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Frankfurts Pirmin Schwegler gegen zwei Hamburger: David Jarolim (links) und Joris Mathijsen (rechts).
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Frankfurts Pirmin Schwegler gegen zwei Hamburger: David Jarolim (links) und Joris Mathijsen (rechts).

Eintracht Kolumne

Frankfurter Fehlstart

Schlechter kann man nicht in eine neue Saison starten. Auch das zweite Spiel gegen den Hamburger SV hat Eintracht Frankfurt mit 1:3 (1:0) verloren. Ein klassischer Fehlstart? „Das kann man so sagen“, bekannte Klubchef Bruchhagen.

Von Thomas Kilchenstein und Ingo Durstewitz

Schlechter kann man nicht in eine neue Saison starten. Auch das zweite Spiel gegen den Hamburger SV hat Eintracht Frankfurt mit 1:3 (1:0) verloren. Ein klassischer Fehlstart? „Das kann man so sagen“, bekannte Klubchef Bruchhagen.

Alexander Meier, ausgerechnet Alexander Meier, der Hamburger Jong, hatte es auf dem Fuß. Er hätte Sekunden vor dem Pausenpfiff die Entscheidung in diesem Spiel herbeiführen können, eigentlich müssen. Mutterseelenallein strebte er da – nach einem dramatischen Fehltritt des niederländischen Verteidigers Joris Mathijsen - aufs Hamburger Tor zu.

Meier lief und lief, er schaute auf, doch im entscheidenden Moment gab er dem Ball mit seinem rechten Fuß einen leichten Schubs, er holte mit links aus und traf die Kugel nicht richtig – sie flog weit am Tor vorbei. Es wäre das 2:0 gewesen, und - darüber gab es keine zwei Meinungen – die Partie wäre gelaufen gewesen. „Das war ein ziemlicher Matchball“, sagte Trainer Michael Skibbe. Doch Meier vergab, und die Eintracht schlidderte in die Niederlage.

Auch da war Alexander Meier nicht unschuldig. „Ich penne bei zwei Standardsituationen. Da stehe ich falsch“, räumte der Lange angenehm selbstkritisch. „Die beiden Standardsituationen haben uns das Genick gebrochen“, sagte Skibbe, „dadurch sind wir geknackt worden.“ In der 61. und 81. Minute nutzten erst Mathijsen, dann Ruud van Nistelrooy Frankfurter Unachtsamkeiten jeweils nach zwei Ecken von Zé Roberto.

Die erste Ecke köpfte Mathijsen direkt ins Tor, ohne von Meier gestört zu werden, beim 1:2 verlängerte Paolo Guerrero den Eckball, der Ball tischte im Fünfmeterraum auf und van Nistelrooy ging geistesgegenwärtig in die Knie und köpfte ein. „Da müssen wir aggressiver verteidigen“, deckelte Skibbe seine Hintermannschaft.

Das 3:1 durch Guerrero nach einem bösen Stellungsfehler von Benjamin Köhler, der den Vorzug vor Neuzugang Georgios Tzavellas erhielt und wieder linker Verteidiger spielen mussten, war nur der Tiefpunkt eines unerfreulichen Nachmittags, der stimmungsvoll begann und auch nach dem 1:0 durch einen von Halil Altintop abgefälschten Schuss von Patrick Ochs verheißungsvoll weiterging. Aber eben nur eine Stunde. Spätestens da war es vorbei mit der Frankfurter Herrlichkeit.

Die Aufbruchstimmung ist perdu

Die Eintracht ist schon am zweiten Spieltag der Bundesliga auf dem Boden der Tatsachen angekommen, die Welle der Begeisterung nach der fast schon perfekten Vorbereitung ist nach genau 180 Minuten abgeebt, die schöne Aufbruchstimmung ist perdu. Eine gewisse Ohnmacht hat die Eintracht erfasst, Vorstandsboss Heribert Bruchhagen wirkte am frühen Abend schwer angeschlagen. Auch wenn er tapfer sagte: „Es ist nicht schön, wenn man zwei Spiele zu Beginn verliert, aber das Vertrauen in die Mannschaft ist nach wie vor vorhanden.“

Die Mannschaft steht nun schon ein wenig unter Druck, „gegen Gladbach müssen die ersten Punkte her – ohne wenn und aber“, befand Kapitän Patrick Ochs. Das kann man so sehen, die Hessen rangieren auf dem vorletzten Tabellenplatz, nur der 1. FC Köln steht noch schlechter da. „Es läuft natürlich nicht wie gewünscht“, urteilte Trainer Skibbe. „Wir sind absolut in die falsche Richtung gestartet, wir müssen von unten nach oben gucken, das ist unangenehm.“ Meier, der Pechvogel, sagte: „Wir sind jetzt wieder in der Realität angekommen.“ Die Träumer sind aufgewacht.

Die Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt stehen diesem Fehlstart einigermaßen ratlos gegenüber. Gerade weil die Eintracht am Samstag gegen den HSV „ganz gut Fußball gespielt hat“ (Pirmin Schwegler), doch am Ende mit leeren Händen dasteht. „Ich bin mit der Leistung nicht ganz unzufrieden“, sagte Skibbe. Doch wie schon gegen Hannover: Es mangelte der Mannschaft an der Durchschlagskraft.

Meiers Chancen zum 2:0 (45.), dazu der Freistoß von Caio (71.) inklusive Nachschuss von Ioannis Amanatidis – das hätten Tore sein können. Dann wäre das Spiel anders gelaufen. Dazu konnten, wie in Hannover, Schwegler und Meier in der zentralen Rolle, das Spiel nicht in den Griff kriegen, auch der als hängende Spitze nominierte Caio blieb glanzlos. Ganz vorne mühte sich Amanatidis mehr schlecht als recht, es bleibt ein Rätsel, warum Skibbe den zusehends müder werdenden Angreifer nicht vom Feld holte.

Binnen acht Tagen ist das ganze schöne Selbstvertrauen weg, ist die einst so breite Brust eingefallen. Trainer Skibbe ist sogar schon gefragt worden, ob er die Mannschaft aufrichten müsse. Noch vor acht Tagen war alles anders, da glaubten die Spieler an sich, sie waren von sich und ihren Qualitäten restlos überzeugt. Jetzt, 180 Minuten später, müssen schon die ersten Wunden geleckt werden. Und Skibbe sagte eine gute Woche nach dem Saisonstart: „Die Länderspielpause wird uns ganz gut tun. Wir können durchschnaufen und abschalten.“ Er weiß aber auch: „Natürlich stehen wir jetzt mehr unter Druck, weil wir irgendwann punkten müssen.“

Bei Gegentreffern war Fährmann machtlos

Auch für Ralf Fährmann, den Edelreservisten im Tor, war es mal wieder ein unerfreulicher Tag im Eintracht-Dress. Wie immer. Wann immer er spielt, setzt es eine Niederlage, im Schnitt kassiert er dazu drei Treffer. Bislang durfte er gegen Leverkusen (0:4), Hoffenheim (1:2), Wolfsburg (1:3) und jetzt gegen den HSV (1:3) in den Kasten. Er hat einfach kein Glück, Fehler hat er am Samstag gegen die Norddeutschen keine gemacht, er hat die Niederlage aber auch nicht verhindern können.

„Ich weiß nicht, ob ich alles richtig gemacht habe, aber ich habe jedenfalls keinen Fehler gemacht“, kommentierte er seine Leistung. Er hat aber auch nicht auf sich aufmerksam machen können. Im Grunde hatte er einen Ball halten können, einen Schuss von Ruud van Nistelrooy wehrte er gekonnt ab. Bei den Gegentreffern war er machtlos. Oka Nikolov, der verletzte Stammschlussmann, muss nicht um seinen Platz unter der Latte bangen.

Und es gab noch einen Unglücklichen an diesem letzten Augustwochenende: Ümit Korkmaz, der österreichische Nationalspieler, schaffte es nicht einmal in den 18 Mann umfassenden Kader. Sonny Kittel, der 17-Jährige A-Jugendliche, der sogar sechs Minuten mitspielen durfte, und Sebastian Rode, der nach seiner Knieverletzung erst seit zwei Tagen im Training war, wurden dem Flügelstürmer vorgezogen. „Seine aktuelle Form hat mir nicht gefallen“, urteilte Skibbe trocken.

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