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Zwei junge Wilde im Eintracht-Dress: Fabio Blanco (links) und Jesper Lindström.
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Zwei junge Wilde im Eintracht-Dress: Fabio Blanco (links) und Jesper Lindström.

Eintracht Frankfurt plant neue Saison

Glasner soll noch weitere Eintracht-Verstärkungen bekommen

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt-Trainer Oliver Glasner lässt seiner Mannschaft im Angriff alle Freiheiten - und will umgekehrt maximale Disziplin in der Defensivarbeit sehen.

Frankfurt – Ab und an wird Oliver Glasner das närrische Treiben zu bunt, da muss er die ungezügelte Lust der wilden Frankfurter Horde ein wenig zügeln. „Manchmal“, hebt der Eintracht-Trainer also an, „sind wir zu verspielt, da versuchen wir es noch mit vier Doppelpässen im Strafraum.“ Das muss dann vielleicht doch nicht sein.

Grundsätzlich ist der Coach von Eintracht Frankfurt ein Freund von einem gepflegten Fußball, von scharfen Kombinationen gepaart mit Rasanz und Zielstrebigkeit. Den Spielern sind keine Grenzen gesetzt, sie sollen ihren Spieltrieb ruhig ausleben. Das machen sie ausgiebig, wie der gar nicht mehr so Rastelli-mäßig spielende Aymen Barkok breit grinsend erzählt: „Wir haben viele Zocker, die mit dem Ball gut umgehen können. Jeder hat Bock drauf.“

Eintracht Frankfurt: Offensivspieler sollen Kreativität einsetzen

Glasner ermuntert seine Mannen dazu, mutig, frech und inspirierend zu sein. „Es heißt ja Fußball spielen“, sagt er. „Das ist doch das Schönste.“ Zwar gebe es Leitplanken und Vorgaben, im Training etwa wird streng darauf geachtet, dass sich die Spieler mit zwei, drei, maximal vier Pässen aus einer Zone lösen und in eine andere reinspielen sollen.

Im Testspiel gegen den drei Klassen tiefer angesiedelten FC Gießen klappte das sehr gut, bis auf die zehn Minuten nach der Halbzeit, in denen sich die Mannschaft im zentralen Mittelfeld in zu viel Klein-Klein verhedderte. Das passte dem Trainer gar nicht. „Bei Ballverlusten ist man dann hinten anfällig.“

Lautstarkes Training bei Eintracht Frankfurt unter Oliver Glasner

Seinen Offensivspielern lässt er ansonsten freie Hand, gerade im Angriffsdrittel sollen sie ihrem Instinkt folgen und sich nicht in Schablonen pressen lassen. „Da können sie machen, was sie wollen. Es ist ganz, ganz wichtig, dass sie ihre Kreativität einsetzen“, findet der 46-Jährige. „Diese Freiheit haben sie.“

Freilich sollte sich auch kein Spieler zu schade sein, bei Ballverlust nachzusetzen und alles dafür zu tun, die Kugel schnellstmöglich zurückzugewinnen. Diese Umschaltmomente in die andere Richtung sind für die Offensiven undankbar, gehören aber einfach dazu, die fordert der Österreicher, zur Not lautstark, immer wieder ein, im Training, genauso wie in den Testspielen.

53 Gegentore soll es unter Oliver Glasner bei Eintracht Frankfurt nicht geben

Während den bisherigen drei Testspielen erinnerte der Trainer seine Spieler stets vernehmlich an die „Restverteidigung“, eine gewisse Absicherung soll immer gegeben sein. Denn fest steht, dafür ist Glasner angetreten und dafür steht er: Die Flut an Gegentoren soll eingedämmt werden. Bei 53 kassierten Treffern wie in der Vorsaison wäre der Österreicher nicht glücklich, bei seinen Wolfsburgern schlug es nur 37-mal ein, lediglich im Leipziger Kasten klingelte es seltener (32).

