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Lucas Alario: Blauer Brief für den Stürmer

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Von: Thomas Kilchenstein

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Noch nicht angekommen in Frankfurt: Stürmer Lucas Alario hat erst einen Treffer für die Eintracht erzielt.
Noch nicht angekommen in Frankfurt: Stürmer Lucas Alario hat erst einen Treffer für die Eintracht erzielt. © Imago/Nordphoto

Der argentinische Stürmer ist bei Eintracht Frankfurt bislang noch überhaupt nicht ins Laufen gekommen. Er muss deutlich zulegen.

Frankfurt – Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass Lucas Alario, der bislang bei Eintracht Frankfurt so gar nicht ins Laufen gekommen ist, sein bislang einziges Bundesligator für die Hessen ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Bayer Leverkusen erzielt hat. Er hat dafür nur ein paar Minuten Spielzeit benötigt, zehn, das ist er gewohnt, mehr bekommt er im Augenblick nicht. Und er muss seinem Konkurrenten und Kollegen Rafael Borré von Herzen danken für diesen Treffer zum 5:1-Endstand, denn den hätte der Kolumbianer, in einer ähnlich misslichen Situation wie Alario, ebenfalls erzielen können, doch Borré spielte allein vor dem Tor noch einmal quer und schenkte dem Argentinier somit das Tor. Eine bemerkenswerte Leistung.

Die Selbstlosigkeit war das Außergewöhnliche, nicht der Treffer, diesen Ball hätte jeder im Stadion über die Linie gedrückt, Lucas Alario hat sich dessen ungeachtet trotzdem riesig gefreut.

Lucas Alario bei Eintracht Frankfurt – Stürmer werden an ihren Toren gemessen

Stürmer werden nun mal an ihren Toren gemessen. Stürmer wie Lucas Alario noch mehr. Denn der Mann aus der Provinz Santa Fe im Nordwesten des zweitgrößten südamerikanischen Landes, wegen seiner Nasenform von seinen Landsleuten el Pipa genannt, die Pfeife, ist ein Angreifer, der knipst, der vollendet, der das final zu einem guten Ende führt, was andere vorbereitet haben. Ein Kombinierer, Vorbereiter, Aufleger ist der 30-Jährige nicht. Böse Zunge sagen: Er spielt nicht mit, er schießt Tore. Bislang halt nur dieses eine (und ein weiteres in der ersten Pokalrunde in Magdeburg).

So furchtbar zufrieden sind sie nicht bei Eintracht Frankfurt mit ihrer für sechs Millionen Euro von Bayer 04 geholten Neuerwerbung. Sie haben sich mehr von ihm versprochen, als „Teamplayer mit Stärken im Torabschluss“ hatte Sportvorstand Markus Krösche den Angreifer angepriesen. Den Auftritten des Argentiniers fehlt es bislang am nötigen Pep, zu wenig Elan steckt im Spiel des neunmaligen Nationalspielers, der zudem im Strafraum zu selten auffällig geworden ist.

Er wolle sich „natürlich einen Startplatz erkämpfen“, hatte er im Spätsommer im FR-Interview gesagt, selbst den Zug nach Katar sah er für sich damals noch nicht abgefahren. Längst ist klar: Statt nach Doha ist er mit der Eintracht nach Tokio geflogen, selbst da, etwa im Freundschaftsspiel gegen Urawa Red Diamonds, ist er in einem Team mit fast nur Jugendspielern kaum aufgefallen. Er müsste schon eine Schippe drauflegen, um wenigstens öfter eingewechselt zu werden. An Platzhirsch Randal Kolo Muani kommt er ohnehin so schnell nicht vorbei.

Ab in die Wüste

Eintracht Frankfurt wird sich im Wüstenemirat Dubai auf die Fortsetzung der Bundesliga vorbereiten. Anfang Januar wird der Tross die Reise nach Arabien antreten, um sich den letzten Schliff für das am 21. Januar mit dem Heimspiel gegen den FC Schalke 04 beginnende zweite Halbjahr zu holen. Ein entsprechender Bericht der „ Bild“ deckt sich mit Informationen der FR.

Zur Auswahl stand auch, das Quartier wie in den Jahren vor Corona in den USA aufzuschlagen. Oder mal wieder nach Abu Dhabi zu reisen, wo die Eintracht fünf Jahre hintereinander (2013 bis 2017) im luxuriösen Emirates Palace residierte. Die Sportliche Leitung entschied sich allerdings für Dubai. Nach den dreiwöchigen Ferien (ab 10. Dezember) bittet Coach Oliver Glasner seine Mannschaft am 4. Januar zum Trainingsauftakt ans Waldstadion. FR

Lucas Alario bei Eintracht Frankfurt – nicht zufrieden mit dem Status Quo

Bislang ist er in 15 Spielen zum Einsatz gekommen, aber nur auf 315 Minuten (von 1350 möglichen), zweimal hat er in der Startelf gestanden, einmal nur über die volle Distanz gespielt, ausgerechnet beim desaströsen 0:3 beim VfL Bochum. Natürlich ist auch Alario, der mit der argentinischen Hockey-Nationalspielerin Augustina Alberatario liiert ist, nicht zufrieden mit seinem derzeitigen Status quo. In Leverkusen war er zwar meistens auch kein Stammspieler, aber schon eine Größe, er traf da in sechs Jahren bei 164 Pflichtspielen 58-mal, in der vergangenen Runde machte er 33 Pflichtspiele, sieben Tore.

In Frankfurt ist er vor allem wegen seines vergebenen „Kaisers“ auffällig geworden, gegen Hertha Berlin am zweiten Spieltag, schob er aus kürzester Entfernung den Ball neben das verwaiste Tor. Da wurden schon Erinnerungen an den legendären Theo Gekas laut, der eine ähnlich hochkarätige Chance im Abstiegsjahr 2011 gegen Bayern München vergeben hatte.

Lucas Alario bei Eintracht Frankfurt – Vertrag noch bis 2025

Lucas Alario, noch mit Vertrag bis 2025 ausgestattet, wird sich anstrengen müssen, wird mehr arbeiten müssen, um häufiger spielen zu dürfen. Das ist angesichts der Konkurrenz und der taktischen Herangehensweise mit nur einer Spitze nicht einfach. Zumal Alario auch dann nicht gezündet hat, wenn er als sogenannte Brechstange bei Spielen im Rückstand etwas bewegen sollte. Deswegen erhält er ja als Denkanstoß diesen Blauen Brief. (Thomas Kilchenstein)

Deutlich positiver fällt unterdessen das Zwischenfazit für Eric Dina Ebimbe aus. Dieser erwies sich im Laufe der Hinrunde als flexibel einsetzbar bei starken Leistungen.

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