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Frankfurt und die Eintracht: Geisterspiel im Stadion und in den Kneipen auf der Berger

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Frankfurt: Einige Lokale zeigen das Geisterspiel der Eintracht auf ihren Flachbildschirmen – auch dort bleibt es leer. 

Frankfurt - Der Kontrast könnte größer kaum sein. Während am frühen Samstagabend bei mildem und sonnigem Wetter auf der Berger Straße viel los ist, zahlreiche Fußgänger über die Meile flanieren und Gäste in Lokalen sitzen, sind die Ränge im Waldstadion auf der anderen Seite der Stadt verwaist. Gespielt wird trotzdem, und zu sehen ist das erste Bundesligaspiel von Eintracht Frankfurt nach der zweimonatigen Corona-Pause gegen Borussia Mönchengladbach im Bezahlfernsehen. Einige Wirte haben auf der Berger ihre Flachbildschirme im Lokal oder davor aufgestellt. Jedoch zeigen das Spiel weniger Gastronomen als vor Corona üblich.

Ulli Winter und Petra Fettel sitzen mit Abstand zueinander vor einem Bistro, während im Fernsehen Bierwerbung läuft. Zwei von rund einem halben Dutzend Tische sind noch frei. Winter schaut auf die Uhr: „Noch zehn Minuten bis zum Anpfiff, normalerweise wäre hier jetzt schon alles voll.“

Geisterspiel: Leere Ränge bei der Eintracht und in den Kneipen

Vor ihm auf einem Tisch stehen zwei Piccolo-Fläschchen. Mit einem Sektglas in der Hand prostet er einem Passanten, den er zu kennen scheint, zu. „Ein gruseliges Spiel gibt das“, ruft der 71-Jährige in Anlehnung an den Begriff „Geisterspiel“, der auf die leeren Zuschauerränge verweist. „Wir haben die Gelegenheit mit dem Spiel genutzt, um uns mal wieder draußen zu treffen“, berichtet der Bornheimer.

Seine Begleiterin blickt auf den Bildschirm: Ein Kommentator steht vor den leeren Tribünen, mit Maske im Gesicht, die ihm von der Nase rutscht, als er die Fernsehzuschauer begrüßt. „Wenn man das Bild mit diesen leeren Rängen sieht, ist das trotzdem noch alles so unwirklich, obwohl es schon besser als vorher ist“, sagt die 59-Jährige. Beide tippen auf ein Unentschieden.

Auftakt von Eintracht Frankfurt: Gruseliges „Geisterspiel“

Das ist allerdings schnell nach Anpfiff in weite Ferne gerückt. Bereits nach den ersten sieben Minuten führt die Gäste-Elf aus Gladbach mit 2:0. Beim zweiten Treffer der Gäste ruft ein Mann einige Hundert Meter weiter vor einer Kneipe, in deren Fensterfront mehrere Flachbildschirme stehen: „Das gibt’s doch nicht“. und ein anderer fügt hinzu: „Das war’s.“

Auch Daniel Schütt, mit Eintracht-Kappe auf dem Kopf, und sein Kumpel Marcus Engel sind ernüchtert. Mit Radler in der Hand stehen die beiden 40-Jährigen neben einigen weiteren Fußballzuschauern vor der Gaststätte. Die Sitzbänke sind alle belegt. Direkt hinter den improvisierten Stehplätzen schieben sich Autos, Motorräder und Fahrräder auf der engen Straße vorbei.

Leere Kneipen, leere Ränge: „Geisterspiel“-Debüt von Eintracht Frankfurt 

„Wir hatten uns sehr auf das Spiel gefreut“, sagt Engel: „Aktuell kommt weniger Stimmung auf.“ Generell finde er „es gut, dass es weitergeht und wieder ein bisschen Normalität“ zurückkehrt, sagt Schütt.

„Die Spieler müssen erst mal reinkommen und mit der Situation umgehen lernen“, ergänzt er. „Unterstützung im Stadion wäre gut“, meint Engel. „Gladbach ist aber einfach ein bisschen fitter“, analysiert der Bornheimer. Trotzdem hofft er noch auf ein 3:3-Remis nach Abpfiff. Sein Kumpel sieht das nüchterner und rechnet mit einer klaren 0:3-Niederlage. Mit einem Gegentor und drei eigenen im Gepäck werden die Rheinländer nach dem Spiel abreisen.

Frankfurt: Kein „Geisterspiel“ in der Eintracht-Kneipe 

Das bekommt einige Kilometer südlich, in der Eintracht-Kneipe „Backstage“, wo sonst mehrere Fernsehapparate stehen, keiner mit. Während ein Paar am Empfang neben der Eingangstür dem Kellner seine Adressdaten mitteilt, sagt der: „Wir haben kein Fußball im Angebot“, aber „essen, trinken, drinnen oder draußen, ist kein Problem“.

Kurz darauf kommt Wirtin Silke Bernhardt aus der Küche zum Eingang. Sie hätte ihren Stammgästen schon im Vorfeld mitgeteilt, dass kein Fußball gezeigt werde, berichtet sie. „Die Leute wollen in größeren Gruppen gucken.“

Das sei in ihrem Lokal derzeit allerdings nicht umsetzbar. So bleibt ihren Gästen an diesem Abend die Heimniederlage der Eintracht in bewegten Livebildern erspart. 

Von Clemens Dörrenberg 

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Rubriklistenbild: © Michael Schick

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