1. Startseite
  2. Eintracht

Für die Eintracht hätte es schlimmer kommen können

Erstellt:

Von: Frank Hellmann

Kommentare

Droht den Bayern gegen Neymars PSG erneut ein frühes Ende?
Droht den Bayern gegen Neymars PSG erneut ein frühes Ende? Foto: AFP © AFP

Schwere Lose, leichte Lose: In der Königsklasse gibt es ab Achtelfinale keine einfachen Aufgaben mehr. Ein Kommentar.

Böse Geister mögen am Montag zur Mittagszeit in Frankfurter Büros vielleicht an einen Generalstreik geglaubt haben. Selten hat eine Ziehung von 16 Losen dermaßen fasziniert, wie das obligatorisch am Uefa-Stammsitz im schweizerischen Nyon vorgenommene Prozedere zum diesjährigen Champions League-Achtelfinale. Die Liveticker liefen in der Rhein-Main-Region jedenfalls wegen der historischen Teilnahme von Eintracht Frankfurt heiß.

Und aus hessischer Sicht ist gewiss zu konstatieren: Es hätte schlimmer kommen können, als auf den SSC Neapel zu treffen. Nun hat auch der Europa-League-Sieger wahrlich kein leichtes Los bekommen, aber der Seitenblick auf die drei anderen deutschen Vertreter macht deutlich, welche Kaliber die Königsklasse in der K.o.-Runde bereithielt.

Die Bayern werden für ihre blütenweiße Weste in der Gruppenphase gleich mit Paris St. Germain bestraft. Schlimmer geht kaum, prominenter auch nicht. Kylian Mbappé, Lionel Messi, Neymar – einer der drei Weltstars schlägt vielleicht sogar als Weltmeister in München auf.

Es ist, ganz nebenbei, die Neuauflage des Champions-League-Finals von 2020, das ein Franzose entschied: Kingsley Coman, seitdem ein bisschen aus dem Tritt. Bayern-Trainer Julian Nagelsmann kommentierte das (bittere) Los (leicht) sarkastisch so: „Champions League halt, so isses.“ Oder (nüchtern) eingestuft vom Vorstandsboss Oliver Kahn: „Es ist mit der schwerste Gegner, den man da bekommen kann.“

Noch schwieriger wäre der FC Liverpool gewesen, weil deren Kollektiv besser funktioniert als die Pariser Startruppe – ungeachtet der Delle in der Premier League. Jürgen Klopp muss sich stattdessen mit dem Rekordsieger Real Madrid zu duellieren. Auch diese Konstellation ist nicht vergnügungssteuerpflichtig, aber sie gibt den „Reds“ immerhin die Gelegenheit, sich für ziemlich unglücklich verlorene Champions-League-Endspiel in diesem Jahr zu revanchieren.

Weil sich Bayern und PSG, Liverpool und Real so früh begegnen, steht die Tür ins Viertelfinale auch den Siegern der Begegnungen FC Brügge gegen Benfica Lissabon, Inter Mailand gegen FC Porto offen. Sorgt für ein bisschen mehr Vielfalt.

Gut möglich, dass an der Schwelle zu den letzten Acht RB Leipzig (gegen Manchester City) und Borussia Dortmund (gegen FC Chelsea) hängen bleiben. Ihre Gegner sind besser besetzt, die Kader zweier englischer Topklubs deutlich teurer – dazu ist deren Liga das härteste Stahlbad der Welt.

Ein Umstand ist nicht zu unterschätzen: Die Premier League setzt ihren Betrieb direkt mit dem Boxing Day am zweite Weihnachtstag unmittelbar nach der WM 2022 fort, die Bundesliga gönnt den Katar-Reisenden immerhin ein Päuschen bis 20. Januar. Es könnte ein Vorteil sein, wenn ab Mitte Februar die Spiele beginnen, die jeder Fußballfan genießt. Und Eintracht Frankfurt spielt mit. Hurra.

Auch interessant

Kommentare