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Wird wohl für den gesperrten David Abraham in die Dreierkette rücken? Stefan Ilsanker, eigentlich defensiver Mittelfeldspieler.
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Wird wohl für den gesperrten David Abraham in die Dreierkette rücken? Stefan Ilsanker, eigentlich defensiver Mittelfeldspieler.

SGE

Eintracht: Hütter muss umstellen - wer ersetzt gesperrten David Abraham?

  • Ingo Durstewitz
    vonIngo Durstewitz
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Wer beerbt Eintracht-Kapitän David Abraham und was wird aus Daichi Kamada? Am Samstag müssen die Frankfurter beim FC Augsburg ran.

  • Eintracht Frankfurt trifft am 13. Spieltag auf den FC Augsburg.
  • Trainer Adi Hütter muss den gesperrten David Abraham ersetzen.
  • Daichi Kamada muss sich steigern.

Frankfurt - Die höchst emotionale Abschiedstournee des Capitanos ist ruckzuck um einen Auftritt verkürzt worden. Hier ein Tritt, dort ein Zupfer, schon war Eintracht-Anführer David Abraham mit Gelb-Rot ausgeschlossen im letzten Bundesligaspiel gegen Mönchengladbach, und also wird er seiner Mannschaft am Samstag (15.30 Uhr) beim FC Augsburg fehlen. Seine letzten Vorstellungen mit dem Adler auf der Brust wird er Anfang des neuen Jahres geben, am 2. und 12. Januar gegen Bayer Leverkusen, in Mainz (9.1.) und abschließend am 17. Januar im Stadtwald gegen den FC Schalke 04. Danach ist Sense, danach wird David Abraham in den Flieger gen Buenos Aires steigen und in die argentinische Heimat zu seinem geliebten Sohnemann Alfonso zurückkehren.

Der Eintracht-Leitwolf, der Vater der Kompanie, wird eine große Lücke reißen, keine Frage, auf dem Feld sowieso, aber auch im Binnenklima in der Kabine. Adi Hütter wird einen neuen Kapitän finden müssen, was angesichts flacher Hierarchien und dem Fehlen echter Typen mit Leaderpotenzial gar nicht so einfach ist.

Eintracht Frankfurt: Abraham wird fehlen

Abrahams zukünftige Absenz trägt gewiss nicht zur Stabilisierung der ohnehin wackeligen Frankfurter Deckung bei, der 34-Jährige ist noch immer schnell wie ein Windhund und steht auch in den Zweikämpfen seinen Mann – doch die Entscheidung steht, da hilft kein klagen. Insofern könnte die Partie in der Augsburger Puppenkiste unter Umständen als Blaupause für die kommenden Monate dienen. Denn Chefcoach Hütter muss bereits jetzt entscheiden, wer an Stelle von Abraham auf rechts verteidigen wird.

Favorit ist aktuell sicher der gelernte Mittelfeldspieler Stefan Ilsanker, der die Position durchaus gekonnt bekleiden kann, was er bereits bewiesen hat. Er hat da im Vergleich zum Mittelfeld den Vorteil, sich singulär auf eine Aufgabe konzentrieren zu können, ist auch fußballerisch nicht so gefordert. Nachteil: Der Österreicher ist im Gegensatz zu Abraham nicht der Schnellste. Doch die Einstellung und Kampfeslust bringt der 31-Jährige für den Abwehrposten mit.

Die Frage wird sein, wie Hütter diese Position perspektivisch besetzen will. Eigentlich gilt der Brasilianer Tuta als Kronprinz von Abraham, doch traut Hütter dem 21-Jährige das wirklich zu? Der Innenverteidiger hat keine Spielpraxis, saß die letzten sieben Partien draußen, außerdem zwickt die Muskulatur immer wieder mal, körperlich hat er Nachholbedarf. Knifflig.

Es gibt zudem die Option, Martin Hinteregger von links nach rechts zu ziehen. Das hätte den Vorteil, dass die drei besten Abwehrspieler (Hasebe, Ndicka, Hinteregger) gemeinsam auf dem Platz stehen würden. Der Österreicher hat bewiesen, dass er sehr wohl auf der „falschen Seite“ spielen kann, für ihn wäre das kein Problem. Der Trainer ist von dieser Variante aber kein Fan, er sieht es auch als Vertrauensentzug für die Rechtsfüßler, wenn ihnen ein Linksfuß den Platz wegnimmt. Dennoch sollte der Trainer diese Möglichkeit ernsthaft in Erwägung ziehen.

Und was ist mit Almamy Touré? Um den Franzosen ist es ruhig geworden, er hat seit seinem vogelwilden Auftritt in Stuttgart am 7. November keine Minute mehr gespielt, in zwei der letzten drei Partien stand er nicht im 20 Mann starken Aufgebot. „Er konnte das Niveau nicht halten“, urteilt Hütter nüchtern.

Für die samstägliche Begegnung in der Fuggerstadt muss Hütter zudem überlegen, ob er weiter vorne Amin Younes erneut von Beginn an aufbietet. Der 27-Jährige ist freilich noch nicht bei 100 Prozent und musste gegen Gladbach von Krämpfen geschüttelt den Platz verlassen. „Ihm fehlt die Spielpraxis“, sagt Hütter. „Aber er hilft uns mit seinen guten Dribblings, seinen guten Bewegungen. So richtig beurteilen kann man ihn aber erst im kommenden Jahr.“

Eintracht Frankfurt: Kamada muss sich steigern

Ein bisschen an Kredit eingebüßt hat Daichi Kamada, der gegen die Borussia erstmals auf der Bank saß, nach seiner Einwechslung fast schon lustlos wirkte und vor dem späten 3:3-Ausgleich den Ball vertändelte. „Er hat nicht so gespurt, wie man sich das vorstellt hat, ich war nicht ganz happy“, sagt Hütter. Kamada aber sei ein Kreativspieler, „der alle begeistern kann, bei dem man manchmal aber auch die Augen zudrücken muss.“ Kamada muss sich steigern, einen Freifahrtschein hat er nicht. Das sollte ihm jetzt klar sein.

Seinen Platz sicher hat hingegen Aymen Barkok, der zwar den Strafstoß zum 2:3 gegen Gladbach verursachte, ansonsten aber ein gutes Spiel machte und ein Zaubertor schoss. Der 22-Jährige soll nun sogar schon auf dem Zettel von Topklubs wie AS Rom und FC Sevilla stehen – was absurd und irrwitzig wäre, schließlich hat Barkok zwei Jahre in Düsseldorf fast gar nicht gespielt und stand jetzt dreimal in der Startelf.

Adi Hütter muss schmunzeln. „Wenn es so schnell gehen würde, wäre es wirklich einfach“, sagt er und erinnert an frühere Zeiten in Frankfurt, als Barkok schon mal als „neuer Topstar“ galt – ehe er kläglich abstürzte. Hütter mahnt zu Recht eine realistischen Betrachtungsweise an: „Wir sehen etwas in ihm, wir haben Spaß an seiner Entwicklung.“ Aber um bei einem Topklub zu landen, müsse er konstant auf hohem Niveau spielen. „Bis zu solchen Vereinen hat er noch einen langen Weg vor sich.“

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