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Bayerns Robert Lewandowski im Kopfballduell gegen Eintrachts David Abraham.
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Bayerns Robert Lewandowski im Kopfballduell gegen Eintrachts David Abraham.

Frankfurt verliert gegen Bayern

Fast Augenhöhe

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Thomas Kilchenstein
    Thomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt verliert zwar erwartungsgemäß 0:1(0:1) gegen den FC Bayern München, kann aber erhobenen Hauptes das Feld verlassen. "Ich bin sehr, sehr stolz auf meine Mannschaft", sagte Kevin-Prince Boateng.

Nach 72 Minuten verschwand Marius Wolf stinksauer in den Katakomben des Stadions, vorher hatte er noch schnell die Umrandung des Sky-Kameramannes malträtiert, auch die Kabinentür bekam noch einen Tritt ab. Der Mann hatte einen Hals. Gerade hatte ihn Schiedsrichter Harm Osmers vom Platz gestellt, nach einem Foul am Bayern-Spieler James im Mittelfeld, eine ausgesprochen harte Entscheidung. Doch zu Glück für die Hessen gab es ein Signal aus Köln, Osmers schaute sich die Szene noch einmal am Fernsehen an – und revidierte seine Entscheidung. Doch wo war Wolf? Zeugwart Franco Lionti und Pressesprecher Jan Strasheim hatten ihn gerade noch zurückholen können, Wolf durfte weitermachen, er sah nach dem Videobeweis dann nur die Gelbe Karte.

Doch auch mit elf Mann auf dem Platz schaffte es Eintracht Frankfurt nicht, dem großen FC Bayern noch ein verdientes Unentschieden abzuringen. Dazu waren die Münchner, die mit diesem Sieg mal wieder eine Herbstmeisterschaft einfuhren, einfach zu clever, zu abgezockt, zu erfahren. Sie ließen die Zeit herunterlaufen, verwalteten im Wesentlichen nur noch das Ergebnis, kamen aber ernsthaft nicht in die Bredouille. „Es war ein schweres Stück Arbeit heute. Der Gegner spielte strukturiert, mit klarem Plan, war kämpferisch überragend und sehr unbequem“, lobte Bayern-Coach Jupp Heynckes die Eintracht. „Solche Spiele muss man einfach gewinnen.“

Dabei war für die Gastgeber vor ausverkauftem Hause tatsächlich mehr drin gewesen. Die Frankfurter machten ein sehr couragiertes Spie, konnten wahrlich „erhobenen Hauptes“ vom Platz gehen, wie Eintracht-Vorstand Fredi Bobic hinterher sagte. „Die Mannschaft hat alles herausgeholt, hat die Bayern beschäftigt. Das war eine Niederlage, die nicht ganz so wehtut.“ Die Eintracht hatte in dieser Partie gegen „eine Weltklassemannschaft“ (Trainer Niko Kovac) 50 Prozent Ballbesitz, so viele Bälle hat ein Team selten gegen die Bayern. Vor allem begannen die Frankfurter wie die sprichwörtliche Feuerwehr.

Eintracht anfangs stark

In den ersten zehn Minuten waren die Hessen die klar bessere Mannschaft, in dieser Phase hatten sie auch ihre besten Möglichkeiten. Doch ein Freistoß von Ante Rebic (7.) parierte Bayern-Ersatztorwart Tom Starke, der kurzfristig für den angeschlagenen Sven UIreich zwischen die Pfosten musste. Dann prüfte erneut der starke Rebic den Schlussmann mit einem Schlenzer (25.), Jetro Willems (40.) fand ebenfalls in Starke seinen Meister. Insbesondere in der zweiten Halbzeit waren die Frankfurter „sehr dominant“ (Aymen Barkok), sie setzen immer wieder Nadelstiche, machten der Münchner Elitetruppe das Leben wahrlich schwer. Aber so richtig kamen die Frankfurter auch nicht durch, sie hatten allenfalls Halbchancen, der letzte Pass kam nicht, „uns fehlte das Quäntchen Glück und die Sauberkeit im Abschluss“, sagte Bobic.

Große Diskussionen gab es bereits nach fünf Minuten, als Aymen Barkok am Strafraum der Münchner Arturo Vidal den Ball abluchste, aufs Tor zulief, aber von dem Chilenen zu Fall gebracht wurde. Notbremse und Rote Karte ? Schiedsrichter Osmers beließ es bei einer Gelben, für die Bayern eine sehr glückliche Entscheidung, der Meister hätte sich über einen Platzverweis nicht beschweren können. Bobic fand, eine Rote Karte wäre zwingend gewesen: „Mehr als eine klare Torchancen verhindern, geht nicht. Rote Karte, Basta, aus.“ Vidal konnte so zum Spiel entscheidenden Mann werden, und in der 30. Minute eine lang gezogene Flanke von Joshua Kimmich ins kurze Eck zum Siegtreffer einköpfen.

Womöglich hätte der Frankfurter Torwart Lukas Hradecky die Flanke mit ein wenig mehr Mut abfangen können. Arturo Vidal (und die Bayern) waren dann noch einmal mit Fortuna im Bunde, als der Referee nach einem weiteren Foul von Vidal an dem agilen Marius Wolf nicht die eigentlich angebrachte Gelb-Rote Karte zückte. Sofort darauf nahm Heynckes den schwer am Rande eines Platzverweises wandelnden Chilenen vom Platz. „Das war eigentlich ein K.o-Schlag für den Schiedsrichter“, urteilte Bobic, der Schiedsrichter Osmers kein gutes Zeugnis ausstellte. „Er hat in vielen Phasen gut gepfiffen, bei den entscheidenden Situation lag er aber komplett falsch.“

Ein Unentschieden verdient

Die Eintracht hat sich in diesem „Bonusspiel“ (Bobic) dennoch prima aus der Affäre gezogen. „Meine Mannschaft hat gezeigt, dass sie mithalten kann. Sie hat sich eigentlich ein Unentschieden verdient“, hob Kovac den Daumen. Vor allem gestattete sie den Bayern praktisch keine Torchance – außer dem Kopfballtor von Vidal gab es keine besonders brenzlige Szene im Frankfurter Strafraum. „Ich kann mich in 40 Jahren an kein Spiel erinnern, in denen die Bayern ohne einen eigenen Torschuss gewonnen haben“, sagte Vorstand Axel Hellmann. „Der Bayern-Sieg war schmeichelhaftst.“

Auch Kevin-Prince Boateng, der mal wieder ein Spiel gegen seinen jüngeren Bruder Jerome verloren hatte, war angetan von der Frankfurter Vorstellung: „Ich bin sehr, sehr stolz“, sagte der stark auftrumpfende Boateng. „Wir sind gelaufen, haben gekämpft und gespielt. Mehr konnte man nicht erwarten. Ich bin sehr zufrieden.“ Und dann sagte er noch: „Trotz der Niederlage fühle ich mich heute als Gewinner, weil ich so stolz auf meine Mannschaft bin.“

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