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Verpatzte sein Debüt in Frankfurt: Torwart Frederik Rönnow.

Eintracht Frankfurt im Supercup

Frederik Rönnow, vorbei geflogen

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    Ingo Durstewitz
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Der neue Frankfurter Torwart Frederik Rönnow verpatzt sein Eintracht-Debüt im Supercup. Lukas Hradecky gibt ihm Rückdeckung.

Natürlich war der sehr unglückliche Auftritt des neuen Frankfurter Torwarts Frederik Rönnow beim 0:5 im Supercup gegen den FC Bayern München auch am Tag danach Gesprächsthema unter den professionellen Beobachtern, die sich am Montagvormittag das Auslaufen der geschlagenen Profis nicht hatten entgehen lassen. Die Meinung war einhellig: Der auch schon 26 Jahre alte Schlussmann aus Dänemark wird sich gewaltig steigern müssen, um ein solcher Rückhalt dieser Frankfurter Mannschaft zu werden wie das in den vergangenen drei Jahren sein Vorgänger gewesen war, Lukas Hradecky.

Und kaum hatte man den Namen ausgesprochen, da kam der dünne Finne lachend um die Ecke. Hradecky war am Tag zuvor Zeuge des Debakels gewesen, er hatte die Partie in einem der VIP-Räume verfolgt, zum ersten Mal überhaupt, und weil er noch ein paar Termine in Frankfurt und bei der Eintracht wahrzunehmen hatte, guckte der frühere Schlussmann am Montagmorgen auf der Geschäftsstelle vorbei.

Lukas Hradecky: Frederik Rönnow war aufgeregt

Was lag da näher, als den Publikumsliebling um seine Meinung zu seinem Nachfolger zu bitten. Hradecky, der seiner Eintracht im Vorfeld noch gute Chancen auf den Gewinn des Supercups gegeben hatte, bat um Verständnis. Es sei das erste Spiel für Rönnow gewesen, noch dazu gegen die Bayern, er sei aufgeregt gewesen. Er, Hradecky, sei sich aber sicher, dass Rönnow der Eintracht noch gute Dienste erweisen werde. „Der ist gut, glaubt mir. Er braucht nur noch ein wenig Zeit.“ 

Ähnlich hatte unmittelbar nach dem Spiel auch Trainer Adi Hütter geklungen, der seinen Schlussmann in Schutz genommen hatte. Rönnow, immerhin dänischer Nationaltorwart (hinter Kasper Schmeichel) und bei der WM in Russland dabei, sei „ein Torwart mit Talent“. Dieses Lob freilich klingt vergiftet bei einem Profi von 26 Jahren und mehr als 200 Pflichtspielen in der ersten dänischen Liga. Dann fügte der Österreicher freilich noch an, Rönnow sei ein Torwart, „auf den wir uns verlassen können und dem wir vertrauen.“

Tatsächlich war der Däne, der in seiner Freizeit bisweilen Klavier spielt, ins eiskalte Wasser geworfen worden. Und untergegangen. Wegen einer Knieverletzung, einer Reizung, hatte er erst in der vergangenen Woche ernsthaft ins Mannschaftstraining eingreifen können. Ohnehin war er wegen seiner WM-Teilnahme verspätet zu seinem neuen Klub gestoßen. Die Partie gegen die Bayern war sein allererster Einsatz für die Hessen. Dass er noch nicht so weit ist, war offensichtlich.

Ihm gelang, wie den meisten im Team, nicht viel. Nur bei einem Torwart führen Fehler nahezu zwangsläufig zu Gegentoren. Beim 0:2 unterlief er einen Eckball, vor dem 0:4 lenkte er eine Hereingabe direkt zum Torschützen Kingsley Coman. Insgesamt fehlte ihm die Körperspannung, Sprungkraft und Reaktionsschnelligkeit ließen zu wünschen übrig, sein Spielaufbau war mangelhaft, ihm fehlte vor allem die Präsenz. Hradecky aber wischte derlei Bedenken zur Seite. Frederik sei „ein guter Junge“. Ein Torwartproblem kann sich die Eintracht nun wahrlich nicht leisten. Zumal es ja auch bei dem als Nummer zwei geholten Felix Wiedwald Vorbehalte gibt. Muss die Eintracht womöglich auf der sensiblen Position unter der Latte nachjustieren? Der Name Kevin Trapp geistert immer wieder mal durch Frankfurt. 

Lukas Hradecky selbst hat einen Großteil der Vorbereitung bei seinem neuen Klub Bayer Leverkusen verpasst. Der Finne fiel wegen einer Kieferoperation viele Wochen aus. Für das Pokalspiel am Wochenende muss er passen, zum Saisonstart bei Borussia Mönchengladbach will er wieder zwischen den Pfosten stehen.

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