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Reha-Trainer und Profi: Michael Fabacher (links), Marc Stendera.

Promitipp Eintracht - Fortuna

Der Fitmacher

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Michael Fabacher, ehemals Rehatrainer bei der Frankfurter Eintracht, ist jetzt sein eigener Herr.

Manchmal ist es gar nicht so einfach, in der Pfalz nicht Anhänger des 1. FC Kaiserslautern zu sein - und stattdessen Eintracht Frankfurt die Daumen zu drücken. Michael Fabacher kann da ein Liedchen singen, bisweilen wird er schief angeguckt, wenn er sich als Eintracht-Fan zu erkennen gibt, die Rivalität zwischen den Fans von Lautern und der Eintracht ist ja sprichwörtlich. Aber so leicht lassen sich zehn Jahre nun mal nicht abstreifen - zehn Jahre, von 2006 bis 2016, war Michael Fabacher als Rehatrainer Teil der Mannschaft hinter der Mannschaft. „Natürlich verfolge ich noch, was in Frankfurt passiert“, sagt der Diplomsportlehrer, der in seiner Frankfurter Zeit unter anderem speziell dafür zuständig war, verletzte Spieler konditionell wieder an die Mannschaft heranzuführen. „Sehr interessant“ sei das, was gegenwärtig sportlich in Frankfurt passiere, findet der 42-Jährige.

Michael Fabacher gehörte zehn Jahre im Stadtwald zum Funktionsteam, er kümmerte sich um die angeschlagenen Profis, arbeitete individuell mit ihnen auf dem Platz, machte sie fit, päppelte sie auf. Er hat viele Spieler und Trainer kommen und gehen gesehen, sogar Willi Reimann hat er noch erlebt, Friedhelm Funkel, Michael Skibbe, Christoph Daum, Armin Veh, Thomas Schaaf und, ganz zum Schluss, für ein paar Monate auch Niko Kovac. Geholt zur Eintracht hat ihn einst Funkel, heute Abend mit Fortuna Düsseldorf im Stadion. 

Fabacher war seinerzeit noch beim Reha-Zentrum Sporeg in Offenbach angestellt und betreute schon damals verletzte Spieler der Eintracht. Irgendwann hat Funkel entschieden, Fabacher solle ständig beim Klub und bei der Mannschaft sein. Damals, erinnert sich der zweifache Familienvater, bestand das physiotherapeutische Team vielleicht aus vier, höchstens fünf Leuten, kein Vergleich zu heute, da sich fast ein Dutzend Fachkräfte um die Belange der Profis kümmert. „Das ist alles sehr professionell geworden, und das ist auch richtig so.“ 

„Vermisse Fußball nicht“

Beste Erinnerung hat er noch an die fünf Jahre unter Friedhelm Funkel, die er als sehr angenehm empfand, auch mit Armin Veh konnte er gut. „Der trug sein Herz auf der Zunge. Da wusste man immer, woran man ist.“ Und Thomas Schaaf meldet sich nach wie vor regelmäßig zu seinem Geburtstag. „Mit den meisten gab es einen sehr respektvollen Umgang.“ Im Rückblick sei es, trotz des Ärgers beim Abschied, „ein toller Job“ gewesen. 

Das Ende bei Eintracht Frankfurt freilich war nicht so schön. Praktisch über Nacht und kurz nach der erfolgreichen Relegation wurde ihm überraschend mitgeteilt, dass er (und Konditionstrainer Christian Kolodziej) freigestellt seien. Kovac holte statt dessen Klaus Luisser und Martin Spohrer in den Stadtwald. Daran hatte der stets loyale, integre Fabacher zu knabbern, zumal er sich absolut nichts zuschulden hatte kommen lassen. 

Mittlerweile sind diese Wunden vernarbt. Fabacher hat sich längst gelöst von der künstlichen Welt des kalten Bundesliga-Betriebs. „Ich muss ehrlich sagen, ich vermisse dieses Metier nicht.“ Es ist da oft mit harten Bandagen gekämpft worden, Menschlich- und Ehrlichkeit sind zuweilen auf der Strecke geblieben, die Wärme hat ihm gefehlt. „Das war nicht der richtige Platz für mich“, sagt der gebürtige Pfälzer heute. Im Grunde habe er selbst innerlich damit geliebäugelt, den Job in der Bundesliga aufzugeben. „Mir hat dazu aber ein wenig der Mut gefehlt.“ Außerdem, aber das spürte er erst, als er nach seiner Freistellung viel freie Zeit hatte, seien die zehn Jahre nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. „Das hat schon geschlaucht.“

Eigenes Reha-Zentrum

Die Zeit nach der Eintracht hat Fabacher genutzt, um sich weiterzubilden und an seinem großen Traum zu arbeiten: sich selbstständig zu machen. Das ist ihm gelungen: Der 42-Jährige steht kurz vor der Eröffnung eines medizinischen Trainingszentrums in seiner Heimat Dahn, einer 4500 Einwohner zählenden Gemeinde in der Nähe von Pirmasens in Rheinland-Pfalz. Auf 250 Quadratmetern bietet er Menschen im Alter von 40 bis 60 Jahren, „die wissen, dass sie was für Rücken, Gelenke oder Muskulatur tun müssen“, ein individuelles Trainingsprogramm an. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Prävention, ein Physiotherapeut ist zugegen, im Gebäude, eine ehemaligen Schuhfabrik, sind zudem Ärzte stationiert. Anfang/Mitte Dezember will Michael Fabacher sein Reha-Zentrum eröffnen. Dann ist er sein eigener Herr.

Sein Tipp: 3:1

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