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Durfte gegen Ungarn endlich mal wieder spielen und bereitete prompt ein Tor vor: der kroatische Nationalspieler Ante Rebic (re.). 

AC Mailand

Ante Rebic in der Sackgasse

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Ante Rebic kommt beim AC Mailand kaum zum Einsatz. Auch Luka Jovic hat bei Real Madrid Probleme.

Unlängst erlebte der kroatische Profi Ante Rebic etwas für ihn mittlerweile Ungewöhnliches: Der Stürmer stand auf dem Platz und saß nicht draußen, als ein Fußballspiel angepfiffen wurde. Das hat ihn sehr gefreut, den 26-Jährigen, zumal er für sein Heimatland auflaufen durfte und das auch noch in seiner Geburtsstadt Split. Rebic machte ein gutes Spiel, holte beim 3:0 gegen Ungarn am vergangenen Donnerstag einen Strafstoß raus und bereitete einen Treffer vor. Drei Tage später beim enttäuschenden 1:1 der Kroaten in Wales saß er aber schon wieder auf der Ersatzbank, seinem Stammplatz.

Die zurückliegenden Wochen liefen für den Angreifer des AC Mailand nicht nach Wunsch, nach seinem mit einigem Tamtam und auf den letzten Drücker vollzogenen Wechsel von Frankfurt nach Italien ist der eigenwillige Spieler erst einmal in einer Sackgasse gelandet. In fünf Spielen für die Rossoneri kam er gerade mal 64 Minuten zum Einsatz, in den vergangenen beiden Spielen wurde er nicht mal mehr eingewechselt.

Ante Rebic überraschte mit Wechsel von Eintracht Frankfurt nach Italien

Das hatte sich der bullige Stürmer, zunächst einmal bis 2021 an den AC Mailand ausgeliehen, anders vorgestellt. Doch für Rebic kommt es tatsächlich noch schlimmer. Denn nach dem verkorksten Saisonstart haben die Lombarden Trainer Marco Giampaolo entlassen und ihn durch Stefano Pioli ersetzt, ausgerechnet Pioli. Das ist genau der Trainer, vor dem Rebic seinerzeit beim AC Florenz geflüchtet war. Am 53-Jährigen ließ der Spieler nach seiner Rückkehr nach Frankfurt kein gutes Haar. „In Italien haben wir fast gar nix gemacht, ein bisschen Taktik, ansonsten eher gechillt.“ Die italienische Liga sage ihm ohnehin nicht zu. Umso überraschender war für alle, dass der Nationalspieler alle Hebel in Bewegung setzte, um erneut in Italien anheuern zu können. Auf Rebic könnten nun interessante Wochen und Monaten warten. In Frankfurt hoffen die Verantwortlichen dennoch, dass der AC Mailand den Kroaten, wie angedacht, nach Ablauf des Leihgeschäfts kaufen und die Summe mit der Ablöse für André Silva verrechnet wird.

Auch Luka Jovic, Rebics kongenialer Sturmpartner aus Eintracht-Zeiten, hat keine leichte Zeit hinter sich. Der Serbe ist vom neuen Nationaltrainer Ljubisa Tumbakovic nicht mal für die beiden jüngsten Länderspiele eingeladen worden. Die Quittung dafür, dass der 21-Jährige das vorherige EM-Qualispiel im September gegen Luxemburg wegen einer Verletzung sausen ließ, um nur wenige Tage später für Real Madrid aufzulaufen. Das nahm ihm Coach Tumbakovic krumm.

Ex-Eintracht-Torjäger Luca Jovic in Spanien angezählt

Auch in Spanien läuft es für den für 70 Millionen Euro nach Madrid gewechselten Torjäger bescheiden, bisher blieb er torlos. „Er ist der unproduktivste Sturm-einkauf, den Real Madrid seit der Jahrtausendwende tätigte“, ätzte die „Marca“. Selbst die Megaflops Klaas-Jan Huntelaar oder Emanuel Adabayor hätten eine bessere Quote gehabt. Dass Jovic nur zu sieben Pflichtspieleinsätzen und auf 218 Spielminuten kam und in einigen Szenen eine ganze Menge Pech hatte, interessiert da nicht so sehr. Dennoch: Jovic wird bald zünden müssen.

Das trifft auf Sebastien Haller, den dritten Abtrünnigen des gesprengten Trio Infernale, nicht zu. Er erlebt in England einen Höhenflug, stand für West Ham in sieben Ligaspielen über 90 Minuten auf dem Platz und machte schon vier Tore (ein Assist). Trainer Manuel Pellegrini lobt: „Ein kompletter Spieler.“

Eintracht Frankfurt: Kaderplanung aus dem Bauch heraus

Auch der ausgeliehene Jetro Willems kommt auf der Insel überraschend gut in Schwung. Zuletzt mauserte er sich bei Newcastle United zum Stammspieler, hat ein Traumtor gegen Liverpool erzielt und gegen Manchester United einen Treffer vorbereitet. Die Eintracht könnte, wie die „Bild“ richtigerweise berichtete, ein fettes Geschäft machen und mehr als zwölf Millionen Euro einstreichen, sollten die Engländer die Kaufoption ziehen. Für einen quasi aussortierten Spieler ein herausragender Deal.

Lesen Sie hier, wie Jetro Willems in England glänzt

Weniger gut läuft es bei den Leihspielern Rodrigo Zalazar und Tuta. Zalazar kommt beim polnischen Erstligisten Korona Kielce nach der Entlassung von Trainer Gino Lettieri nur noch in der zweiten Mannschaft (dritte Liga) zum Einsatz. Und Tuta stand in Belgien beim KV Kortrijk noch gar nicht im Kader. Da ist ein ganz klein wenig Luft nach oben.

Nicolai Müller hat einen neuen Verein gefunden. Der Flügelstürmer wechselt zu den Western Sydney Wanderers. Die Trennung hatte sich angekündigt.

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