Frederik Rönnow steht im Derby gegen den BVB im Fokus und unter Beschuss.
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Frederik Rönnow steht im Derby gegen den BVB im Fokus und unter Beschuss.

Schalke 04

Anker mit Handschuhen

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Vom Bankdrücker zum Hoffnungsträger: Der neue Schalker Torwart Frederik Rönnow muss im Revierderby gegen Borussia Dortmund liefern.

Es geht ja alles so schnell in diesem Fußballzirkus, heute Depp, morgen Held, und genau deswegen hat Frederik Rönnow die Ersatzbank in Frankfurt mit der Schießbude auf Schalke getauscht. Bei der Eintracht war der 28 Jahre alte dänische Nationaltorhüter eingefroren auf der Nummer zwei, an Kevin Trapp, dem deutschen Nationaltorhüter, führte kein Weg vorbei. Rönnow kam in zwei Jahren in Frankfurt auf elf Bundesligaspiele, „mit meinen Einsatzzeiten habe ich gehadert“. Nur weg aus dem langen Schatten, er flüchtete aufs Berger Feld.

135 Minuten später und kurz vor dem wichtigsten Spiel im Revier, dem Derby gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr), titelt der Boulevard: „Rönnow muss zum Derbyhelden werden“. Vom Reservisten zum Hoffnungsträger nach eineinhalb Spielen - so schnell kann es gehen. Und in diesen eineinhalb Spielen gegen RB Leipzig und Union Berlin hat Rönnow gezeigt, dass er ein Anker werden kann für komplett verunsicherte Knappen, er hielt alles, was zu halten war, kassierte pro Spiel nur je ein Tor. Der „Kicker“ stellte ihn gleich in die „Elf des Tages“.

In Frankfurt sei er, obwohl er kaum gespielt habe, „jetzt ein viel besserer Torhüter als vor zwei Jahren“, sagte er in „Bild“. Er wisse mittlerweile mit solch kniffligen Situationen umzugehen. Zu verlieren hat der sehr reflektierte Schlussmann nichts, er ist ohnehin nur für diese Saison ausgeliehen.

Dass Borussia Dortmund nach der wenig erbaulichen Vorstellung in der Champions League gegen Lazio Rom (1:3) im Derby gewillt ist, diese Scharte auszuwetzen, macht die Arbeit des Ballfängers sicher nicht leichter. „Wir wollen eine Reaktion sehen“, hat Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc seine Eleven bereits eingenordet. Und über besonders viel Selbstvertrauen verfügt Schalke, trotz des Remis gegen Union Berlin, nicht angesichts von saisonübergreifend 20 Partien ohne Sieg. „Es hilft uns nicht, ständig auf diese Zahl zu verweisen und in die Vergangenheit zu schauen“, findet der Rönnow. „Es geht vielmehr darum, möglichst schnell wieder erfolgreich zu sein. Natürlich ist Dortmund ein schwieriger Gegner und wir sind der Außenseiter.“

Nach dem Union-Spiel hatten sich die Schalker von den eigenen Leuten einiges anhören müssen: „Wenn ihr euch nicht mindestens so präsentiert wie heute, dann sehen wir uns wieder. Dann wird es aber nicht so friedlich.“ Für das Anliegen der Ultras habe er Verständnis, sagte der Däne. Dies zumindest sollte er sich noch einmal überlegen.

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