1. Startseite
  2. Eintracht

Gemeinsam üben

Erstellt:

Von: Katja Sturm

Kommentare

Geht zuversichtlich in die Saison: Frauen-Trainer Niko Arnautis. Foto: Imago Images
Geht zuversichtlich in die Saison: Frauen-Trainer Niko Arnautis. © IMAGO/HJS

Die Fußballerinnen der Eintracht trainieren künftig dort, wo auch die Männer spielen - die Ziele beider Teams sind ebenfalls ähnlich.

Die Temperaturen waren für die Jahreszeit ungewohnt milde, doch ein kalter Wind blies den Bundesliga-Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt entgegen, als sie sich am Samstag zum ersten Training des Jahres am Waldstadion versammelten. Hier, wo auch die Männer üben, hat die Mannschaft von Cheftrainer Niko Arnautis vor ein paar Monaten ihren ständigen Trainingsort hin verlegen dürfen. Die Verbesserung der Infrastruktur bleibt ein Thema, das die Verantwortlichen im Klub weiter beschäftigen wird.

So liebäugelt man laut Arnautis damit, die Wintersporthalle in ein Trainingszentrum mit Besprechungs- und anderen Funktionsräumen für die Fußballerinnen zu verwandeln. Ein Flügel ist frei geworden, nachdem Volleyball-Bundesligist United Volleys aus wirtschaftlichen Gründen keine Lizenz mehr für die seit Oktober laufende Saison bekam und seine bisherige Geschäftsstelle ausräumte. Das Proficamp, das die Eintracht selbst erst vor zwei Jahren auf der anderen Seite der Arena hochgezogen hatte, war, so erklärt Arnautis, schon geplant, als die erste Mannschaft des mittlerweile aufgelösten Frauenfußball-Vereins 1. FFC Frankfurt unters Dach der SGE schlüpfte, und nur für ein Team ausgelegt. Entsprechend gelte es jetzt, neue Möglichkeiten für seine Truppe zu schaffen.

Männer- und Frauenbundesligist im Training an einem Ort vereint – das sei schon jetzt wohl „einmalig in Deutschland“, betont der 42-Jährige. In Sachen Professionalität entwickle man sich immer weiter. So wurde den Spielerinnen und den Fans, die sie dabei begleiteten, zum Trainingsauftakt ein neuer Mann im Betreuerteam vorgestellt: Der Grieche Christos Rellas hat zum 1. Januar als hauptamtlicher Videoanalyst bei den Eintracht-Fußballerinnen angefangen. Der 33-Jährige kommt vom SV Meppen und damit dem Verein, bei dem die Hessinnen in ihrer ersten Pflichtpartie 2023 am 5. Februar antreten müssen. Das Duell mit dem Aufsteiger und Tabellensiebten stellt das Ende der Hinrunde dar. Schon jetzt lässt sich diese als bislang einmalig erfolgreich bei den Adlerträgerinnen verbuchen. 23 Punkte hat der aktuelle Dritte gesammelt und damit schon einen Zähler mehr als in der kompletten ersten Hälfte der vergangenen Saison. Mit dem Aufwärtstrend soll es nach der Winterpause weitergehen.

Neuer Analyst an Bord

Während der Vorbereitung, zu der ab Samstag ein einwöchiges Trainingslager in Portugal mit Testspielen gegen den niederländischen Erstligisten PSV Eindhoven am 15. und gegen den deutschen Meister VfL Wolfsburg am 18. Januar zählen, stellt die Athletik einen Schwerpunkt dar. Wie im Vorjahr, als die Eintracht ihre Bilanz in der zweiten Saisonhälfte auf 24 Punkte steigern konnte, soll ihr auch diesmal nicht die Luft ausgehen. „Wir wollen bis zum Schluss topfit sein“, so der Coach. Der SC Freiburg und die TSG Hoffenheim als Vierter oder Fünfter der Tabelle lauerten darauf, der Eintracht das angestrebte dritte Ticket für die Champions League wegzuschnappen.

Nach dem frühen Aus in der Qualifikation im Sommer wollen die Frankfurterinnen erneut auf die europäische Ebene und es diesmal besser machen. Die Fortschritte, die Arnautis in den vergangenen Monaten sah, stärken seinen Optimismus: „Wir haben viele Spiele zu Null gespielt“ , was von einer starken Defensive und damit guten Erfolgsgrundlage zeuge. „Wir haben mit die meisten Balleroberungen“, was für Konsequenz spreche. „Wir haben es geschafft, enge Spiele öfter zu gewinnen.“ Die Effektivität, die „Kaltschnäuzigkeit“ vor dem Tor stellt oft ein Problem dar, „aber das ist bei allen Mannschaften ein Thema“.

Das „Spiel mit und gegen den Ball“ soll in den nächsten Wochen weiter verbessert werden. „Vielleicht trainieren wir auch noch ein neues System“, verrät Arnautis.

Beim Start fehlte neben der noch angeschlagenen Anna Aehling Copa-America-Siegerin Letícia Santos, die nach anhaltenden Problemen Mitte Dezember am Knie operiert wurde und in dieser Spielzeit nicht mehr auflaufen wird. Auf Carlotta Wamser wird Arnautis in naher Zukunft öfter verzichten müssen, denn die Sportsoldatin absolviert ihre Grundausbildung bei der Bundeswehr. Personelle Nachbesserungen seien aktuell nicht geplant, „aber wir halten immer unsere Augen nach punktuellen Verstärkungen offen“, sagt Arnautis. Er selbst hat zusätzliche Aufgaben übernommen, seitdem er infolge des Abgangs von Siegfried Dietrich auch die sportliche Leitung innehat. Seinen Job als Lehrertrainer an der Carl-von-Weinberg-Schule hat er nicht aufgegeben. So bleibt er informiert darüber, welche Talente in der Region heranreifen und ob sie zur Eintracht passen.

Auch interessant

Kommentare