Auffällig ist, dass das Eintracht-Ensemble zum jetzigen Zeitpunkt fast ausschließlich mit Spielern bestückt ist, die mit dem Ball nicht auf Kriegsfuß stehen. Der Trainer legt zudem sehr viel Wert auf Tempo und Variabilität, auf den Flügeln, aber auch im Angriff. Auf links ist Powermann Filip Kostic natürlich unverzichtbar, auf der anderen Seite versuchte es Glasner gegen Gießen mit dem jungen Fabio Blanco. Der 17-Jährige ist für sein Alter schon weit, auch körperlich, ihm ist zuzutrauen, sich in der Bundesliga durchzusetzen – vielleicht nicht sofort, aber auf Sicht. Gestern trainierte er zur Belastungssteuerung ebenso wie Daichi Kamada am Vormittag nicht mit dem Team.

Eintracht Frankfurt: Neue Lösung für Torgefahr gesucht

Interessant: Die Dreieroffensivreihe besetzte der Fußballlehrer zuletzt mit drei rochierenden Akteuren, Barkok, Jesper Lindström und Kamada, ohne echten zentralen Stoßstürmer. Die Übergänge sind fließend, mal stößt der eine nach vorne in die Spitze, dann ein anderer oder gleich zwei auf einmal. Da ist eine Menge Flexibilität im Spiel, die auch am Samstag im Test gegen Racing Straßburg gewünscht ist. „Die drei decken bis auf eine Körpergröße von 1,90 Meter relativ viel ab“, analysiert der Trainer. „Wir haben Speed.“ Gerade Kamada mit seiner Spielintelligenz, seinem Esprit und seinen schleichenden Bewegungen hinein in die richtigen Räume hat es dem Trainer angetan. Auch auf Barkok hält er große Stücke, hofft darauf, dass er das vorhandene Potenzial nicht nur kurzzeitig rauskitzeln, sondern dauerhaft heben kann.

Gerade im Angriffsspiel müsse seine Mannschaft zurzeit auf verschiedenen Wegen unterwegs sein, nach Nischen suchen, in Zwischenräume stoßen, denn die gesamte Statik hat sich durch den Abgang ihres 28-Tore-Stürmers verändert. „Nachdem uns André Silva verlassen hat, müssen wir andere Lösungen finden, um torgefährlich zu werden.“ Das gilt zumindest so lange, wie die Besetzung im Angriff so ist, wie sie ist. „Wir haben jetzt – Stand heute – andere Spielertypen“, sagt Glasner. Das wird sich aber noch ändern.

Eintracht Frankfurt: Borré bald im Training

Nach seinem kurzen Sonderurlaub ist der quirlige, schnelle Neuzugang Rafael Santos Borré bereits in Frankfurt und wird zeitnah ins Training einsteigen. Von ihm erhoffen sich die Verantwortlichen mehr Tiefgang und Unberechenbarkeit. Und relativ klar scheint, dass die Eintracht einen klassischen Mittelstürmer holen wird. „Wir werden Spieler brauchen, die Kostics Flanken verwerten können, weil seine Flankenqualität außergewöhnlich gut ist“, sagt Glasner. Um Goncalo Paciencia, den einzigen Mittelstürmer mit diesen Fähigkeiten, wird es sich da eher nicht handeln, der Portugiese spielt nicht die erste und auch nicht die zweite Geige. Sportvorstand Markus Krösche bringt Borré ins Spiel, der trotz seiner 1,74 Meter relativ viele Kopfballtore gemacht hat.

Wahrscheinlich ist eine externe Lösung, bei ein, zwei Kandidaten ist die Spur recht heiß, bei Randal Kolo Muani ist sie aufgrund der Ablöseforderung des FC Nantes hingegen erkaltet – zumindest in diesem Sommer. In einem Jahr, wenn der Angreifer ablösefrei ist, könnte das ganz anders aussehen. (Ingo Durstewitz)

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