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Schon wieder am Ball, sogar gegen den FSV: Nelson Valdez.

Eintracht Frankfurt

Frankfurter Geheimniskrämerei

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Die Eintracht spielt höchst klandestin gegen den FSV Frankfurt und verliert mit 1:2. Immerhin ist Nelson Valdez wieder am Ball.

Der Frankfurter Trainer Thomas Schaaf hat am Dienstagmorgen ein großes Geheimnis daraus gemacht, dass am Nachmittag die zweite Garnitur von Eintracht Frankfurt in aller Freundschaft und unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Testspiel gegen den zweitklassigen Nachbarn FSV Frankfurt bestritten hat. Warum er derart in Geheimniskrämerei machte, blieb den meisten Beteiligten unverständlich. Selbst das Ergebnis des Spiels sollte nicht kommuniziert werden, auch die Bornheimer wurden zum Stillschweigen verdammt. Vermutlich herrscht ziemlich dicke Luft bei der Eintracht, die Art und Weise der 1:3-Schlappe gegen Mainz hat tiefe Wunden gerissen, die Nerven scheinen angespannt. Thomas Schaaf wollte am Morgen nach dem Training nicht einmal den Namen des Gegners nennen. „Wir machen ein internes Spiel gegen einen anderen Gegner“, sagte er kryptisch.

Nun denn: Die zweite Garnitur der Eintracht unterlag der zweiten Garnitur des FSV mit 1:2 (0:0), Edmond Kapllani hatte den FSV per Foulelfmeter in Führung gebracht, Sonny Kittel, der im Sturm spielte, hatte ausgeglichen. Und es war erneut der Albaner Kapllani, der einen Fehler des dritten Torwarts Yannick Zummack zum 2:1 nutzte. Die Eintracht spielte in dieser Formation: Zummack; Kinsombi, Hasebe, Anderson, Stühmeier; Gerezgiher, Medojevic, Flum, Inui; Kittel und Valdez (46. Bunjaki).

Valdez wieder dabei

Erstaunlicherweise mischte auch Rekonvaleszent Nelson Valdez mit. Am 30. August des vergangenen Jahres zog sich der Paraguayer am zweiten Spieltag gegen den VfL Wolfsburg einen Riss des Kreuzbandes zu. Nach knapp fünf Monaten kehrte der Angreifer auf den Rasen zurück, eine Halbzeit hielt er im Spiel auf der Kleinen Kampfbahn hinter dem Stadion prima mit. Entsprechend groß war seine Freude, wieder richtig mittun zu dürfen. „Nach 170 Tagen spiele ich heute wieder. Gott beschütze mich und meine Mannschaft“, teilte der 31-Jährige zur Mittagszeit auf Instagram mit.

 Ist er auch schon so weit, um eine ernsthafte Option für die Partie gegen den HSV zu sein? In der vergangenen Woche durfte er im Zweikampf noch nicht einmal angegangen werden. Zwar „sieht es gut aus“ beim Paraguayer, sagte Schaaf, aber „die Woche wird er sich noch gedulden müssen. Wir müssen sehen, wie er die Woche verkraftet.“ Vielleicht schafft er es aber schon in den Kader.

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Das Testspiel gegen die Mannschaft von Schaafs altem Weggefährten Benno Möhlmann macht ja durchaus Sinn. Schaaf will einigen Profis Spielpraxis geben, die unter ihm ja praktisch nie zum Einsatz kommen, Johannes Flum zum Beispiel oder Slobodan Medojevic. Womöglich plant er ja für das kommende Wochenende im Spiel gegen den Hamburger SV personelle Änderungen – auch über die Positionen hinaus, die ohnehin neu besetzt werden müsse. Sicher ist nur, dass Makoto Hasebe ins defensive Mittelfeld zurückkehrt und für die so dringend erforderliche, leider kaum gesehene Stabilität sorgen soll. Marco Russ würde zurück in die Innenverteidigung rücken, wo Alexander Madlung und Bamba Anderson um den einen freien Platz im zentralen Deckungsverband rangeln. Im Fall Zambrano sieht Schaaf keine Veranlassung, weiter aktiv zu werden. „Carlos hat eine Situation erlebt, die so nicht sein darf.“ Derzeit gibt es Gerüchte, wonach der Peruaner am trainingsfreien Montag in Italien zu Verhandlungen mit dem AC Mailand geweilt haben soll.

Von Piazons Fähigkeiten überzeugt

Zu allererst muss sich der Fußball-Lehrer über die Besetzung im Sturm klar werden: Haris Seferovic (Gelbsperre) fällt aus. Schaaf sagt, man habe „genügend Möglichkeiten für vorne“. Ein gelernter Angreifer ist allerdings nicht darunter. Im Winter hat Schaaf im Testspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden Sonny Kittel im Sturm getestet, den direkten Weg zum Tor hat der junge Mann auch nicht gefunden. Stefan Aigner wäre ein Kandidat (dann spielten Inui und Lucas Piazon auf den Flügeln), aber dann würde der Coach den Spieler, der als einer der ganz wenigen seit Wochen in guter Form ist (und etwa sechs Tore in den letzten acht Spielen erzielt hat), in eine ungewohnte Position pressen.

Derweil brach Schaaf erneut eine Lanze für den in Mainz mal wieder schwächelnden Lucas Piazon, der am Montag übrigens eine ordentliche Figur bei seinem ersten Auftritt im HR-Heimspiel gab. Man mache bei Piazon stets „einen Denkfehler“, ihn in einem Atemzug mit Chelsea zu nennen. Und man müsse immer bedenken, dass er mit 21 Jahren immer noch „ein ganz junger Bursche“ sei. Thomas Schaaf: „Wir sind von seinen Fähigkeiten total überzeugt.“

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