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FFC-Manager Siegfried Dietrich. 

Fusion

FFC fusioniert mit der Eintracht

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Mit einer überwältigenden Mehrheit beschließt der 1. FFC Frankfurt die Fusion mit der Eintracht.

Voller Glücksgefühle“ verließ Siegfried Dietrich am Mittwochabend das Hochhaus eines Sponsors des 1. FFC Frankfurt in der Innenstadt der Mainmetropole. Bei der Mitgliederversammlung des Frauenfußball-Bundesligisten hatte sich der Manager zuvor das Okay geben lassen, die bereits begonnenen Verhandlungen mit der Eintracht Frankfurt Fußball AG und dem e.V. des hessischen Männer-Bundesligisten über eine Fusion des FFC mit dem großen Bruder weiterzuführen. „Das war ein historischer Tag“, resümierte der 62-Jährige.

Mit überwältigender Mehrheit – bei einer Gegenstimme – hatte sich das aus 126 Vereinsangehörigen bestehende Plenum für die Kooperation ausgesprochen, die den Hessinnen mit besseren Strukturen und größeren finanziellen Möglichkeiten die Chance auf eine Rückkehr in die nationale und europäische Spitze eröffnen soll, in der sie eineinhalb Jahrzehnte lang fester Bestandteil waren.

Die letzten Zweifel am Sinn dieses Schrittes räumte bei einigen Anwesenden unter anderem Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic aus, der mit seinem Vorstandskollegen Axel Hellmann der Sitzung beiwohnte. Der 48 Jahre alte ehemalige Nationalspieler, dessen Töchter Celine und Tyra die Fußball-Leidenschaft des Vaters teilen und der selbst Mitglied des FFC ist, hielt eine emotionale Rede für die Fusion. Diese ist nach Meinung der Initiatoren unausweichlich, will man mit den Spitzenklubs wie Doublesieger VfL Wolfsburg oder Bayern München mithalten, die schon von Männer-Erstligisten profitieren. Genau das wird auch am Main bezweckt.

Bobic schlägt „eine Brücke“

Nach dem „grünen Licht“ soll der bereits gestartete Prozess, den Dietrich im Auftrag des jetzt wiedergewählten Vorstands um Vereinschef Jürgen Ruppel angegangen war, in den nächsten Wochen zielführend fortgesetzt werden. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Frühjahr 2020 könnte die Auflösung des 1998 aus einer Abteilung der SG Praunheim hervorgegangenen Klubs, der unter seinen 350 Mitgliedern 250 Aktive vorweist, beschlossen werden. Im Sommer würde die Eintracht den gesamten Spielbetrieb und damit auch die Bundesligalizenz des Tabellensechsten übernehmen. Die AG soll dann für die Erste und die derzeit in der Zweitklassigkeit angesiedelte Zweite Mannschaft verantwortlich sein. Für die restlichen Teams, die wie die Mitarbeiter ebenfalls unter das Dach der Eintracht schlüpfen sollen, wäre der e. V. zuständig.

Dietrich hatte den Mitgliedern die Beweggründe für den Entschluss und das bisherige, in Details noch nicht ausgearbeitete Konzept vorgestellt. Durch die Zustimmung zu den erforderlichen Satzungsänderungen sieht der Vermarktungsfachmann “die Weichen für die nächsten Verhandlungs- und Abstimmungsprozesse mit Eintracht Frankfurt gestellt“. Nun könne er „die nächsten wichtigen und juristischen Schritte für die zum 1. Juli 2020 angedachte Fusion“ angehen. „Man hat Begeisterung und eine Aufbruchstimmung gespürt“, erzählte Dietrich. Bobic habe mit seinem Auftritt „eine Brücke geschlagen, um in Eintracht den Weg gemeinsam weiterzugehen“.

Mit dabei war auch das komplette FFC-Bundesligateam mit seinem Trainer Niko Arnautis. Der 39-Jährige begrüßte den Beschluss und ist zuversichtlich, dass im neuen Umfeld der Standort für den Frauenfußball gesichert und vergrößert werden kann. Zuletzt hatte der FFC aus Kostengründen vermehrt auf talentierte Nachwuchsspielerinnen und deren Entwicklungspotenzial gesetzt.

Bevor der Kader in der nächsten Saison womöglich wieder deutlich verstärkt werden könnte, muss man sich aber erst noch mit der bisherigen Formation durchschlagen. Die hat als letzte Aufgabe vor der Winterpause am heutigen Freitag (19.15 Uhr/Eurosport) den Tabellendritten Bayern München im Frankfurter Stadion am Brentanobad zu Gast. Eine Mannschaft, die auf dem Weg vorangegangen ist, den der FFC nun betreten hat.

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