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Kokain-Vorwürfe gegen Eintracht-Präsident: Staatsanwaltschaft widerspricht Fischers Anwälten

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Von: Melanie Gottschalk, Niklas Kirk

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Die Ermittlungen gegen Eintracht-Präsident Peter Fischer haben Auswirkungen auf die Polizei Frankfurt. Seine Anwälte haben unterdessen eine Pressemitteilung veröffentlicht. 

Update vom Freitag, 10. Februar, 14.16 Uhr: In der Kokain-Affäre um Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer hat die Staatsanwaltschaft den Ausführungen der Fischer-Anwälte widersprochen. Tenor laut hr: Das Schreiben der Anwälte sei haarsträubend. Es habe einen „fetten Anfangsverdacht“ gegeben, der zu der Durchsuchung geführt habe, laut Oberstaatsanwältin Nadja Niesen sei die Maßnahme deshalb gerechtfertigt gewesen.

Peter Fischer von Eintracht Frankfurt
Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt. © Peter Hartenfelser / Imago Images

Niesen nannte anschließend dem Hessischen Rundfunk noch weitere Details zur Durchsuchung. Demnach sei Fischer während der Durchsuchung verschlafen aus seinem Schlafzimmer gekommen, in dem später Rückstände von Kokain gefunden wurden. Dies sei zwar kein Beweis, aber laut Niesen ein „starkes Indiz“. In der Wohnung seien zudem insgesamt vier sogenannte Crusher gefunden worden, die zum Zerkleinern von Drogen gebraucht werden – einer davon in einer Sporttasche im Kinderzimmer.

Kokain-Vorwürfe gegen Fischer: Ermittlungen wegen Besitzes von Drogen

Die Oberstaatsanwältin betonte zudem noch einmal, dass es sich bei dem Ermittlungsverfahren um den Besitz und nicht die Weitergabe von Drogen handle. Die Behörden gingen davon aus, dass die Drogen fahrlässig herumlagen – und der 13 Jahre alte Sohn von Peter Fischer so an die Drogen gekommen sei.

Zu Beginn der Woche war bekannt geworden, dass es bei Eintracht Frankfurts Präsident eine Hausdurchsuchung gab. Der 13 Jahre alte Sohn Fischers, der bei seinem Vater lebt, hatte die Polizei auf den Plan gerufen. Der Junge soll in der Schule mit einem Freund Kokain konsumiert haben, wie Oberstaatsanwältin Nadja Niesen im Gespräch mit der FR berichtete. Die Mutter des Schulfreundes stellte daraufhin Verhaltensauffälligkeiten bei ihrem Kind fest. Deshalb rückte die Polizei an und durchsuchte Fischers Wohnung. Die Anwälte Fischers hatten daraufhin von einer „Rufmord“-Kampagne gegen den SGE-Präsidenten gesprochen und angekündigt, die Einstellung des Verfahrens zu beantragen. Wie es weitergeht, bleibt offen, ausgestanden ist die Sache in jedem Fall noch nicht.

Kokain-Vorwürfe gegen Fischer: Anwälte des Eintracht-Präsidenten geben Erklärung ab

Update vom Donnerstag, 9. Februar, 18.55 Uhr: Am Donnerstag haben die Rechtsbeistände von Eintracht-Präsident Peter Fischer eine Pressemitteilung veröffentlicht, durch welche der 66-Jährige Stellung zu den jüngsten Vorwürfen gegen sich bezieht. Die gegen ihn erhobenen Vorwürfe des unerlaubten Drogenbesitzes seien „haltlos“.

Darüber hinaus sollen Amtshaftungsansprüche gegen die ausführende Behörde geprüft werden, denn die Verteidigung vertritt nach Einsichtnahme in die Ermittlungsakte die Rechtsauffassung, „dass bereits der Erlass und der Vollzug des Durchsuchungsbeschlusses in den privaten Räumlichkeiten unseres Mandanten rechtswidrig waren“. 

Auch gegen die Mutter, deren Vorwürfe gegen Fischer der Durchsuchung vorausgegangen waren, erheben Fischers Anwälte Vorwürfe. Die Glaubwürdigkeit der Mutter wird insofern in Zweifel gezogen, als dass ihre Darstellungen diverse Widersprüche beinhalten sollen. Gegen diese falschen Vorwürfe der Mutter wollen die Anwälte rechtliche Schritte einleiten. Ebenfalls wird auf ein mögliches Verschulden seitens des Kindesvaters eingegangen. Demnach konsumiere der Vater des Schulfreundes von Fischers Sohn selbst Crack und Kokain. Die Familie lebe zwar nicht mehr zusammen, werde aber vom Jugendamt betreut. Dass eine Befragung des Vaters vor der Durchsuchung von Fischers Privatwohnung ausblieb, kritisieren seine Anwälte.

