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Hat in Frankfurt für zwei Spielzeiten plus Verlängerungsoption unterschrieben: Fabio Blanco, 17, vorher FC Valencia. eintracht
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Hat in Frankfurt für zwei Spielzeiten plus Verlängerungsoption unterschrieben: Fabio Blanco, 17, vorher FC Valencia.

SGE

Eintracht Frankfurt: Neuzugang Fabio Blanco – Ein Toptalent mit Schleifchen

  • Daniel Schmitt
    VonDaniel Schmitt
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Wie das 17-jährige Toptalent Fabio Blanco den Weg zu Eintracht Frankfurt gefunden hat. Eine Spurensuche, die schnell zu Kaderplaner Ben Manga führt.

Frankfurt – Es ist nicht mehr als eine Momentaufnahme, ein fotografisches Abbild, das dennoch viel darüber erahnen lässt, wie der Transfer in etwa abgelaufen sein könnte, der in dieser Sommerwechselphase bisher spannendste im Kosmos von Eintracht Frankfurt: Ben Manga also, wahlweise Adler-Auge, Juwelen-Entdecker oder Trüffelschwein getauft, in wahrem Leben aber unter dem Titel Direktor Profifußball bei der Eintracht tätig, schlägt da seinen linken Arm ganz weit um den Neuen, die Hand ruht auf dessen Schulter. Und dann strahlt das Duo in die Kamera, beseelt, glücklich, ach was, überglücklich und vor allem so breit, dass der Fotograf – mit etwas Fantasie – schon fast den Weitwinkel hätte wählen müssen. Da waren sich zwei richtig sympathisch.

Bald packt Fabio Blanco nicht mehr nur wie damals im Mai für die Vertragsunterschrift sein Grinsen aus, sondern mindestens für die kommenden zwei Spielzeiten (mit Verlängerungsoption) auch seine Koffer - er gilt als nächste, verheißungsvolle Entdeckung von Ben Manga. Doch was ist über Blanco bekannt? Auf den ersten Blick, dass er gerade mal 17 ist, woraus sich für den zweiten ergibt, kaum in offiziellen Statistiken wühlen zu können.

Eintracht Frankfurt: Neuzugang Fabio Blanco – Vergleiche mit EM-Star Ferran Torres

Eine Spurensuche: Fabio Blanco Gomez wurde im Februar 2004 in der andalusischen Hafenstadt Almeria geboren. In La Mojonera, einer kleinen Gemeinde in der Provinz, wuchs er in recht behüteten Verhältnissen auf, bei aller früh entwickelter Leidenschaft für den Fußball war aber auch Schulbildung wichtig, Blanco soll ein kluges Köpfchen sein, kann heute manierlich Englisch sprechen und übt zudem seit kurzem auch fleißig Deutsch.

2016, mit zwölf Jahren, stach Blanco bei einem Spiel auch Jose Jimenez ins Auge, dem erfahrenen Scoutingleiter der Jugendakademie des FC Valencia. Der positive Eindruck sollte sich bestätigen. Denn Fabio Blanco fällt danach immer häufiger auf, nicht nur wegen seiner imposanten Lockenpracht. Der Offensivmann, der Jimenez’ Rufen folgte und nach Valencia wechselte, wirkt erstaunlich stabil für sein Alter, stärker, schneller, durchsetzungsfähiger als viele seiner Kollegen und Kontrahenten.

Irritierende Aussage

Daichi Kamada, Spielgestalter bei Eintracht Frankfurt, kokettiert wie schon im vergangenen Sommer mit einem Tausch des Arbeitgebers. „Es ist möglich, dass ich jetzt den Verein wechsle und bei einem Klub mit höherem Ansehen mehr verdiene“, sagte der 24-Jährige dieser Tage in einem Interview mit Goal Japan.

Besonders gut ankommen wird diese Aussage des Nationalspielers aus Nippon bei den Frankfurter Verantwortlichen gewiss nicht, wenngleich sie auch festgestellt haben dürften, dass Kamada schon seit längerem wohl nach Höherem strebt. Vertrag hat er bei der Eintracht jedenfalls noch bis Sommer 2023, sein Marktwert liegt bei 25 Millionen Euro. „Ich könnte auch noch ein Jahr in Frankfurt bleiben, um dort ein wichtigerer Spieler zu werden. Ich bleibe geduldig.“ (dani)

Er ist technisch gut, sauber in seinen Aktionen. Die größte Stärke aber: das Tempodribbling. Er dreht zwar auch mal ein schnörkeliges Schleifchen zu viel, in der Regel aber besticht er durch recht geradlinige Attacken. Meist kam Blanco dabei bisher auf dem rechten Flügel zum Einsatz, bewusst schulten ihn die Trainer der Ciudad Deportiva de Paterna, der Jugendakademie in Valencia, aber auch auf der linken Seite. Stichwort: Vielseitigkeit.

