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So geht das mit der Vorwärtsverteidigung: Trainer Armin Veh erklärt das neue Konzept.
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So geht das mit der Vorwärtsverteidigung: Trainer Armin Veh erklärt das neue Konzept.

Eintracht Frankfurt

In Experimentierlaune

  • Thomas Kilchenstein
    VonThomas Kilchenstein
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Eintracht Frankfurt übt sich darin, die Schotten dicht zu bekommen. Armin Veh sieht keine unüberwindbaren Hindernisse, binnen einer Trainingswoche einen Paradigmenwechsel vorzunehmen.

Manches Mal an diesem Dienstag hat sich der Frankfurter Trainer Armin Veh an die Tage im Sommer erinnert gefühlt. Als das Team, erst in Österreich, dann im Schatten der WM-Arena, neue Spielformen einübte, neue Systeme, neue Laufwege. Genau das steht jetzt wieder an. „Normal“, sagt Armin Veh, „machst du das in der Vorbereitung.“

Aber normal ist momentan nicht so viel in Frankfurt. Der Fußball-Lehrer muss sein Team neu ausrichten, muss es neu justieren. So, wie Eintracht Frankfurt nämlich zuletzt spielte und auftrat, geht es nicht mehr. „Das war nicht bundesligareif.“ Die ausgegebene Konzeption griff nicht, die Idee mit der Raute wird fürs erste ganz weit hinten in die Schublade gepackt und vorerst weggeschlossen. „Die Raute werden wir mit Sicherheit nicht spielen“, sagt Veh. Zumindest für die nächste Zeit nicht mehr, bis sich die Mannschaft wieder die erforderliche Ballsicherheit und das notwendige Selbstvertrauen geholt hat.

Ziel: Besser stehen

Eintracht Frankfurt wird künftig kompakter auftreten, wird nicht mehr auf Ballbesitz gehen und auf Dominanz verzichten. „Wir müssen Kompaktheit und Sicherheit in alle Mannschaftsteile bekommen“, sagt Veh. Vor allem mit seiner Defensive war der 54 Jahre alt Coach überhaupt nicht zufrieden. „So, wie wir gegen Mönchengladbach verteidigt haben, geht es nicht in der Bundesliga. Wir haben ja gar nicht verteidigt, wir sind nur nebenher gelaufen.“ Vorrangiges Ziel sei: „Gut zu stehen“ – das sei das A und O.

Tatsächlich ließ Armin Veh am gestrigen Dienstagvormittag vornehmlich Defensivkonzepte trainieren. In einer Abwehrformation spielte zum Beispiel Makoto Hasebe rechter Verteidiger. Der Japaner, den Veh am vergangenen Freitag in einen Kurzurlaub geschickt hatte, meldete sich am Dienstag pünktlich zurück. „Er ist wieder frisch“, sagte Veh. Hasebe, der zuletzt schlapp wirkte, wollte nicht verraten, wie und wo er die vier freien Tage verbracht hatte, er habe aber einiges für Körper und Geist getan.

Schon zu Beginn dieser Runde hatte Hasebe – aus der Not geboren – hinten rechts verteidigt. Mit mäßigem Erfolg. Aber auch Aleksandar Ignjovski, gegen den der DFB-Kontrollausschuss wegen seines Tritts auf den Fuß des Mönchengladbachers Raffael ermittelt, und Timothy Chandler, die ebenfalls rechter Verteidiger spielten, haben Veh nicht überzeugen können. „Keiner hat sich besonders aufgedrängt.“ Ob tatsächlich der Japaner auf den ungeliebten Posten zurückkehrt, ließt auch Veh noch offen. „Ich weiß es definitiv noch nicht.“

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Neben Hasebe standen zudem Carlos Zambrano, David Abraham und Bastian Oczipka in der Viererkette. Marco Russ übte bei den Reservisten. Davor hatte Veh eine weitere Viererkette postiert mit Stefan Aigner, Stefan Reinartz, Marc Stendera und Luca Waldschmidt; für den Sturm waren Alex Meier und Haris Seferovic abgestellt. Aus der Mannschaft, die am Samstag mit 1:5 unterging, waren Luc Castaignos, Johannes Flum, Ignjovski und Russ in die B-Elf versetzt worden. Ob das mehr ist als ein Fingerzeig in Richtung Spiel am Samstag bei Hannover 96, wollte der Coach am Dienstag noch nicht sagen.

Ohnehin befindet sich Veh, wie er selbst sagt, noch in „einer Experimentierphase“. Er erklärte viel, unterbrach oft, anders als sonst blieb er nicht in der Rolle des Beobachters. „Die Mannschaft braucht mich im Moment mehr.“ Erstaunlich findet er dennoch, wie schnell sich Stimmung und Ausgangslage verändert haben. „Wir sind innerhalb von nur drei Wochen in was reingerutscht“, sagte er. Neben den Defiziten in der Defensive, hat Veh auch grundsätzliche Probleme in der Offensive erkannt. „Wir haben ja auch keine richtige Torchance herausgespielt.“

An Arbeit mangelt es in dieser Woche also nicht. Immerhin sieht Veh keine unüberwindbaren Hindernisse, binnen einer Trainingswoche einen Paradigmenwechsel vorzunehmen. „Man kann was verändern, auch in dieser kurzen Zeit.“ Und es sei zudem allemal leichter, „sich hinten zu verbessern“. Mehr Kompaktheit bekomme man relativ schnell in eine Mannschaft. „Und zur Not stehst du halt mit zehn Mann am eigenen Strafraum“, sagte Veh. Mit einer solchen Mauertaktik freilich hat der Fußball-Lehrer nicht vor, die Kurve zu kriegen. Auch wenn die Partie nächsten Samstag in Hannover nach fünf sieglosen Begegnungen keine leichte sein wird.

Zumal die Hessen jetzt ausgerechnet bei Hannover 96 antreten müssen, das durch den glücklichen Sieg in Köln wieder Anschluss bekommen hat und Eintracht Frankfurt mit einem Sieg Eintracht Frankfurt in der Tabelle sogar schon überholen könnte. Zudem sind die 96er so etwas wie der Angstgegner der Frankfurter, die seit Jahrzehnten mit leeren Händen aus Niedersachsen zurückkehrten. Der letzte Sieg der Eintracht in der Bundesliga in Hannover liegt fast 28 Jahre zurück, am 14. November 1987 gewannen die Hessen letztmals an der Leine mit 2:1, nach Toren von Detari und Smolarek.

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