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Mit Rückendeckung nach Athen: Eintracht-Coach Oliver Glasner.
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Mit Rückendeckung nach Athen: Eintracht-Coach Oliver Glasner.

Olympiakos Piräus

Eintracht Frankfurt: Europa League als große Chance für die SGE

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht Frankfurt fiebert dem internationalem Auftritt bei Olympiakos Piräus trotz des miesen Saisonstarts entgegen.

Frankfurt - Die ins Trudeln gekommene Eintracht aus Frankfurt nimmt sich eine Auszeit, zumindest vom hessischen Schmuddelwetter. Dauerregen, kühle sechs, sieben Grad, die Skyline grau in grau, das Waldstadion ebenso. Ungastlich im Herzen von Europa, Tristesse pur. Braucht kein Mensch. Da trifft es sich ganz gut, dass der aktuell arg in die Bredouille geratene Bundesligist in der letzten Saison lange Zeit auf Niveau der Könige performte und insgesamt immerhin noch so gut war, um die internationalen Startplätze zu erreichen, sodass er nun quer durch Europa reisen darf, in diesem Fall nach Griechenland, Athen, nach Piräus an den drittgrößten Hafen des Mittelmeers. Olympiakos Piräus wird Eintracht Frankfurt am Donnerstag (18.45 Uhr/TV Now) auf den Zahn fühlen. Äußere Bedingungen auch Anfang November noch wunderbar: Sonne satt, 24 Grad, mediterranes Wohlfühlklima. Passt schon.

Die reale Großwetterlage vor Ort steht klar im Gegensatz zu der gefühlten Stimmung im Klub: Die Resultate und Leistungen der Mannschaft sind wie das Wetter in Frankfurt: mies, trüb, kühl. Und so ist der Trip ins freundliche, wohlige Athen auch im übertragenen Sinnen die Chance, das Trübsinnige und Bedrückende kurzzeitig abzustreifen, Energie aufzutanken und einfach mal in einer anderen Umgebung fernab der Heimat unbefangener an die Sache heranzugehen als im mühseligen Alltag. Es ist die erste richtige Europapokal-Reise in diesem Jahr für Eintracht Frankfurt, das belgische Antwerpen, auch problemlos mit dem Auto zu erreichen, kommt da nicht im Ansatz mit.

Bei Eintracht Frankfurt hat sich große Vorfreude eingestellt

Und in Frankfurt, zumindest in der Mannschaft und rund um sie herum, hat sich in diesen Tagen trotz des völlig inakzeptablen Saisonstarts mit neun Punkten, nur einem Saisonsieg und dem 15. Tabellenplatz in der Bundesliga große Vorfreude eingestellt. Es knistert ein bisschen, dieses besondere Flair ist zurück, auch das Team spürt, dass diese internationalen Trips etwas Besonderes sind, in Frankfurt sicher noch ein wenig mehr als an anderen Standorten. Der Verein lebt und atmet Europa, daran haben auch die teils hanebüchenen Auftritte in dieser Spielzeit in der Liga nichts geändert.

Es gibt nicht wenige im engen Eintracht-Zirkel, die glauben, dass dieser Ausflug den ganzen Verein trotz oder gerade wegen dieser prekären Lage zusammenschweißen kann. „Europa ist für uns ein therapeutisches Paket“, sagt Vorstandssprecher Axel Hellmann lächelnd. Hinter dem Bonmot steckt auch ein bisschen Wahrheit. „Europa ist für uns die Chance, zusammenzufinden und den Zusammenhalt zu stärken“, betont der 50-Jährige. „Das ist gut fürs Teambuilding.“ Auf allen Ebenen: Vorstand, Aufsichtsrat, Trainerteam, Mannschaft, Staff. Nicht nur Axel Hellmann hofft darauf, dass dieses vierte Gruppenspiel für die Eintracht ein Brustlöser sein wird, die Wende zum Guten darstellen kann. „Europäische Spiele sind für uns nie eine Last, sondern immer eine Chance“, sagt Hellmann.

Eintracht Frankfurt: Markus Krösche stützt Oliver Glasner

Ganz genau so sieht es sein Vorstandskollege Markus Krösche, der auch in dieser angespannten Situation in sich zu ruhen scheint und kein bisschen Druck auf den Trainer aufbaut, sondern ihm bedingungslose Unterstützung zusagt. „Für uns ist das eine gute Möglichkeit, als Gruppe weiter zu wachsen.“

Der Sportvorstand, zuvor in Paderborn und Leipzig, nimmt die enormen Ausschläge rund um Eintracht Frankfurt sehr wohl bewusst wahr. „Man merkt, dass es hier eine sehr hohe Verbindung des Umfelds mit dem Verein gibt. Es gibt viele Medien und sehr viele Meinungen drumherum. Das ist für mich in dieser Intensität neu, aber gar kein Problem. Es zeigt ja nur, wie viel die Eintracht den Menschen bedeutet“, sagt er. Er selbst bleibe absolut fokussiert und positiv, weil er überzeugt davon ist, in dieser Konstellation Erfolg haben zu können. „Generell bin ich keiner, der total euphorisch ist, wenn es gut läuft. Andererseits bin ich in der jetzigen Situation weit davon entfernt, in Panik zu verfallen.“

Eintracht Frankfurt erwartet ein Hexenkessel bei Olympiakos Piräus

Dass sich Eintracht Frankfurt, rein sportlich gesehen, einer schwierigen Aufgabe gegenübersieht, ist klar. Doch auch vordergründig weniger schwierige Aufgaben waren für die Frankfurter zuletzt deutlich zu kompliziert, so dass man nun der Mission Piräus nicht übermäßig pessimistisch begegnen muss. Auf die Eintracht wird ein echter Hexenkessel warten und eine Mannschaft, die Revanche nehmen will für die 1:3-Niederlage im Hinspiel, im Übrigen die beste Performance der Eintracht in dieser Runde. „Wir werden auf einen sehr emotionalen Gegner treffen, der kein zweites Mal gegen uns verlieren will“, orakelt Hellmann.

Sportchef Krösche flankiert: „Sie werden in einer hitzigen Atmosphäre richtig Druck ausüben. Darauf müssen wir vorbereitet sein und einen kühlen Kopf bewahren. Andererseits haben wir auch genügend erfahrene Spieler, die schon lange dabei und auch eine solche Atmosphäre gewohnt sind.“

Für die Eintracht bietet die Partie die große Chance, einen großen Sprung in Richtung des Weiterkommens auf europäischer Ebene zu machen. Sie führt die Gruppe D mit sieben Punkten vor Olympiakos (6) an, sie strebt den Gruppensieg an, um direkt ins Achtelfinale zu marschieren. „Ein Erfolgserlebnis ist wichtig, um Tabellenführer zu bleiben und einen enormen Schritt machen“, sagt Krösche. „Und es wäre auch fürs generelle Gefühl von einer hohen Bedeutung.“ Zumal es am Sonntag zum eminent bedeutungsvollen Spiel beim Schlusslicht in Fürth kommt. „Das sind zwei sehr wichtige Spiele“, sagt Krösche, der im Doppel auf europäischem und nationalem Terrain inständig auf die Trendwende hofft: „Das würde uns vor der Länderspielpause guttun und Auftrieb geben.“ (Ingo Durstewitz)

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