Nicht wenige vergleichen Fabio Blanco mit dem spanischen EM-Fahrer Ferran Torres von Manchester City, was freilich nicht nur mit der identischen Position, sondern auch mit der Herkunft der beiden Kicker zusammenhängt. Blanco wie Torres, 21, sind fußballerische beim FC Valencia groß geworden, sie kennen sich persönlich. Als der Blanco-Deal mit der Eintracht offiziell verkündet wurde, sendete Torres prompt virtuelle Glückwünsche an den Teenager.

Eintracht Frankfurt: Das Netzwerk von Ben Manga

Während der eine bereits ein fester Bestandteil von Weltklasseteams (Manchester City und Spanien) ist, schickt sich der andere an, die durchaus hohen Erwartungen in Frankfurt erfüllen zu wollen. „Die Gespräche mit Ben Manga haben meine Familie und mich sehr überzeugt, meinen nächsten Entwicklungsschritt in Frankfurt zu gehen“, sagt Blanco, der vor dem Anfang Juli beginnenden neuen Kapitel aber auch das gerade beendete nicht vergisst. Er sei als Kind aus Almeria nach Valencia gekommen und dem Klub sehr dankbar, ihm diese Chance überhaupt erst ermöglicht zu haben.

Bereits seit Januar war klar, dass Blanco die Spanier verlassen würde. Der Juniorennationalspieler konnte sich mit dem Klub offenbar nicht über seine künftige Rolle einigen. Er sollte zwar bei den Profis mittrainieren, aber wohl vorerst eher im Reserveteam spielen. Schon damals wimmelte es nur so vor Spähern. Der FC Barcelona, Real Madrid, AC Milan, Manchester City, Olympique Marseille - etliche Topklubs sollen sich um Blanco bemüht haben, heißt es. Und selbst wenn der eine oder andere Interessent nicht ganz der Wahrheit entsprach, klar ist: Fabio Blanco hätte sich erfolgreicheren Klubs als der Eintracht anschließen können.

Eintracht Frankfurt: Auch Anselmo Garcia McNulty im Blickfeld

Warum er das nicht machte? Da führt die Fährte zu Ben Manga. Der Kaderplaner hat sich mit seinem Team, zu dem seit 2017 auch die frühere portugiesische Fußballerin Helena Costa, 43, gehört, die derzeit für das ZDF die EM-Spiele ihres Heimatlandes live im TV analysiert und künftig bei der Eintracht das internationale Scouting koordinieren soll, ein hervorragendes Netzwerk aufgebaut. Manga konnte zudem mit dem europäischen Startplatz der Eintracht und damit einhergehend vielen Spielen werben. Da gibt es Einsatzchancen zu Hauf, vor allem rechts vorne, wo die Hessen nicht herausragend aufgestellt sind. „Fabio Blanco war von einigen Topvereinen Europas stark umworben“, sagt Manga, „doch letztendlich hat die gute Perspektive in Frankfurt den Ausschlag gegeben.“ Die technischen Fertigkeiten des Neuen seien „außergewöhnlich“, schwärmt der 47-Jährige, díe Art Fußball zu spielen und Situationen im Spiel zu antizipieren „herausragend“. Man wolle Blanco aber ausreichend Zeit und die Chance geben, „sich zu entfalten“. Allemal klug. Ein 17-Jähriger sollte nicht überfordert werden.

Spannend: Zu Blancos Berateragentur, bei der er wegen seiner 17 Jahre in offiziellen Listen nicht geführt wird, die ihn aber bereits länger betreut, unterhält Manga beste Kontakte. Mit Leaderbrock Sports, Hauptsitz in Valencia, das unter anderem auch Ferran Torres und Pedri (FC Barcelona, ebenfalls bei der EM dabei) unter ihren Fittichen weiß, wickelte Manga einst den Deal von Omar Mascarell (2016 von Real Madrid zur Eintracht, aktuell auf Schalke) ab. Darüber hinaus tauchte nicht umsonst vor einigen Wochen das ernstzunehmende Gerücht auf, die Eintracht interessiere sich für den 18-jährigen Wolfsburger A-Jugendkapitän Anselmo Garcia McNulty. Zum einen weil der neue Eintracht-Trainer Oliver Glasner bekanntlich vom VfL kommt und die Qualitäten des Innenverteidigers, geboren in Sevilla mit irischem Elternteil, kennt, zum anderen wird die Karriere von McNulty ebenfalls begleitet von Leaderbrock Sports. Auf gute Verbindungen kommt es an. (Daniel Schmitt)

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