Nach Kokain-Vorwürfen gegen Eintracht-Präsident Fischer: Anwälte fordern Einstellung des Verfahrens

Die Anwälte von Fischer, Marko Spänle und Stefan Bernhard-Eckel, haben zudem die Einstellung des von der Staatsanwaltschaft Frankfurt eingeleiteten Ermittlungsverfahrens beantragt und das Handeln gegen Peter Fischer als „Rufmordkampagne“ betitelt – mit Verweis auf die Unschuldsvermutung. Der Rufmord beziehe sich etwa auch auf die – laut Pressemitteilung – fälschliche Behauptung, dass Fischers 13-jähriger Sohn Zugang zu Kokain hatte und die Drogen gemeinsam mit einem Schulfreund konsumierte.

Eingeräumt wird hingegen, dass bei der Hausdurchsuchung in einer Handtasche und in einem Bett eine „geringe Menge“ einer verdächtigen Substanz gefunden worden sei. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf die Pressemitteilung berichtet, handele es sich dabei jedoch um die Handtasche sowie das Bett der Haushaltshilfe.

Nach Kokain-Vorwürfen gegen Eintracht-Präsident Fischer: Führungskraft der Polizei abgesetzt

Erstmeldung vom Donnerstag, 9. Februar, 13.18 Uhr: Frankfurt – Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt gegen Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer. Grund dafür ist der Verdacht des Besitzes von Rauschgift. Nach Paragraf 29 des Betäubungsmittelgesetzes könnten dem 66-Jährigen bis zu fünf Jahre Haft drohen. Zusätzlich wird auch gegen Fischers Ehefrau und seinen 25 Jahre alten Sohn, der mit dem Präsidenten der SGE zusammenlebt, ermittelt.

Anfang der Woche waren die Ermittlungen bekannt geworden. Der 13 Jahre alte Sohn Fischers, der ebenfalls bei seinem Vater lebt, hatte die Polizei auf den Plan gerufen. Der Junge soll in der Schule mit einem Freund Kokain konsumiert haben, wie Oberstaatsanwältin Nadja Niesen im Gespräch mit der FR berichtete. Die Mutter des Schulfreundes stellte daraufhin Verhaltensauffälligkeiten bei ihrem Kind fest. Deshalb rückte die Polizei an und durchsuchte Fischers Wohnung.

Ermittlungen gegen Eintracht-Präsident Fischer kosten Polizei-Führungskraft den Job

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, soll genau diese Hausdurchsuchung nun zur Absetzung einer der wichtigsten Führungskräfte bei der Polizei Frankfurt geführt haben. Demnach wurde die Behörde am Mittwoch (08. Februar) darüber informiert, dass ein Leiter Einsatz ab sofort nicht mehr seiner Tätigkeit nachgehen werde. Offenbar gab es schon länger Unstimmigkeiten zwischen ihm und der Polizeiführung, jetzt haben die Verantwortlichen die Konsequenzen gezogen.

Aber warum war die Hausdurchsuchung bei Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer ausschlaggebend? Die FAZ will erfahren haben, dass sich die Führung der Polizei Frankfurt vor dem Einsatz nicht genug informiert gefühlt hatte. Denn offenbar wusste nur ein kleiner Kreis von dem Einsatz, die obere Riege war nicht informiert.

Kokain-Vorwürfe gegen Eintracht-Präsident: Einsatzleiter muss gehen

„Es gab in der jüngeren Vergangenheit unterschiedliche Grundauffassungen zur Art und Weise der Informationsbewertung und -weitergabe“, wird das Polizeipräsidium Frankfurt in der FAZ zum Grund der Absetzung der Führungskraft zitiert. Der Fall rund um Eintracht-Präsident Peter Fischer sei jedoch nur einer von „mehreren bedeutenden Sachverhalten“ gewesen, die zu dieser Entscheidung geführt hätten. Da er sich noch in der Probezeit als Leiter Einsatz befand, ging alles relativ schnell.

Für den Leiter Einsatz dürfte das ein herber Rückschlag sein, bisher galt er als Vorzeigebeamter und wurde sogar als möglicher LKA-Chef gehandelt. Wie es für ihn nun weitergeht, ist unklar. Zuvor hatte er die Kriminaldirektion Frankfurt geleitet, eine Rückkehr auf diesen Posten ist jedoch ausgeschlossen, da die Stelle bereits nachbesetzt wurde. (msb)

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