Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Will sich in Köpenick wieder voll reinhauen: Sebastian Rhode.
+
Will sich in Köpenick wieder voll reinhauen: Sebastian Rhode.

Auswärtsspiel

Eintracht Frankfurt-Trainer Hütter fordert: „Verlieren verboten!“

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
    schließen

Warum Eintracht Frankfurt-Trainer Adi Hütter noch ein klein bisschen neidisch auf Union Berlin ist.

  • Eintracht Frankfurt Trainer Adi Hütter ist neidisch auf Union Berlin.
  • Anders als Eintracht Frankfurt hat Union Berlin gegen Bielefeld und Köln gewonnen.
  • Adi Hütter forderte für das Spiel gegen Union Berlin von der Eintracht: „Verlieren verboten!“

Frankfurt – So furchtbar lange musste der Frankfurter Trainer Adi Hütter nicht nachdenken, die Antwort kam schnell. „Ja“, sagte der Coach des hessischen Bundesligisten, „da kann man schon neidisch sein.“ Neidisch auf Union Berlin?

Man muss das verstehen: Der Aufsteiger der vergangenen Saison ist so etwas wie die Mannschaft der Stunde, er hat, wie Hütter sagt, „einen guten Lauf“, vor allem haben die gerne Eisernen genannten Kicker aus Köpenick etwas geschafft: Sie haben, anders als Eintracht Frankfurt, ihre Widersacher aus Bielefeld (5:0) und Köln (2:1) bezwungen, Gegner, gegen die die Frankfurter lediglich unentschieden spielten. Und deswegen rangiert Berlin mit 15 Punkten auf Platz fünf. 15 Punkte hätte Eintracht Frankfurt ebenfalls haben können, genau deswegen schaut Adi Hütter ein wenig mit Neid in die Hauptstadt.

Anders als Eintracht Frankfurt hat Union Berlin gegen Bielefeld und Köln gewonnen

Auch deshalb hat der 50 Jahre alte Österreicher für diese Partie heute Nachmittag im Osten Berlins diese knackige Parole ausgegeben: „Verlieren verboten!“ Andernfalls, und das ist die große Sorge im Hessischen, würde Union wegziehen, hätte dann sieben Zähler mehr auf dem Konto als die ambitionierten Frankfurter.

Die Statistik spricht dieses Mal klar für Eintracht Frankfurt, fünfmal spielten beide, in unterschiedlichen Klassen und Wettbewerben, gegeneinander, viermal gewannen die Frankfurter in der Alten Försterei, einmal 1:1. Und in der Bundesliga gewann die Eintracht in der letzten Saison ebenfalls, mit 2:1. Es war lange Zeit eine klare Sache, ehe zum Ende noch ein wenig Hektik aufkam. Kevin Trapp, der Frankfurter Schlussmann, hat an jenen 27. September 2019 keine allzu guten Erinnerungen. Er zog sich bei einer Abwehraktion eine komplizierte Verletzung an der Schulter zu, musste operiert werden und fiel monatelang aus. „Ich wäre kein guter Psychologe, wenn ich Kevin explizit daran erinnern würde“, sagt Hütter, längst vergessen sei dieser Vorfall.

Adi Hütter: „Verlieren verboten“

Für Eintracht Frankfurt geht es also mal wieder darum, die richtige Richtung einzuschlagen, eine Niederlage würde sie bis zum Jahresende noch tiefer ins Niemandsland der Tabelle schubsen, selbst ein Unentschieden würde den Hessen nicht sonderlich weiterhelfen. Fünfmal hat Hütters Team schon Remis gespielt in dieser Runde, weswegen die Mannschaft halt, anders als Union, auf der Stelle tritt und nicht recht in die Puschen kommt. Hütter sagt also kämpferisch: „Wir wollen voll punkten.“

Dickes Lob für Ndicka

Eine ambitionierte Einstellung, denn die Berliner sind längst angekommen in der Liga, haben sich zu einer respektablen Größe gemausert. „Union ist eine unangenehme Mannschaft“, findet Hütter, körperlich robust, stabil, abwehrstark, dazu seien die Berliner dank des Enfant terrible Max Kruse „spielerisch eine Klasse“ besser geworden. Der 32-Jährige drücke Union „seinen Stempel auf“, hob Hütter den Daumen, er nennt ihn anerkennend „einen Einfädler“. Natürlich werde man ein besonders Auge auf den intelligenten Kicker haben, aber für ihn keinen Spieler eigens abstellen. Ihn aus dem Spiel zu nehmen, „ist unsere Aufgabe, das müssen wir als Mannschaft hinbekommen“.

Wie genau diese Mannschaft aussehen wird, mag Adi Hütter traditionellerweise nicht verraten, „auch in Berlin haben sie Fernseher“. Dass er das Team umbauen muss, ist aber klar, den Aymen Barkok, der sicher in der Startformation zum Einsatz gekommen wäre, ist nach seiner Covid-19-Erkrankung isoliert. Das ist insofern ärgerlich, weil der 22 Jahre alte Deutsch-Marokkaner gerade richtig gut in Schuss war und über den rechten Flügel eine Menge Dampf entwickeln konnte. Nun stellt sich dem Frankfurter Fußballlehrer die ganz grundsätzliche Frage, in welchem taktischen Konstrukt er seine Elf aufs Feld schicken wird. In einer Dreierabwehrkette wie früher und zwei Spitzen? Oder mit vier, respektive fünf Verteidigern wie zuletzt recht erfolgreich gegen RB Leipzig? Hütter lässt sich da nicht in die Karten gucken, die Entscheidung ist auch nicht ganz einfach. Als einigermaßen sicher dürfte gelten, dass der Rackerer Sebastian Rode ins Team zurückkehrt, vermutlich für Djibril Sow. Auch Evan Ndicka dürfte von Anfang an dabei sein, ihm bescheinigte Hütter, gegen Leipzig „super gespielt“ zu haben. Makoto Hasebe könnte erneut nur Ersatz sein.

Hütter: „Union ist eine unangenehme Mannschaft“

Auch den Einsatz von Daichi Kamada hat Hütter nicht ausdrücklich bestätigt. Zuletzt war er mit dessen Vorstellung nicht so zufrieden gewesen, gegen Leipzig konnten immerhin milde Umstände geltend gemacht werden, nach der Länderspielreise und einer beschwerlichen Rückkehr war der Japaner „noch ein bisschen müde, er hatte im physischen Bereich seine Probleme“. Seine aktuelle Unstetigkeit irritiert den Coach ebenfalls. „Er überrascht uns immer wieder mit überragenden Leistungen und dann mit solchen, da sagt man: Okay, verstehe ich jetzt nicht ganz“. Immerhin habe der Kreativkopf in dieser Woche ordentlich trainiert. Und gute Trainingsleistungen - siehe Erik Durm - pflegt Adi Hütter zu berücksichtigen.

Für ihn ist das Treffen in Köpenick auch ein Wiedersehen mit alten Weggefährten. Urs Fischer, der Schweizer Trainer, war seinerzeit Coach beim FC Basel, dem großen Konkurrenten von Hütters Young Boy Bern, Markus Hoffmann, Co-Trainer bei Union, ist Hütters Nachbar in Salzburg. „Beide machen einen super Job.“ (Thomas Kilchenstein)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare