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April 2014: Johannes Flum verletzt sich an der Schulter.
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April 2014: Johannes Flum verletzt sich an der Schulter.

Johannes Flum

Der etwas andere Zuschauer

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Eintracht-Profi Johannes Flum steht ganz weit im Abseits – doch keiner weiß, warum. Der Mittelfeldspieler sollte den Verein schleunigst verlassen.

Es ist ruhig geworden um Johannes Flum, den defensiven Mittelfeldspieler der Frankfurter Eintracht. Der 27-Jährige hat sich in der Öffentlichkeit rar gemacht, er hat  nichts mehr zu  sagen. Was sollte er auch kundtun? Dass er unzufrieden ist, dass er es nicht fair findet und  nicht nachvollziehen kann, wie mit ihm verfahren wird? Dass er ratlos  und auch hilflos ist? Dass er hart an sich arbeiten muss, um nicht zu resignieren und die Flinte ins Korn zu werfen? Dass er die Welt nicht mehr versteht? Könnte er vielleicht. Doch das macht er nicht, der kluge Mann aus dem Schwarzwald, er behält es für sich. Was würde es  bringen?

Wer jemals Sport getrieben hat, kann sich sowieso in etwa denken, wie es in einem Spieler aussieht, der mir nichts, dir nichts aufs Abstellgleis geschoben wird – ohne ersichtlichen Grund. Johannes Flum, von der FR in der vergangenen Saison zum „Immerspieler“ gekürt, ist längst der Immernichtspieler. Er ist außen vor, irgendwie dabei, aber nie mittendrin. Er ist das, was man eine Randfigur nennt, ein Fußballprofi  weit im Abseits. Er macht seine Kilometer schräg hinter dem Tor, wenn er sich Samstag für Samstag warmläuft – natürlich ohne eingesetzt zu werden. Johannes Flum ist der etwas andere Zuschauer.

Flum sollte den Verein verlassen

Der Mittelfeldmann kommt in dieser Saison auf vier Kurzeinsätze bei einer Spielzeit von ungefähr einer Stunde – in allen 31 Bundesligaspielen. Diese Spielzeit ist so etwas wie ein Witz. Zumindest für einen, der 123 Bundesligapartien auf dem Buckel, zehn Tore gemacht und neun Vorlagen gegeben hat. Zum Vergleich: Selbst der völlig unbeleckte Novize David Kinsombi kommt auf etwa die dreifache Einsatzzeit. Noch in der Vorsaison unter Trainer Armin Veh kam Flum auf 26 Bundesligabegegnungen (drei Tore, zwei Vorlagen), zehn Europapokalspiele und vier DFB-Pokaleinsätze. Er war gerade in der Rückrunde einer der Stabilisatoren, war eine Stütze und ein Leistungsträger  – ehe ihn eine schwere Schulterverletzung im Spiel gegen Mainz auf Eis legte.

Weshalb er nun aber gar nicht mehr spielen darf und dermaßen außen vor ist, bleibt rätselhaft. Trainer Thomas Schaaf begründete seine Nichtberücksichtigung stets mit fehlendem Rhythmus aufgrund von Verletzungen. Seit fünf Monaten ist Johannes Flum  allerdings verletzungsfrei.

Die Frage wird nun sein, wie es für ihn weitergeht. Sein Vertrag läuft noch ein Jahr, natürlich würde er lieber heute als morgen den Verein wechseln. Doch ob das klappt? Schließlich hat die Eintracht für  ihn vor fast zwei Jahren 2,2 Millionen Euro  nach Freiburg überwiesen und will ihn sicher nicht zum Nulltarif gehen lassen. Und natürlich stehen nach einer solchen Saison die Interessenten  auch nicht Schlange. Doch ein tadelloser Sportsmann und grundehrlicher Bundesligaspieler wie Johannes Flum sollte einen Klub finden, er ist gut genug, er hat seine Qualitäten. Die hat er schon bewiesen. Doch er sollte die Eintracht verlassen. In dieser Konstellation macht  eine weitere Zusammenarbeit einfach keinen Sinn.

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