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Es knirscht im Mainzer Gebälk

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Von: Jan Christian Müller

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Derzeit nicht auf der Höhe: Mainz-Angreifer Jonathan Burkardt.
Derzeit nicht auf der Höhe: Mainz-Angreifer Jonathan Burkardt. © dpa

Mainz 05 droht sich einen gute Saisonstart kaputtzumachen / Trainer Bo Svensson erwartet Wiedergutmachung nach der Niederlage auf Schalke

Es gibt eine gute Nachricht für den FSV Mainz 05 vor dem Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr/Dazn) gegen Eintracht Frankfurt: Der bereits einmal zu einem Kurzeinsatz in der Bundesliga gekommene Mittelstürmer Nelson Weiper wurde vom Deutschen Fußball-Bund mit der Sepp-Herberger-Medaille in Gold als bester Nachwuchsspieler seine Jahrgangs (2005) ausgezeichnet. Der seit einem halben Jahr 17-Jährige ist somit Nachfolger der Promis Karim Adeyemi (Jahrgang 2002), Florian Wirtz (2003) und Youssoufa Moukoko (2004). Nicht schlecht. In Mainz halten sie große Stücke auf den 1,92 Meter großen Weiper.

Die betrübte Miene von Cheftrainer Bo Svensson kann das in diesen Tagen aber kaum aufhellen. Dem nächsten Gegner Eintracht Frankfurt mag das über viele, viele Jahre hinweg sehr nachhaltig arbeitende Nachwuchsleistungszentrum der Nullfünfer noch voraus sein. In der Bundesliga sind die Kräfteverhältnisse anders, was nicht nur am Höhenflug der Eintracht liegt, sondern auch am aktuellen Tief der Rheinhessen, die ihr ansonsten mitunter recht kärglich gefülltes Stadion am Sonntag praktisch ausverkauft haben.

Es knirscht m Gebälk

Drei Niederlagen in Folge – in München, gegen Wolfsburg, bei Schalke 04 – haben Schleifspuren hinterlassen, vor allem das 0:1 in Gelsenkirchen vom vergangenen Mittwoch. Bo Svensson hat aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht und danach klipp und klar gesagt, was Sache war. Beziehungsweise: Was gerade nicht Sache war. „Wir haben zu keiner Zeit das auf den Platz gebracht, was man erwarten musste.“ Es sei ein Spiel gewesen, „das uns nachdenklich machen muss“.

Tatsächlich ließen die Mainzer beim Tabellenletzten alles vermissen, wofür sie eigentlich stehen. Das soll gegen die Eintracht selbstverständlich nicht noch einmal vorkommen. „Was wir nicht akzeptieren können“, sagt Svensson, sei es, „wenn mannschaftliche Geschlossenheit und Power fehlen und man nicht alles gibt, was in einem drinsteckt“. Die Spieler seien einsichtig.

Nichts ist gerade geblieben von der Hochstimmung nach dem 5:0 vor zwei Wochen gegen den 1. FC Köln, als Stürmer Karim Onisiwo hinterher selbstbewusst den Anspruch formulierte, mit dieser Mannschaft sei einiges möglich, es gäbe keinen Grund, sich kleiner zu machen, als man tatsächlich ist. Aber dann gab es in München nichts zu holen, was passieren kann, es folgte ein 0:3 gegen Wolfsburg, das Svensson trotz der Niederlage dennoch im Rückblick auf die gezeigte Leistung positiv beurteilte – schließlich die überaus dürftige Vorstellung bei Schalke 04.

Es knirscht im Gebälk bei Mainz 05. Dazu passend haben es weder Anton Stach noch Jonathan Burkardt in den WM-Kader von Hansi Flick geschafft. Nach der vergangenen, für die beiden so gut verlaufenen Saison, die für Stach sogar in zwei Einsätzen für die A-Nationalmannschaft mündete, haben sie ihr Leistungsniveau nicht halten können. Grund dafür waren auch Verletzungen. Wie dem auch sei: Das Mainzer Spiel leidet darunter, dass beide nicht annähernd so performen wie im abgelaufenen Spieljahr.

Für Sonntag hat sich Svensson vorgenommen, „dass wir hinterher nicht so in der Kabine sitzen wollen wie am Mittwoch in Schalke“. Das wäre ein alles andere als erquicklicher Start in die WM-Pause, die die Mainzer mit zwei Trainingslagern in Spanien überbrücken. Für Gegner Eintracht Frankfurt hat Svensson ein wahres Füllhorn an Lob parat, vor allem deshalb, „weil sie Spieler haben, die alle gefährlichen Zonen bespielen können“.

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