Geht er oder bleibt er? Filip Kostic könnte Eintracht Frankfurt in diesem Sommer verlassen.
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Geht er oder bleibt er? Filip Kostic könnte Eintracht Frankfurt in diesem Sommer verlassen.

Flügelflitzer der SGE

Eintracht Frankfurt steckt im Kostic-Dilemma: Verkauft die SGE ihren Top-Scorer?

  • Nico Scheck
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Eintracht Frankfurt steckt im Dilemma. Filip Kostic lockt mit seinen Leistungen Interessenten an, was viel Geld bringen würde. Doch Kostic ist nicht zu ersetzen. 

  • Filip Kostic könnte Eintracht Frankfurt in diesem Transfer-Sommer verlassen.
  • Der Serbe zählt längst zu den besten Offensiv-Spielern in der Bundesliga.
  • Damit steckt die SGE im Dilemma: Verkaufen oder halten?

Frankfurt - Wenn Fredi Bobic anfängt, über Filip Kostic zu reden, geht das Adjektiv-Gewitter los. Außergewöhnlich, schnell, ruhig, zurückhaltend. Und Bobic muss es ja wissen. Er hat ihn erst zum VfB Stuttgart, später dann als Sportvorstand zu Eintracht Frankfurt geholt. Bei der SGE freilich hat sich Kostic zu einem der besten Offensiv-Spieler in der Bundesliga gemausert. Oder wie sonst sollten zwölf Treffer und 18 Vorlagen in der abgelaufenen Saison zu interpretieren sein?

Weil außergewöhnlich gute Leistungen jedoch auch meist außergewöhnlich erfolgreiche Klubs anziehen, droht anno 2020 ein Abgang des Flügelflitzers. Das wusste Bobic schon im März, als er gegenüber „Sky“ betonte: „Es wird immer davon gesprochen, dass er der nächste sein wird, der geht. Das ist auch naheliegend.“ Nun ist es so, dass die Eintracht in Form von Aufsichtsratschef Wolfgang Steubing Kostic ein Preisschild verpasst hat. Ein Gebot von 30 Millionen Euro „würden wir zur Kenntnis nehmen“, hatte er bei „Bild“ erklärt. Und es offenbart das Dilemma der Eintracht im Kostic-Poker.

Filip Kostic ist bei Eintracht Frankfurt nicht zu ersetzen

Denn: Nicht zuletzt aufgrund der finanziellen Einbußen durch die Corona-Krise ist die SGE auf Einnahmen angewiesen, um sich in diesem Transfersommer verstärken zu können. Die größten Einnahmen würde die Eintracht durch einen Kostic-Verkauf generieren.

Doch wer soll den Serben dann ersetzen? Ein gleichwertiger Ersatz im finanziell machbaren Rahmen der Eintracht ist wohl kaum zu finden. Nicht ohne Grund hatte ihr Trainer Adi Hütter Ende Juni im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ betont: „Alle hier würden sich freuen, wenn er bleiben würde.“ Und: „Ich habe nicht das Gefühl, dass er Abwanderungsgedanken hat.“

Eintracht Frankfurt: 30 Millionen Euro Ablöse für Kostic – Wer zahlt der SGE so viel Geld?

Interessenten für Kostic gab es schon im Sommer 2019 en masse. Laut „Sport Bild“ lockte Inter Mailand und bot 40 Millionen Euro Ablöse. Auch Juventus Turin und der AC Mailand sollen ihre Fühler gen Kostic ausgestreckt haben. Frankfurt blockte ab. Nach den Abgängen der Büffelherde um Luka Jovic (Real Madrid), Sebastién Haller (West Ham United) und Ante Rebic (AC Mailand) sollte nicht auch noch der vierte Offensiv-Star gehen.

Jetzt, ein Jahr später, sieht die Welt etwas anders aus. Kostic trägt noch immer den Adler auf der Brust, ist vermutlich besser denn je, doch die Corona-Krise hat auf dem Transfermarkt ihre Spuren hinterlassen. Die Scheine sitzen nicht mehr ganz so locker. Da können 30 Millionen Euro in der Phalanx des Multi-Milliarden-Business Fußball plötzlich selbst für die Schwergewichte zu viel sein.

Eintracht Frankfurt: Lotst Kovac Filip Kostic zur AS Monaco?

Immerhin: Mit der AS Monaco soll laut der „Sport Bild“ ein Interessent auf Kostic schielen. Im gleichen Atemzug wollen die Monegassen gleich auch Jovic ins Fürstentum holen. Die beiden Serben gelten als Wunsch-Transfers von Neu-Monegasse Niko Kovac. Da aber auch in Monaco der Corona-Schuh drückt und der Klub in der kommenden Saison nicht international spielen wird, dürfte ein derartiger Doppel-Transfer kaum zu stemmen sein.

Ohnehin stellt sich die Frage, ob Kostic die Eintracht überhaupt verlassen möchte. Schließlich betitelte der 27-Jährige gegenüber der serbischen Zeitung „Blic“ die zwei Jahre bei der SGE als „die zwei besten Saisons meiner Karriere“. Das weiß auch Förderer Bobic, der schon im März versprach, alles zu „versuchen, ihn zu halten“. In diesem Atemzug fehlten selbst Bobic die Adjektive.

Ersatz für Filip Kostic könnte Eintracht-Neuzugang Steven Zuber sein. Der 29-Jährige kann offensiv nahezu jede Position spielen.

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