Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Lothar Buchmann

Der erste Quälix

Trainer Lothar Buchmann steht nach wie vor regelmäßig auf dem Platz. Aktuell trainiert er den FC Bursa Darmstadt. Kreisliga.

Von Dominik Hechler

Im August dieses Jahres ist Lothar Buchmann 74 Jahre alt geworden. Ein stattliches Alter, in dem viele eigentlich schon längst ihren Ruhestand genießen. Doch das kommt für den Fußballlehrer, der in seiner Karriere unter anderem die Frankfurter Eintracht, Kickers Offenbach und den SV Darmstadt 98 angeleitet hat, überhaupt nicht infrage.

Buchmann steht nach wie vor regelmäßig auf dem Platz. Aktuell trainiert er den FC Bursa Darmstadt. Kreisliga. Eine andere Welt. Der Gegenentwurf zur Glitzerwelt Bundesliga. Buchmann ist es egal. „Die sonst existierende Langeweile und auch meine eigene Gesundheit treiben mich an“, erzählt der 74-Jährige, „denn wenn man sich zu früh zurücklehnt, wird man faul und rostet ein.“ Das ist bei Buchmann, der mit der Eintracht als Coach 1981 den DFB-Pokal an den Main geholt hatte, noch lange nicht der Fall. „Ich kann meinen Spielern immer noch alle Übungen selbst vormachen“, sagt der alte Fahrensmann, der im Umgang mit den Spielern des unterklassigen FC Bursa die gleiche Autorität an den Tag legt, wie schon früher auf seinen vielen Stationen in der Ersten und Zweiten Bundesliga. „Ich komme mit den Jungs schon ganz gut klar, da gibt es eigentlich keine Probleme“, sagt Buchmann über seine Arbeit beim Kreisligisten und kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.

Er ist seit dem Beginn seiner Trainerkarriere bekannt dafür, dass er wie kaum ein anderer für Ordnung und Disziplin steht. Der große Spielmacher Uwe Bein, der Meister des tödlichen Passes, hat vor mehr als 20 Jahren einmal zu Buchmann gesagt, dass er ein richtiger „Quälix“ sei. „Ich war also der Felix vor dem Felix“, lacht der Coach und spielt damit auf die harten Trainingsmethoden des aktuellen Schalker Übungsleiters Felix Magath an, die heutzutage von so manchem Experten teilweise für veraltet erklärt werden. „So ein Blödsinn“, entgegnet Buchmann. „Medizinbälle und Hügelläufe standen zwar auch schon früher bei mir auf dem Programm, aber das ist aus meiner Sicht doch heute noch genauso aktuell wie das, was ich Bein damals geantwortet habe: Du musst dich einfach quälen, wenn du es wirklich zu etwas bringen willst“. Der lauffaule Mittelfeldmann hat offenbar genau zugehört.

Neben seiner Arbeit als Trainer beim FC Bursa versucht Buchmann natürlich auch heute noch so oft es geht in den Frankfurter Stadtwald zu fahren, um sich ein Spiel der Eintracht anzusehen. Zuletzt war er bei der 1:3-Heimpleite der Hessen gegen den Hamburger SV im Stadion. Dennoch sieht Buchmann die Entwicklung der Frankfurter in den letzten Jahren durchaus positiv. „Die Eintracht hat mit Heribert Bruchhagen den richtigen Mann am richtigen Ort“, so Buchmann. „Und das sage ich jetzt nicht, weil ich von ihm immer mal wieder eine Eintrittskarte bekomme.“

Allerdings werde es seiner Meinung nach erst mal nicht für eine Platzierung unter den ersten Sechs der Tabelle reichen. „Dafür ist ein gewaltiger Sprung nötig. Ich hätte auch das diesjährige Saisonziel, also die 50 Punkte, nicht öffentlich geäußert, weil der Druck dadurch jetzt noch größer geworden ist.“ In Buchmanns Augen wäre es für die Eintracht schon ein Erfolg, wenn sie in dieser Spielzeit wieder genauso viele Punkte holen könnten wie in der abgelaufenen Saison. Da waren es 46. Immerhin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare