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Früh in der Bredouille

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Von: Ingo Durstewitz

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Niko Kovac muss Antworten finden.
Niko Kovac muss Antworten finden. © Hasan Bratic (dpa)

Das Frankfurter Team hat sich verändert. Die Probleme aber sind die alten geblieben: Der Mannschaft fällt es schwer, ein Spiel zu gestalten. Ein Kommentar.

In der Jahrestabelle rangiert Eintracht Frankfurt nach 18 Partien der alten und vier Begegnungen der neuen Saison auf Rang 18, Schlusslicht also. Das ist ein fast schon gewohntes Bild, das Fußballjahr 2017 ist für die Hessen kein schönes, sieht man mal vom Pokal-Glanzlicht in Berlin ab. Die Eintracht hat die wenigsten Siege eingefahren (vier) und Tore geschossen (16), dafür die meisten Niederlagen kassiert (13). Zu Hause klemmt es gewaltig, nur zwei Siege stehen zu Buche: Heimfluch statt Heimmacht. 

Natürlich sind saisonübergreifende Vergleiche nicht ganz fair, weil sich die Mannschaften verändert haben, gerade das Frankfurter Ensemble hat ein anderes Gesicht bekommen, ist radikal verändert und neu zusammengestellt worden. Die Probleme aber sind die alten geblieben: Der Mannschaft fällt es schwer, ein Spiel zu gestalten, fußballerisch liegt vieles im Argen, es fehlt ein Plan, ein Leitmotiv, eine Philosophie. 

Die Eintracht hat sich mit den zwei Heimpleiten unter Zugzwang gesetzt, sich selbst sehr früh in die Bredouille gebracht. Denn Wolfsburg und Augsburg sind keine Schwergewichte in der Eliteklasse, es kommen Gegner anderen Kalibers. Da wird es schwerer, die Punkte zu behalten.  Es ist natürlich viel zu früh, grundsätzliche Zweifel zu äußern oder alles in Frage zu stellen. Aber die Verantwortlichen sollten die Antennen ausfahren, sensibilisiert sein, und sich nicht hinter vorgeblicher Abschlussschwäche verstecken.  Chancen waren – anders als in den ersten beiden Spielen – nicht im Überfluss vorhanden, die Leistung gegen Augsburg war einfach nur denkbar schwach. Es ist klar, dass die neue Mannschaft Zeit braucht, um zusammenzuwachsen und sich zu finden. Es wäre überraschend, wenn aus dem Stand all das klappen würde, was am Reißbrett entworfen wurde. Und doch birgt dieses Eintracht-Projekt mit vielen Spielern aus vielen Ländern, die die Bundesliga nicht oder nur rudimentär kennen, Risiken. Erfolg kann ein Entwicklungsbeschleuniger sein, Erfolg verleiht Stabilität oder auch Flügel. Doch dazu muss das Team funktionieren. Da beißt sich die Katze in den Schwanz, denn Zeit gesteht die Bundesliga nicht zu. 

Trainer Kovac ist gefordert, die Balance zu finden. Er muss auch „alten“ Spielern wie Stendera, Russ, Barkok, Hrgota einbauen, ihnen das Gefühl geben, wichtig und ein Teil des Teams zu sein – denn die Neuen, die bisher fast immer spielten, konnten bisher nicht den Beweis antreten, besser zu sein. 

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