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Na, wie habe ich das gemacht? Goncalo Paciencia, Siegtorschütze.
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Na, wie habe ich das gemacht? Goncalo Paciencia, Siegtorschütze.

Eintracht-Stürmer trifft

Goncalo Paciencia: SGE-Stürmer cool im Auge des Orkans

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht-Stürmer Paciencia bringt sich mit einem trocken verwandelten Elfer ins Gespräch.

Frankfurt am Main - Goncalo Paciencia hatte nicht lange nachdenken müssen, im Grunde keine Sekunde. Und schon gar nicht dachte der Portugiese an jenen schicksalhaften Abend im Mai vor zwei Jahren, Halbfinale, Chelsea, Stamford Bridge, den letzten Elfmeter vergeben. So was schüttelt man nicht so leicht aus den Kleidern. Und doch hat sich der Eintracht-Stürmer den Ball geschnappt, in jener 90. Minute in Antwerpen, als es einen Elfmeter für Eintracht Frankfurt zu schießen galt, wieder in der Europa League. Eiskalt schob der 27-Jährige die Kugel, anders als in London, ins Tor zum allerersten Frankfurter Saisonsieg im neunten Pflichtspiel. Dabei war der Mann gerade erst fünf Minuten vorher eingewechselt worden, in diese längst wilde, unberechenbare, aufgeheizte Partie.

Druck, sagte der Beau dann hinterher auf Deutsch, frisch geduscht und im schicken grauen Klubanzug, Druck habe er im Fußball nie. „Druck hat der, der kein Geld hat, sich was zu essen kaufen zu können.“ Aber doch nicht Fußballer. „Fußball ist Spaß, Freude.“ Jeden Tag stehe er mit einem Lächeln auf und gehe gerne zum Training, was gibt es Schöneres.

Eintracht Frankfurt: „Zeit war gekommen“

Das klingt jetzt alles sehr vernünftig, abgeklärt, reif. Dabei liegt wahrlich keine leichte Zeit hinter dem Stürmer, Zeit, in der man ins Grübeln geraten kann, sich seiner nicht mehr sicher sein könnte. Sein Trainer, Oliver Glasner, weiß das natürlich, um so mehr nötigte es ihm „ganz, ganz großen Respekt“ ab, wie „trocken“ er diesen Siegtreffer erzielt hat, mit welcher Selbstverständlichkeit. Mitten im Auge des Orkans. „Das freut mich riesig, dass er da Verantwortung übernommen hat“, hob der Coach den Daumen.

In Frankfurt bei der Eintracht, für die er seit 2018 in 36 Bundesligaspielen zehn Tore erzielte, hat er zuletzt kaum mehr eine Rolle gespielt, schon zuvor, als die Büffelherde noch Kreise zog, war er nur Stürmer Nummer vier. Er hatte einen schweren Stand. Ohnehin hat Paciencia ein verlorenes Jahr hinter sich, sein Wechsel zum Absteiger FC Schalke stand unter keinem guten Stern, dann verletzte er sich schwer am Knie, wurde operiert, spielte kaum und wenn, dann in einer Mannschaft, in der es nicht lief. Und weil die Knappen abstiegen, verfiel auch die ausgehandelte Kaufoption, S0 4 hätte bei Klassenerhalt zehn Millionen Euro für den Wechsel überweisen müssen. Viel Geld.

Eintracht Frankfurt: Goncalo Paciencia hat sich nie hängen lassen

Doch der aus Porto stammende Mittelstürmer, technisch gut, im Kopfball klasse, aber kein Sprinter, hat sich nie hängen lassen. Er hat hart gearbeitet im Training, stemmte Eisen im Kraftraum, legte Zusatzschichten ein, um der Mannschaft zu helfen, um dann da zu sein, wenn die Zeit reif sein würde. „Ich wusste, meine Chance würde kommen, so viel Selbstvertrauen habe ich“, sei es für eine Minute, zehn oder 30. Am Donnerstagabend im Bosuil-Stadion reichten ihm fünf Minuten plus Nachspielzeit. „Heute war meine Zeit gekommen.“

Dabei war er gar nicht als Elfmeterschütze vorgesehen, die Frankfurter Schützen eins und zwei, Rafael Borré und Sam Lammers, waren schon ausgewechselt. Selbst Makoto Hasebe, der Routinier, schaute suchend über den Platz und fragte sich: „Wer schießt denn jetzt den Elfmeter?“ Pacienca stand da längst bereit.

Es war übrigens auch nicht der erste Strafstoß seit dem Chelsea-Fehlschuss. Am 10. Oktober 2019, beim 3:0-Sieg der Eintracht über Bayer Leverkusen, legte sich Goncalo Paciencia ebenfalls den Ball auf den Punkt. Natürlich war er drin. (Thomas Kilchenstein)

Später Sieg in Antwerpen: Die Eintracht-Spieler in der Einzelkritik.

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