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Abgang: Alexander Meier wird erst einmal nicht auf der großen Bühne stehen, sondern in der Reha schuften.
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Abgang: Alexander Meier wird erst einmal nicht auf der großen Bühne stehen, sondern in der Reha schuften.

Alex Meier

"Für mich ist das ein schwerer Schlag"

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt muss in den kommenden Wochen erneut auf Kapitän Alexander Meier verzichten, der in Basel am Sprunggelenk operiert wurde.

Eigentlich wollte Alexander Meier im Florida-Urlaub seinen Speicher auffüllen, das ziemlich entleerte Energie-Reservoir betanken. Hinter dem Kapitän von Eintracht Frankfurt liegt eine wenig erquickliche Zeit, ein völlig verhunztes halbes Jahr. Meier verlor seinen Platz in der ersten Elf, sein Status bröckelte, er war unzufrieden. Zu allem Überfluss zog sich der 34-Jährige noch eine hartnäckige Verletzung an der Ferse zu, die ihn sieben Wochen auf Eis legte. Erst im Saisonfinale kehrte der Publikumsliebling zurück, im DFB-Pokal-Endspiel in Berlin gegen Dortmund (1:2) saß er jedoch wieder nur auf der Bank. Das kennt er mittlerweile schon. Die gesamte Situation kostete ihn Kraft, schlauchte, es war eine mental strapaziöse Zeit. Alex Meier war urlaubsreif. Und da wurde alles noch schlimmer. Die Reise in sein Ferien-Domizil nach Miami entpuppte sich in diesem Jahr als Reinfall, das lag nicht nur am miesen Wetter. Denn dem Fußballgott passierte in Florida etwas doch ziemlich Irdisches: Beim Joggen trat er in ein Erdloch, knickte um, weshalb sich im Knöchel ein Stückchen vom Knochen löste.

Urlaub abgebrochen

Meier wusste schnell, dass da etwas nicht stimmte und brach seinen Urlaub ab. Um keine Zeit zu verlieren, flog er direkt nach Basel. In der dortigen Rennbahnklinik praktiziert Bernhard Segesser, eine Koryphäe auf seinem Gebiet und seit vielen Jahren der Vertrauensarzt Meiers. Segesser, 75, genießt in der Schweiz Heldenstatus, seit er das Knie des großen Skifahrers Pirmin Zurbriggen in Rekordzeit zusammenflickte. Segesser hat Meier bereits fünfmal operiert, am Knie und am Knöchel. Auch vor zehn Tagen hielt der Sportmediziner einen Eingriff am Sprunggelenk für unumgänglich. Meier und sein Berater Jürgen Milewski informierten am Tag der Operation schließlich Fredi Bobic. Das stieß dem Sportvorstand sauer auf. Man sei „irritiert“ darüber, dass die Sportliche Leitung und die medizinische Abteilung erst am gestrigen Donnerstag genaue Informationen zur Verletzung erhalten habe. „Der Spieler hat im Verletzungsfall eine klare Informationspflicht gegenüber seinem Arbeitgeber. Der ist Alex nicht nachgekommen. Bei passender Gelegenheit werden wir hierzu das Gespräch mit dem Spieler suchen. Erst mal wünschen wir Alex aber eine gute und schnelle Genesung.“

Erste Gehversuche

Von einer Geldstrafe sieht der Verein zunächst ab. Und doch lässt auch diese Episode darauf schließen, dass es im Binnenverhältnis zwischen Stürmer und Sportlicher Leitung knirscht. Die am 13. Juni durchgeführte OP verlief komplikationslos, der Spielführer befindet sich schon wieder in seiner Wohnung am Main, die Gehhilfen hat Meier bereits zur Seite legen können, täglich lässt er zwei Behandlungen über sich ergehen, einmal pro Tag schlägt er in der Reha bei seinem Freund Björn Reindl in Neu-Isenburg auf. Der Heilungsprozess verläuft planmäßig, er macht erste vorsichtige Versuche auf dem Laufband, Koordinationsübungen sowieso. Aber er wird erneut Geduld aufbringen müssen. Im besten Fall sechs, im schlechtesten Fall zehn Wochen wird er ausfallen. Eine niederschmetternde Aussicht. Meier selbst war schwer angeschlagen, als er die Diagnose hörte und von der Operation erfuhr. „Ich war total enttäuscht und geknickt. Das musste ich erst einmal verarbeiten“, sagte er der FR am Donnerstagvormittag. Er habe sich zurückgezogen. Der Schock saß tief, gerade, weil er ja erst unlängst eine langwierige Verletzung wegzustecken hatte. „Ich war in der letzten Saison schon so lange in der Reha. Jetzt steht mir das wieder bevor“, befand er. „Für mich ist das ein schwerer Schlag.“

