. Das habe natürlich zur Folge, dass man immer wieder neu aufbauen müsse. „Es ist eine schwierige Situation. Es ist eine Herausforderung für alle Bundesligaklubs.“

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