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Hoch, höher, Ndicka: Frankfurts Verteidiger köpft ein.
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Hoch, höher, Ndicka: Frankfurts Verteidiger köpft ein.

SGE

Eintracht-Sieg gegen Union: Air Ndicka hebt ab

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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  • Daniel Schmitt
    Daniel Schmitt
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Der Frankfurter Verteidiger Evan Ndicka köpft das Siegtor gegen Union Berlin, doch der „Schlüssel“ ist Makoto Hasebe.

Frankfurt am Main - Irgendwann in diesem Flankenhagel, Filip Kostic musste längst einen angeschwollenen Oberschenkel befürchten, war doch bestimmt die dritte, vierte Hereingabe allein in der Zusatzzeit wieder mal verpufft, schraubte sich doch ein Frankfurter Fußballer dem Ball entgegen in die eiskalte Luft. Im Grunde genommen war die Flanke erneut ein Stückchen zu weit oben angesetzt, kaum erreichbar für Ottonormalbundesligakicker, einer aber ließ sich nicht aufhalten. Hoch, höher, Ndicka.

Der Verteidiger von Eintracht Frankfurt, Evan Ndicka, ging dem Ball entgegen, sprang, stieg hoch, köpfte, Tor, das siegbringende 2:1 für die Hessen gegen Union Berlin. Ein herausragender Treffer, der in dieser Art und Weise sonst eher bei den Allergrößten der Fußballzunft wie Cristiano Ronaldo zu bestaunen ist. Derart über den Dingen schweben nicht viele.

Eintracht-Trainer Oliver Glasner war auch eine Stunde nach Abpfiff noch bass erstaunt über die Sprungkraft seines Spielers, er suchte erst gar keinen fußballerischen Vergleich, sondern wechselte lieber zum Basketball. Ein „Luftstand wie bei Michael Jordan zu dessen besten Zeiten“ sei das gewesen, fand der Coach und lobte den „unglaublichen Willen“ des immer noch erst 22-jährigen Franzosen. Überhaupt: Mehrfach in den vergangenen Wochen hatte Ndicka entscheidenden Anteil am Frankfurter Last-Minute-Glück. In Piräus etwa erkämpfte er in der finalen Sequenz den Ball, trieb ihn übers halbe Feld (ohne rechten Schuh) und stand beim Tor von Jens-Petter Hauge selbst kurz vorm gegnerischen Fünfer. Oder in Fürth: Dort verlängerte der Abwehrmann entscheidend auf Siegtorschütze Rafael Borré.

Eintracht Frankfurt: Hintereggers Fehlen fällt kaum auf

„Evan ist gerade sehr stabil“, sagt Glasner, „er dribbelt im Ballbesitz gut an, wartet im Verteidigen auf den richtigen Moment, um rauszustechen. Er hat sicher einen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“ Dass Ndicka gegen Union den Elfer zum zwischenzeitlichen 1:1 überhastet verursachte, war letztlich eine Randnotiz.

Markus Krösche, der Frankfurter Sportvorstand, bescheinigt dem großgewachsenen, geschmeidigen Abwehrmann natürlich auch „unheimliche Fähigkeiten“, sieht aber noch einen ganz anderen Grund für den Aufschwung der Eintracht-Truppe: die Topleistungen von Makoto Hasebe. Dies sei aktuell „der Schlüssel“, findet Krösche zu Recht. Der alte Hasebe, bald 38, spielt nicht nur wie ein junger Hasebe mit viel Erfahrung, er macht auch die Mitspieler um sich herum besser. Die Sechser profitieren durch den Ruhepol hinter sich, ebenso die jungen Abwehrleute Tuta und Ndicka durch ihn neben sich. „Grandios“ sei Hasebe, so Glasner, „extrem spielintelligent“, ergänzt Krösche. Der Japaner sammelte 97 Ballkontakte gegen die Berliner, mit weitem Abstand die meisten aller Profis, er war der Kopf hinter dem Sieg.

Da fällt es dieser wieder besseren Frankfurter Tage fast gar nicht mehr auf, dass zuletzt Martin Hinteregger, der stärkste Zweikämpfer im Team, angeschlagen fehlt. Gegen Union saß der Österreicher zwar wieder auf der Bank, kam aber nicht zum Einsatz - zu stabil, zu homogen, zu gut präsentiert sich das Trio Tuta, Hasebe, Ndicka aktuell. Hinteregger habe nur zwei Trainingseinheiten am Freitag und Samstag absolvieren können, sagte Oliver Glasner, „deswegen habe ich entschieden, ihn draußen zu lassen.“ Dann schob der Coach noch hinterher: „Und weil es mit Makoto, Evan und Tuta zuletzt gut funktioniert hat.“ (Ingo Durstewitz, Daniel Schmitt)

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