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Wieder zu Hause: Luka Jovic.
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Wieder zu Hause: Luka Jovic.

Eintracht

Gefühlschaos im Stadtwald

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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David Abraham geht, Luka Jovic kommt und Schalke 04 sollte möglichst Spalier für ein Fußballfest stehen.

Was hätte das für ein Spektakel werden können, was wären da für Gefühle losgetreten worden im mit knapp 51 000 Zuschauern pickepackevollen Stadion im Stadtwald, wenn, ja wenn nur Publikum zugelassen wäre: Der Abschied des langjährigen Kapitäns David Abraham und möglicherweise das Debüt des so sehr herbeigesehnten Rückkehrers Luka Jovic. „Ein Tohuwabohu der Freude“ wäre es geworden, glaubt der Trainer Adi Hütter. Wahrscheinlich wäre es noch viel, viel lauter in der Arena geworden als damals im Mai 2018, als Alex Meier in seinem letzten Spiel kurz nach seiner Einwechselung das 3:0 gegen den HSV erzielt hatte - nach Flanke von David Abraham übrigens. Aber in Corona-Zeiten wird es leise sein, wenn der Argentinier, dieser „tolle Spieler und tolle Mensch“ (Hütter), seine Karriere beendet. Da will ihm Eintracht Frankfurt wenigstens einen Sieg schenken, Schalke 04, Tabellenvorletzter, soll das passende Präsent sein.

Nichts verlernt

Wahrscheinlich wird auch die eine oder andere Träne rinnen, der sehr empathische Abraham hat bleibende Spuren hinterlassen in Frankfurt, selten habe er einen Spieler erlebt, lobhudelte Hütter am Freitag, „der so viel Mentalität mitgebracht“ habe wie der mittlerweile 34-Jährige. Und der Coach ahnt: „Wir verlieren eine absolute Größe“, sein Weggang aus Sehnsucht nach seinem Sohn sei für Eintracht Frankfurt „ein absoluter Verlust“, so Hütter. David Abraham kehrt nach fünfeinhalb Jahren Frankfurter Abwehrarbeit in seine Heimat Argentinien zurück.

Während sich der eine verabschiedet, wird der andere begrüßt, Luka Jovic, Rückkehrer aus Madrid, könnte am Sonntag (18 Uhr) tatsächlich sein Debüt im Trikot des Klubs feiern, in dem er sich am wohlsten gefühlt hat und in dem er am erfolgreichsten war in seiner Karriere bislang. „Ich freue mich, dass er wieder zu Hause ist“, sagt der Fußballlehrer zu dem Coup. Die Spielerlaubnis für den 23 Jahre alten Vollblutstürmer ist eingetroffen. Und der Serbe hat sich am Freitag im ersten Training mit den alten Kollegen bereits von einer „guten Seite“ gezeigt, freut sich Hütter, „das, was er konnte, hat er nicht verlernt“. Um exakt 11.42 Uhr hatte er sein erstes Trainingstor erzielt, wie die Medienabteilung des Bundesligisten freundlicherweise prompt mitteilte. Darüber hinaus dürfte Jovic trotz des wenig geglückten Abenteuers in Madrid in den vergangenen eineinhalb Jahren eine Menge von den Real-Stars gelernt haben, vermutet Hütter.

Die Erwartungshaltung mit Luka Jovic ist in Frankfurt jetzt natürlich immens gestiegen, zumal Jovic, wie Hütter glaubt, allen zeigen will, „welche Klasse er noch hat“. Er sei wirklich glücklich, wieder in Frankfurt zu sein, „man sieht sein Lachen und seine Freude im Gesicht“. Auch für seinen alten Spezi Filip Kostic, bislang noch nicht wieder ganz in allerbester Form, erhofft sich Hütter durch den spektakulären Zugang eine Leistungssteigerung.

Gegen Schalke am Sonntag wird Jovic sicher im Kader sein, von Anfang an aber wohl nicht in der Elf stehen. Dazu fehlt es ihm an Spielpraxis, zuletzt war er auf vier Kurzeinsätze in Spanien gekommen, „ich hoffe, dass er in kürzerster Zeit wieder zu alter Form findet“. Mit ihm sei man auf alle Fälle deutlich variabler geworden, auch eine Doppelspitze mit Platzhirsch André Silva und Jovic könnte sich Hütter sehr gut vorstellen.

Die Verpflichtung dieses Ausnahmestürmers empfindet Adi Hütter als ein wichtiges Signal an die Mannschaft. Sie habe damit gesehen, „welches Zeichen wir als Verein gesetzt haben“. Das Ziel, wieder ins internationale Geschäft zu kommen, wird somit offensiv und mit offenem Visier angegangen. Alle Beteiligten hätten da einen „super-super-super Job gemacht“. Nun habe man eine „sehr, sehr spielstarke Mannschaft zusammen“.

Entwarnung hat mittlerweile Amin Younes gegeben. Der feine Techniker, der am Dienstag im Pokalspiel gegen Bayer Leverkusen früh wegen Achillessehnenbeschwerden ausgewechselt wurde, hatte gestern das komplette Trainingsprogramm absolvieren können, seinem Einsatz steht nichts im Wege. Und schließlich ist der Schweizer Djibril Sow in der Nacht zum Freitag Vater einer Tochter geworden. Das dürfte dem ohnehin zuletzt starken Mittelfeldspieler einen zusätzlichen Schub für den Sonntag geben.

Es ist also alles gerichtet für eine außergewöhnliche Begegnung. Jetzt sollten sich die Schalker nur nicht als Spielverderber erweisen.

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