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Kevin Trapp war der letzte Spieler, den Eintracht Frankfurt gewinnbringend verkaufen konnte.
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Kevin Trapp war der letzte Spieler, den Eintracht Frankfurt gewinnbringend verkaufen konnte.

Eintracht Frankfurt

Freiburger Vorbild

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt hatte es sich zum Ziel gesetzt, Spieler in Wert zu setzen. Das hat erst mal nicht so gut geklappt. Ein Kommentar.

In der Nachspielzeit dieser Saison hat der Sportclub Freiburg ein paar Trips durch Europa gewonnen. Als Aufsteiger. Das ist eine Leistung, die Respekt verdient. Möglich wurde der späte Coup aber nur, weil Borussia Dortmund so frei war, Eintracht Frankfurt im Finale des DFB-Pokals zu bezwingen, und Eintracht Frankfurt vorher so frei war, das zum Greifen nahe gewesene Europapokalticket auf sträfliche Weise zu verspielen und nicht mal auf Platz sieben einzulaufen. Für den SC Freiburg bedeuten die Auftritte auf internationalem Parkett eine zusätzliche Belastung, klar, aber auch die Chance, eine Menge Geld einzunehmen. Dabei haben sie doch sowieso schon genug Zaster, da unten im Schwarzwald, der letztjährige Aufsteiger tanzt in einem wahren Euroregen.

Eintracht will schneller sein

Die Breisgauer verlieren, wie so oft, zwar wieder einige ihrer Leistungsträger, aber sie lassen sich die Abgänge vergolden. Für Vincenzo Grifo blättert Borussia Mönchengladbach sieben Millionen Euro hin, und Borussia Dortmund soll bereit sein, satte 20 Millionen Euro für Maximilian Philipp zu berappen. Sapperlot. Damit können die Freiburger auf ausgiebige Shoppingtour gehen. Durch die Finanzspritzen hat der SC einen Klub wie etwa Eintracht Frankfurt binnen eines Jahres eingeholt, wenn nicht gar überholt. Mit einer klugen und nachhaltig ausgeklügelten Personalpolitik ist das drin, da sieht ein arrivierter Bundesligist wie der vom Main schon mal alt aus. Die Eintracht hatte es sich zum Ziel gesetzt, Spieler in Wert zu setzen. Der Klub sei auch ein Ausbildungsverein, sagte Sportvorstand Fredi Bobic vor Jahresfrist. Heißt: Spieler sehen, entwickeln, ins Schaufenster stellen, teuer verkaufen. Das hat erst mal nicht so gut geklappt. Geht aber nicht von heute auf morgen, da sind viel Geduld, Strategie, Sichtung und Sachverstand gefragt. Die Eintracht hat nun ihr Scouting noch mal ausgebaut und intensiviert. Gut so. Diese Entwicklung ist in der Vergangenheit verschlafen worden. Außer Torwart Kevin Trapp (für knapp zehn Millionen Euro nach Paris) konnte kein Spieler wirklich gewinnbringend veräußert werden. Zudem, und auch das ist kein gutes Zeugnis: Einige Bundesligaspieler, wie eben Grifo oder auch Mathew Leckie, spielten direkt vor der Haustür beim FSV, andere wie André Hahn in Offenbach. Kuriosum: Jetzt buhlt die Eintracht um den Gladbacher Hahn und soll fünf, sechs Millionen Euro zahlen. Damals war der Rechtsaußen ein Schnäppchen.  In der vergangenen Spielzeit mussten die Hessen auf Leihspieler setzen, das war der finanziellen Not geschuldet. Dieses Modell hilft vielleicht mal über eine Saison hinweg, doch als seriöse und clevere Geschäftspraktik ist es untauglich, weil man ja keine Werte schafft und nur Flickschusterei betreibt. Und die Krux an der Zeitarbeit: Sind Leihspieler gut, können sie in der Regel nicht gehalten werden. Sind sie nicht so gut, müssen sie nicht gehalten werden, hatten aber nur einen begrenzten oder gar keinen Mehrwert fürs Team. Nun will die Eintracht schneller, besser und innovativer sein, „Perlen finden“ (Aufsichtsratsboss Wolfgang Steubing), bevor sie funkeln und für alle sichtbar sind. Und sie hat umgedacht, so viele Leihspieler soll es nicht mehr geben. Die bisherigen drei Neuzugänge sind alle fest verpflichtet und, zumindest die jüngeren Sebastien Haller und Danny da Costa, mit langfristigen Verträgen ausgestattet. Nur so lässt sich bei einem Weiterverkauf ein guter Preis erzielen. Das ist klug. Beinhaltet aber ein Risiko. Denn um irgendwann Rendite zu bekommen, müssen die Spieler gut genug sein. Auch hier gibt es Nachholbedarf: Taleb Tawatha, Max Besuschkow, Andersson Ordonez oder Yanni Regäsel sind alle langfristig gebunden, bringen aber nicht das nötige Rüstzeug mit, blockieren wichtige Kaderplätze und – Geld. Perlen sehen anders aus, Perlen sind ein bisschen wertvoller.

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