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Starkes Duo: Die Flügelzange mit Filip Kostic (rechts) und Danny da Costa (links) freut sich über das 2:0. Ante Rebic ist obendrauf.

Filip Kostic und Danny da Costa

Feurige Flügelzange

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  • Ingo Durstewitz
    Ingo Durstewitz
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Filip Kostic und Danny da Costa drehen auf. Der verletzte Hasebe bekommt einen neuen Vertrag.

Der Mann des Spiels machte sich rar nach seinem Parforceritt. In der Mixed Zone, dort, wo Spieler auf Journalisten treffen, tauchte Filip Kostic nicht auf am Sonntagabend nach dieser mitreißenden Partie im Stadtwald, die Eintracht Frankfurt mit 2:1 (1:0) gegen Bayer Leverkusen gewonnen hatte. Daran hatte Filip Kostic, der linke Läufer, entscheidenden Anteil.

Und weil sich der Hauptdarsteller selbst nicht äußerte, sprachen andere über ihn. Sportdirektor Bruno Hübner etwa. „Was er für Meter gemacht hat, das ist unglaublich“, sagte er anerkennend. „Er bringt so viel Herzblut ins Spiel.“ Und gleichzeitig lobte der Manager auch Kostics Pendant Danny da Costa auf der anderen Seite. „Das brauchst du in der Bundesliga, dass sie Druck machen.“ Die Flügelzange der Eintracht hat den Weg zu diesem Dreier gegen eine keineswegs schlappe Werkself geebnet. Da gibt es keinen Zweifel. Das dynamische Duo auf den Flanken hat die Leverkusener ausgehebelt und letztlich zu Fall gebracht. Beide trugen sich zudem in die Torschützenliste ein. Zufall? Eher nicht.

Filip Kostic stach noch ein bisschen mehr heraus, es war, wie Trainer Adi Hütter fand, „beeindruckend“, wie er die linke Seite beackert hatte. „Er hat ein tolles Spiel gemacht.“ Der Serbe war es, der den Führungstreffer mit einer präzisen Hereingabe vorbereitet hatte, 28 Minuten waren da gespielt, er hätte auch selbst schießen können mit seinem starken linken Fuß, doch er nahm den Kopf hoch, sah Danny da Costa im Fünfmeterraum stehen und servierte butterweich, 1:0.

Ein wunderbarer Treffer, uneigennützig obendrein. Es war bereits seine fünfte Vorlage in der Bundesliga. Und in der zweiten Hälfte sorgte der 26-Jährige für die Vorentscheidung, als er ein Zuspiel von Sebastien Haller über die Linie drückte (57.). Sein dritter Pflichtspieltreffer für die Eintracht, aber sein erster in der Bundesliga.

Es ist vor allem seine rasante Spielweise, die ihn auszeichnet, er paart Dynamik und Tempo, Willen und Durchsetzungsvermögen – das macht ihn so wertvoll für die Mannschaft. Er hat, im Vergleich zu seinen Stationen in Hamburg und Stuttgart, eine Wandlung vollzogen, die fast schon unbeschreiblich ist: vom Söldner zum Mentalitätsspieler.

Nach der Partie wurde der Nationalspieler völlig zu Recht mit Lob überschüttet. Sportvorstand Fredi Bobic geriet, wie zuvor schon Manager Hübner, ins Schwärmen: „Er war überragend. Was er Woche für Woche auf der Seite abliefert, ist unfassbar. Das ist wirklich ganz großer Sport.“

Auch für Danny da Costa am anderen Flügel hatte Fredi Bobic nur Lob parat: „Er macht das richtig gut auf seiner Seite und entwickelt sich weiter, ist torgefährlich und bereitet Tore vor. Er ist ja auch Deutscher, könnte also auch noch für höhere Aufgaben da sein.“ Bobic spielt auf die Nationalmannschaft an. Sollte er da wirklich ein Thema werden wollen, müsste der frühere Leverkusener allerdings an der Präzision seiner Hereingaben feilen. Da ist Luft nach oben. Doch das ist Meckern auf hohem Niveau. Da Costa ist ein enorm wertvoller Spieler, weil er über rechts permanent anschiebt und Druck macht – auch er hat nach seinem Tor gegen Leverkusen schon drei Pflichtspieltreffer auf dem Konto, zwei davon machte er in der Europa League.

Vor der Begegnung war auch darüber spekuliert worden, ob Coach Hütter vielleicht eine Viererkette aufbieten würde, weil Makoto Hasebe ja verletzungsbedingt ausfiel. Doch das wäre, streng genommen, mit solch zwei Außenbahnspielern ja gar nicht gegangen, weil sie ja dann wie klassische Außenverteidiger hätte spielen müssen – das sind sie gewiss nicht. Den Part des zuletzt überragenden Hasebe als Libero übernahm gestern übrigens der Haudegen Simon Falette, er machte das mit viel Herz und sehr solide, aber natürlich ganz anders als der Stratege Hasebe.

Hasebe verlängert und fällt weiter aus

Der als bester Fußballer Asiens ausgezeichnete Routinier hat seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. Ein wichtiges Signal. Der 34-Jährige ist in der Form der letzten Monate nicht zu ersetzen, er ist das Herz und die Seele des Eintracht-Spiels. „Er ist nicht nur als Spieler, sondern auch als Typ für die Mannschaft sehr wichtig. Makoto ist das, was ich als einen Musterprofi bezeichnen würde“, so Bobic.

Hasebe wird in diesem Jahr allerdings nicht mehr für die Eintracht auflaufen können, die Spiele in Mainz am Mittwoch und gegen die Bayern am Samstag wird der 34-Jährige wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel verpassen. Die Verletzung zog er sich in Rom zu. „Ich bin froh, wenn er in der Vorbereitung wieder dabei sein kann“, sagte Trainer Hütter.

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