Mindestens drei Monate Pause

Meier hatte sich viel vorgenommen für die neue Runde, wollte es noch mal wissen, beweisen, dass Trainer Niko Kovac zu Unrecht nicht auf ihn setzte. „Ich wollte voll durchziehen“, sagte er. Um seinen Platz im Sturm hätte er gekämpft, auch wenn der sieben Millionen Euro teure Neuzugang Sebastien Haller erst einmal gesetzt ist. Nun haben sich für Meier die Prioritäten verschoben, wieder einmal. „Ich werde probieren, so schnell wie möglich fit zu werden“, sagte der Kapitän. „Es ist zum Glück keine große Sache.“ Druck möchte er sich partout nicht machen, ein Zeitlimit gibt es nicht. So oder so scheint es so, dass der Eintracht das Verletzungspech, das sie letztlich in der gesamten Rückserie verfolgte, treu bleibt. Neben Meier wird nämlich auch der neue Leihspieler Carlos Salcedo in den kommenden Monaten fehlen. Der ohnehin unglücklich auftretende Verteidiger verletzte sich im Confed-Cup-Spiel seiner Mexikaner gegen Neuseeland schwer an der Schulter, zog sich eine Eckgelenkssprengung zu. Der 23-Jährige wird umgehend in seiner Heimat operiert und der Eintracht mindestens drei Monate fehlen. „Die Verletzung ist sehr bedauerlich und auch deswegen traurig, weil Carlos sich riesig auf seinen neuen Verein gefreut hat“, sagte Bobic. Salcedo, für den die Eintracht 500 000 Euro Leihgebühr an Deportivo Guadalajara bezahlt, war als Nachfolger für den zu Real Madrid abgewanderten Jesus Vallejo vorgesehen. Daraus wird erst mal nichts. Dennoch scheint es nicht wahrscheinlich, dass die Eintracht auf dieser Position nachlegt.

Daichi Kamada soll kommen

Neben dem gesetzten David Abraham stehen in Marco Russ und Andersson Ordonez zwar nur noch zwei gelernte Innenverteidiger zur Verfügung, die zuletzt keine Rolle spielten, doch Trainer Niko Kovac kann ja immer noch auf die Außenverteidiger Timothy Chandler und Bastian Oczipka bauen und sie in die Zentrale ziehen. Gerade Oczipka gibt einen guten Innenverteidiger, das könnte zukünftig seine Position werden. Dafür bessern die Frankfurter an anderer Stelle nach. So stehen die Hessen kurz vor der Verpflichtung des japanischen Spielmachers Daichi Kamada. Der Rechtsfuß, 20 Jahre alt, spielte zuletzt für den Erstligisten Sagan Tosu, absolvierte 15 Partien und schoss drei Tore. Er gilt als Talent, dribbelstark und mit der Gabe, den Pass in die Tiefe zu spielen. Er hat sein Hauptbetätigungsfeld in der zentralen Offensive, ist eigentlich ein klassischer Regisseur. Womöglich aber kann Kamada auch auf dem Flügel spielen, gerade links drückt der Schuh. Für den Japaner müsste die Eintracht nicht gerade wenig Geld überweisen, laut Medienberichten aus Nippon wären 1,6 Millionen Euro fällig.

Jovic-Verpflichtung ohne Risiko

Nur noch Formsache ist die Verpflichtung von Luka Jovic. Der Stürmer, der mal als Wunderkind Serbiens galt, wird für zwei Jahre von Benfica Lissabon ausgeliehen. In Portugal schaffte es der 19-Jährige kaum in die erste Mannschaft, war meistens in der zweiten Vertretung am Ball. Die temporäre Verpflichtung des Angreifers birgt für die Eintracht kaum Risiken, die Leihgebühr ist gering (100 000 Euro), zudem verdient Jovic nicht die Welt. Die Frage ist andererseits natürlich, ob einer aus der Reservemannschaft Benficas den Sprung in die Bundesliga schaffen wird.

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