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Für Eintracht gilt: Ausrutschen verboten

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Von: Daniel Schmitt

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Dürfte Tuta vertreten: Kristijan Jakic. Foto: Imago Images
Dürfte Tuta vertreten: Kristijan Jakic. Foto: Imago Images © IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Ein Sieg gegen den FC Schalke 04 ist Pflicht, schließlich warten danach auf Eintracht Frankfurt echte Kracher - erst der SC Freiburg, dann der FC Bayern.

Frankfurt - Am Samstag, wenn die Frankfurter Eintracht das abgeschlagene Tabellenschlusslicht erwartet, den mit mehr als einem Bein wieder in der zweiten Liga stehenden FC Schalke 04, oder einfach die bisher schlechteste Mannschaft der Bundesliga, sind drei Punkte für den Champions-League-Klub aus dem Herzen Europas zweifelsohne Pflicht. Das wird niemand im Kosmos des hessischen Vorzeigefußballvereins ernsthaft bestreiten, ein glasklares Ding. Oder? Klar, die Zielsetzung auf alle Fälle, mit der Umsetzung aber ist das ja manchmal so eine Sache.

Rückblick, 21. Januar 2022, exakt ein Jahr zuvor: Die Eintracht verliert daheim 0:2 gegen den damaligen Drittletzten Arminia Bielefeld, ein späterer Absteiger. Eine desaströse Leistung, ein maximal verkorkster Tag für die Frankfurter, auch ein mahnendes Beispiel. Zumal dieses Spiel gewiss nur eines von vielen ist, das als Warnung dienen kann, um gegen die Schalker wirklich volle Pulle zu geben, den Gegner zwar nicht stärker zu machen als er ist, ihn aber auch nicht zu unterschätzen und womöglich einen (entscheidenden) Schritt weniger zu gehen. Die Frankfurter Fußballer haben das verstanden, sagen sie jedenfalls.

„Wir brauchen eine hohe Konzentration, dürfen Schalke nicht unterschätzen. Sie hatten in der Pause genug Zeit, um sich neu zu sortieren“, erklärt etwa Defensivallrounder Kristijan Jakic und erhält Unterstützung von seinem Kapitän. „Die erste Woche wird richtig schwer. Das Auftaktspiel gegen Schalke, bei denen ein neuer Trainer an der Linie steht, ist nicht zu unterschätzen“, sagt Sebastian Rode und weist auf die sofort folgende Englische Woche hin. Am kommenden Mittwoch in Freiburg, den Samstag darauf in München, Spiele beim Tabellenzweiten und -ersten. Echte Kracher, die einen Ausrutscher gegen S04 gleich doppelt und dreifach bestrafen könnten und die Bedeutung des Spiels gegen die Schalker noch mal erhöhen. Ausrutschen verboten, ganz klar.

Eintracht Frankfurt: Jakic als Tuta-Ersatz?

„Freiburg hat eine starke Hinrunde gespielt und über Bayern brauchen wir gar nicht reden“, so Rode. Zwar habe sein Team eine gute Vorbereitung, ein astreines Trainingslager in Dubai absolviert, „aber die Testspiele kannst du so gut spielen wie du willst, Pflichtspiele sind etwas anderes.“

Am Dienstag im Training wirkten die Sinne der Eintracht-Profis und ihres Chefs Oliver Glasner geschärft. Mit Ausnahme der verletzten Tuta und Marcel Wenig sowie Jungprofi Mehdi Loune stand der gesamte Kader auf dem Feld. Genauer: auf zwei Feldern. Das Trainerteam nutzte mal eben die volle Länge der sich bietenden Möglichkeiten aus, splittete die Gruppe in drei Teile, verteilte die Spieler weiträumig und ließ sie passen, schießen sowie in Spielformen gegeneinander antreten. Da war viel Feuer drin, eine hohe Belastung allemal. Auch für Kristijan Jakic.

Ist der Eindruck richtig, und wollte Oliver Glasner nicht etwa die Kiebitze bewusst in die Irre führen, hat der kroatische WM-Fahrer, der in Katar nur eine Minute zum Einsatz kam, die Nase vorne als Tuta-Ersatz. Während etwa Almamy Touré im Dreierverbund mit Makoto Hasebe und Luca Pellegrini verteidigte, durfte Jakic in der rechten Innenabwehr neben Hrovje Smolcic und Evan Ndicka üben - der vermeintlichen 1A-Besetzung.

Die Position sei schon eine kleine Umstellung, sagt Jakic, der bisher lediglich in der Königsklasse gegen Marseille einmal den rechten Innenverteidiger gab, der Trainer aber erkläre ihm viel. Dann zuckte Jakic mit den Schultern, was wohl nur so viel bedeuten sollte wie: keine Sorge, das krieg‘ ich schon hin.

Eintracht Frankfurt trifft auf Schalke

Der 25-Jährige kennt sich aus mit rascher Adaption ans Unbekannte. Allein in dieser Saison spielte der eigentliche Sechser bereits als Libero, als rechter Schienenspieler, als rechter Verteidiger in einer Viererreihe und eben in der Dreierkette. „Meine Aufgabe ist es, egal auf welcher Position, das eigene Tor zu verteidigen.“ Hauptsache dicht.

Im Training wurden Jakic und Kollegen schließlich von geballter Offensivpower gefordert. Das Abwehrtrio trat an gegen ein Sturmquartett - bestehend aus Randal Kolo Muani, Jesper Lindström, Mario Götze und Daichi Kamada. Manch einer mag da unfaire Verhältnisse erkennen, andere - wie Jakic und Kollegen - verriegeln lieber den Kasten, kein Gegentor, Chapeau, Terodde und Co. können kommen.

Kristijan Jakic jedenfalls hat sich unabhängig vom Auftakt gegen die Gelsenkirchener eine Menge vorgenommen für den zweiten Saisonteil. Mindestens unter die ersten Fünf wolle er in der Liga kommen, und, selbst wenn es sehr unwahrscheinlich sei: „Es ist mein Traum, die Champions League zu gewinnen.“ Er ist ja noch jung. (Daniel Schmitt)

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