+
Zufrieden trotz Kritik: Fredi Bobic.

Fredi Bobic bei der SpoBis

Bobic weist Kritik zurück

Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic versteht noch immer die Aufregung um den Wechsel von Niko Kovac nicht.

Fredi Bobic erfreut sich an einer „tollen Saison“ in der Bundesliga. „Wir haben an der Spitze einen Kampf, wir haben einen Kampf um die internationalen Plätze und einen gegen den Abstieg“, sagte der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt am Donnerstag beim Branchenkongress SpoBis in Düsseldorf. Für Bobic ist die Fußball-Bundesliga spannender als die englische Premier League: „ManCity und Liverpool sind oben – ich sehe das nicht als spannend an. Die Schere geht dort auch weiter auseinander.“

Der Schalker Sportvorstand Christian Heidel pflichtete ihm bei: „Wir klagen immer zu viel. Die Bundesliga funktioniert. Der Unterschied zu anderen großen Ligen ist, dass sie gesund ist. Deshalb ist sie absolut wettbewerbsfähig.“

Bobic sieht die Fußball-Bundesliga bei der Nachwuchsausbildung im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt. „Wir müssen uns nicht kleiner machen. Wir bilden sehr gut aus. Wir verlieren auch den einen oder anderen, aber das ist normal“, sagte der ehemalige Nationalspieler. Die Bundesliga sei gesund und es werde seriös gearbeitet.

Er sieht große Schwierigkeiten auf die Clubs der Premier League zukommen. „Die Engländer kaufen den Nachwuchsmarkt leer“, sagte Bobic. Dies werde zum Problem, weil die jungen Spieler keine Einsatzmöglichkeiten hätten und dann zu anderen Clubs gehen. „Wir sollten nicht immer auf das Internationale schauen“, warb Bobic für die Bundesliga. „Am Ende wollen wir ein gutes Produkt haben, und das ist unsere Liga.“

Kein Verständnis für Kritik

Über die Kritik an seinem Verhandlungsgeschick im Fall des früheren Frankfurter Trainers Niko Kovac zeigte sich Bobic verwundert. „Das Lustige ist, mir wurde vorgehalten, warum kannst du dem Niko Kovac eine Ausstiegsklausel geben für drei, vier Clubs und warum ist die so niedrig“, sagte Bobic. Kovac war nach der Vorsaison für eine Ablöse von 2,2 Millionen Euro zum FC Bayern gewechselt, nachdem er den hessischen Fußball-Bundesligisten zum Pokalsieg und in die Europa League geführt hatte.

„Ob du eine Million mehr oder weniger kriegst, ist doch Jacke wie Hose. Du wirst doch nicht versuchen, einen Trainer gegen seinen Willen zu halten“, erklärte Bobic seine Haltung. Rund um die Bekanntgabe des Kovac-Transfers hatte es Verärgerung gegeben, weil der Coach kurz zuvor einen Abschied noch ausgeschlossen hatte. „Auch die Trainer haben noch ein Streben“, sagte Bobic.

Tuta-Deal fast fix

Unterdessen ist Eintracht Frankfurt bei der Verpflichtung des brasilianischen Abwehrspielers Lucas Melo auf der Zielgeraden. Der 19-Jährige mit dem Künstlernamen Tuta hat beim Fußball-Bundesligisten nach Medienberichten bereits einen Medizincheck absolviert. Die Ablösesumme soll etwa 1,5 Millionen Euro betragen. Tuta spielte bisher für die U20 des FC São Paulo, hat aber noch kein Profispiel für den Erstligisten bestritten.

„Es gibt noch keinen neuen Stand. Ich bin erst glücklich und zufrieden, wenn alles unterschrieben ist“, sagte Fredi Bobic auf der Spobis. Mit dem Neuzugang plant die Eintracht auch den Abgang des Mexikaners Carlos Salcedo kompensieren. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare