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Ohne richtigen Grund außen vor: Johannes Flum.

Eintracht Frankfurt

Geknickter Flum, genervter Medojevic

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Eintracht Frankfurt steht mitten in der Vorbereitung auf die Rückrunde. Nicht ganz so gut läuft es für Johannes Flum und Slobodan Medojevic: Beide sind unzufrieden - aus verschiedenen Gründen.

In der Winterpause hat Johannes Flum die jüngere Vergangenheit ausgeblendet, „komplett abgeschaltet“, wie der Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht erzählt. Der 27-Jährige hat die Uhren auf Null gedreht, die Grübelei einfach mal sein lassen. Und er hat sich dann, als der erste Arbeitstag im neuen Jahr näher rückte, eines fest vorgenommen: „Jetzt greifst du voll an.“ Am Donnerstag im Testspiel gegen den Bundesligakonkurrenten Hamburger SV (2:3) stand Flum dann nicht einmal im Aufgebot der Frankfurter Eintracht.

Warum, das weiß die Defensivkraft selbst nicht. „Ich hätte gerne gespielt“, er sei fit und stehe voll im Saft. „Es gab kein Hindernis, dass ich nicht hätte spielen können.“ Doch als sich die Profis am Donnerstag auf den Weg zum Spielort Al Ain machten, stand Flum gemeinsam mit den anderen Reservisten oder Rekonvaleszenten in Abu Dhabi auf dem Trainingsplatz. Er reiste dann in die 160 Kilometer entfernte Wüstenstadt nach. Als Zuschauer.

Schaaf begründete die Nichtberücksichtigung gegenüber Journalisten damit, dass Flum und der ebenfalls nicht nominierte Vaclav Kadlec die eine oder andere Einheit verpasst hätten. Nun ja: Seit dem Neustart am 5. Januar hat Flum genau ein Training nicht mitmachen können, das war direkt vor dem Abflug nach Abu Dhabi, „da war ich erkältet.“

Im Gespräch ist der frühere Freiburger darauf bedacht, kein Öl ins Feuer zu gießen. „Ich kann nur Vollgas geben, mehr kann ich nicht machen.“ Ein Gespräch mit dem Trainer habe es in diesem Jahr noch nicht gegeben, berichtet Flum und schiebt schnell nach: „Aber es gibt ja auch nicht immer etwas zu bereden.“

Für den Mann aus Waldshut ist die jetzige Zeit die vielleicht schwerste seiner Karriere. Er kommt nicht zum Zug, er wird kaum beachtet, stand fast in der gesamten Hinrunde im Abseits. Das lag auch an seinen Verletzungen, anfangs hatte er noch an den Folgen der schweren Schulterblessur zu kämpfen, dann stoppte ihn ein Muskelfaserriss. „Die Vorrunde war schwierig.“ Doch auch jetzt scheint es nicht so, als rolle er das Feld von hinten auf. „Es ist keine leichte Situation für mich“, sagt er. Weshalb er bei Schaaf einen schweren Stand hat, weiß er nicht.

Dabei hatte er sich Hoffnungen gemacht, womöglich in die Rolle von Makoto Hasebe schlüpfen zu können, der beim Asien-Cup weilt. „Aber Makoto kommt ja bald zurück“, befindet Flum. Und auch Abwehrchef Carlos Zambrano werde bald sein Comeback geben. Dann, das sagt Flum selbst, könne es gut sein, dass Marco Russ ins defensive Mittelfeld vorrücke. Für ihn hieße das: Ersatzbank. Bestenfalls.

Flum denkt nicht an Wechsel

An einen Vereinswechsel denkt er, der bei Vorgänger Armin Veh gesetzt war und eine starke Rückrunde spielte, trotzdem nicht. „Stand jetzt auf keinen Fall.“ Er habe sich damit nicht befasst. „Ich werde nicht schnell abhauen, ich spiele nicht mit dem Gedanken. Das könnte mir nur Energie und Kraft abziehen.“

Slobodan Medojevic hat da ganz andere Sorgen. Der 24-Jährige scheint zwar in der Pole Position um die Position als „Sechser“, hat bisher in allen Testspielen und den meisten Trainingseinheiten auf der Hasebe-Position gespielt, doch er kommt nicht so recht auf Touren. Eine mögliche Erklärung ist, dass der Serbe noch immer Schmerzen an der rechten Achillessehne hat. Seit vier Monaten schon, angefangen hat alles im Trainingslager mit dem VfL Wolfsburg – im Sommer. „Es nervt und behindert mich“, so Medojevic, der ab und zu gar Schmerztabletten nehmen muss.

Er macht nun spezielle Übungen, um der Entzündung Herr zu werden. Eigentlich müsste er wochenlang pausieren, um es auszukurieren. „Doch die Zeit habe ich nicht, es geht jetzt aber in die richtige Richtung“, sagt er. Mit seinen bisherigen Leistungen ist er nicht so ganz zufrieden. Gerade die Partie in Leverkusen, als sein Ballverlust zum Ausgleichstor führte, war für ihn der Tiefpunkt. „Ich habe der Mannschaft gesagt, es war mein Fehler, dass wir die drei Punkte nicht geholt haben. Man muss nach so einem Fehler aber aufstehen und weitermachen.“ Das gilt, im anderen Sinne, auch für Johannes Flum.

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