Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt: Makoto Hasebe wird deutlich

  • Daniel Schmitt
    vonDaniel Schmitt
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Eintracht-Profi Makoto Hasebe redet Klartext und fordert aus den nächsten beiden Spielen zwei Siege: „Wir müssen uns steigern“.

  • Eintracht Frankfurt will nach der bitteren Pleite bei den Bayern zurück in die Erfolgsspur.
  • Routinier Makoto Hasebe fordert eine Leistungssteigerung gegen Werder Bremen.
  • Gegen Werder muss die Eintracht auf die Unterstütung der Fans verzichten.

Zunächst die unumstößlichen Fakten: fünf Ligaspiele, acht Punkte, 7:9 Tore. Dann die subjektiven Eindrücke: ordentliche Leistungen gegen Berlin und Hoffenheim, weniger ordentliche gegen Bielefeld und Köln. Dazu das vergeigte Sonderspiel beim FC Bayern, das ja vielleicht gar nicht mal so vergeigt war, lässt es sich in München ja quasi eh nur vergeigen – was war das jetzt also für ein Saisonstart in der Fußballbundesliga von Eintracht Frankfurt? Gut? Schlecht? Mittel!

Immer vorneweg: Makoto Hasebe.

Der derzeitige achte Platz entspricht im Grunde genau den bisher gezeigten Leistungen der Frankfurter, die allemal besser sind als die Abstiegskandidaten, aber (noch) nicht gut genug für die Ligaelite. Doch steckt in der Mannschaft von Trainer Adi Hütter nicht ein wenig mehr drin, kann sie sich nicht doch oben an die europäischen Ränge heranrobben?

Eintracht Frankfurt: Makoto Hasebe warnt

Makoto Hasebe, erfahrenster Spieler der Eintracht und womöglich in seinem letzten Jahr als Profifußballer, ordnete diese Frage gestern auf einer Pressekonferenz ein: „Wenn wir so weiterspielen, schaffen wir die internationalen Plätze nicht.“ Klar, das Team wolle nach einem Jahr Pause auf jeden Fall zurück ins internationale Geschäft, „dafür müssen wir uns aber steigern“. Mehr Konstanz forderte der Japaner ein, der trotz seiner 36 Jahre bislang in allen fünf Ligapartien über die volle Spielzeit auf dem Rasen stand, denn: „Ich bin fit.“

Neben ihm, dem Mittelmann der Dreierabwehrkette, kommen bei den Hessen nur Torwart Kevin Trapp und Verteidiger Martin Hinteregger bisher auf diese Maximalspielzeit. Dabei fuchst den Hase nicht unbedingt die 0:5-Pleite in München, viel eher jene Spiele gegen die schwächeren Teams aus Bielefeld und Köln, in denen für die Eintracht nur zwei Unentschieden heraussprangen. „Da haben wir meiner Meinung nach vier Punkte liegengelassen.“ Eine realistische Einschätzung. Denn gerade die zwei Auftritte vor der Ligapause im November, wenn die Nationalteams dran sind, dürften vermehrt Aufschluss darüber bringen, in welche Tabellenregionen es für die Eintracht in dieser Saison gehen könnte.

Am Samstag (15.30 Uhr) wartet das Heimspiel gegen Werder Bremen, in der Woche drauf geht es zum VfB Stuttgart. Beide Kontrahenten sind ebenfalls mit acht Zählern recht passabel in die Saison gestartet.

Für Hasebe ist das jedoch kein Grund, die Favoritenrolle nicht bei sich und seinen Kameraden zu sehen. „Ich will unbedingt diese zwei Spiele gewinnen“, sagt er. Ohne Wenn und Aber. Denn, so der älteste Profi der Bundesliga: „Vier Punkte reichen mir nicht. Diese zwei Spiele geben die Richtung vor.“ Es sind selten forsche Töne des ansonsten so zurückhaltenden Mannes aus Fujieda, der längst im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen eine zweite Heimat gefunden hat. Ein bisschen gieriger nach Erfolg müsste man noch sein, merkte Hasebe an, „wir müssen unseren Willen steigern“.

Eintracht Frankfurt: Kapitän Abraham wieder im Training

Die Eintracht, bei der Kapitän David Abraham gestern Nachmittag nach einwöchiger Zwangspause (Probleme in der Kniekehle) wieder mit der Mannschaft trainierte und dessen Verteidigerkollege Tuta mit Oberschenkelbeschwerden die Vormittagseinheit lieber abbrach, hat nun also die Möglichkeit, sich mit zwei guten Ergebnissen für eine längere Zeit an den vorderen Rängen festzubeißen. Oder aber, im Fall des Misserfolgs, für eine Weile im grauen Tabellenmittelfeld zu versauern.

Eintracht Frankfurt muss vor leeren Rängen antreten

Das Fehlen der eigenen Fans im Stadion ist für Hasebe zwar bitter, „ich bin total enttäuscht“, eine Ausrede aber dürfe dies keineswegs sein. Schließlich habe die Eintracht in den vergangenen Monaten schon viele Geisterspiele bestritten. „Dann müssen wir uns selbst reinbeißen.“ Ohnehin erwartet der dienstälteste Frankfurter (seit 2014) ein „leidenschaftliches Spiel“ gegen den SV Werder, auch deshalb, weil die Bremer vom überaus ehrgeizigen, mitunter an der Seitenlinie aber auch zu überdrehten Trainer Florian Kohfeldt angeleitet werden.

Makoto Hasebe, selbst auf dem Rasen ab und an ein Heißsporn, empfindet den nur etwas mehr als ein Jahr älteren Kohfeldt grundsätzlich als einen „sehr guten, jungen Trainer“, und beendete die gestrige Pressekonferenz mit einer launigen Pointe: „Aber ich bin auch ein sehr junger, guter Spieler.“ 36 Jahre hin, 36 Jahre her.

Rubriklistenbild: © Jan Huebner

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