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Blickt wieder optimistisch nach vorne: Erik Durm.
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Blickt wieder optimistisch nach vorne: Erik Durm.

Eintracht-Verteidiger

Erik Durm – der Rückkehrer

  • Thomas Kilchenstein
    vonThomas Kilchenstein
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Für den Defensivmann von Eintracht Frankfurt steht ein besonderes Spiel an - gegen Borussia Dortmund. Seine alte Liebe. Da trifft es sich gut, dass er sich nach einem Tief mal wieder zurückgekämpft hat.

  • Eintracht Frankfurt trifft am Samstag, dem 5.12.2020, auf Borussia Dortmund.
  • Für Erik Durm ist das eine ganz besondere Partie.
  • Der rechte Außenverteidiger darf sich berechtigte Hoffnungen machen, gegen seinen Herzensverein erneut in der Startelf zu stehen.

Das Timing hätte für Erik Durm nicht besser sein können. Rechtzeitig vor seinem Spiel des Jahres war der 28-Jährige überraschend ins Team von Eintracht Frankfurt zurückgekehrt, nachdem er, wie Trainer Adi Hütter fast schon euphorisch lobte, „nicht nur gut, sondern außergewöhnlich gut“ trainiert hatte. Seine jüngsten Auftritte gegen RB Leipzig und Union Berlin waren solide gewesen, nicht überragend, sodass sich der rechte Außenverteidiger durchaus berechtigte Chancen ausrechnen darf, am Samstag gegen Borussia Dortmund, seinem Herzensverein, erneut in der Startelf zu stehen.

Erik Durm freut sich auf ein besonderes Spiel

„Es ist für mich ein besonderes Spiel“, sagt Erik Durm. Das kann man verstehen: Dem BVB hat er viel zu verdanken, der BVB war seine erste Profistation, dort begann seine Karriere, 2012 war das, und Erik Durm spielte damals im Sturm. Ein paar Jahre zuvor, da kickte er noch in der Regionalliga beim 1. FC Saarbrücken, ist der gebürtige Pirmasenser sogar Torschützenkönig geworden, man glaubt es kaum. Jürgen Klopp jedenfalls hat den damals 21-Jährigen aber sehr schnell zum Außenverteidiger umfunktioniert, das hat so gut geklappt, dass Durm bald Stammspieler beim BVB, Pokalsieger und ein Jahr später sogar Weltmeister mit der DFB-Auswahl in Brasilien wurde – obwohl er keine Minute zum Einsatz gekommen war. Einerlei: Das Turnier mit entsprechender Krönung zählt der siebenmalige Nationalspieler „zu den schönsten Momenten meiner Karriere“.

Vielleicht auch deswegen, weil ihm danach nicht mehr so wahnsinnig viele Erfolge vergönnt waren. Bald schon war er seinen Stammplatz in Dortmund los, eine fast schon tragische Verletzungsserie beutelte den jungen Mann, zwei Knie-Operationen kosteten ihn jeweils die kompletten Hinserien der Runden 2015/2016 und 2016/17, danach wurde es nicht besser, wegen arger Hüftproblemen und einem Außenbandriss im Sprunggelenk machte er 2017/2018 kein einziges Spiel für die Schwarz-Gelben. „Das hat mich sehr aus der Bahn geworfen“, sagt er heute, auch deshalb wechselte er nach England, zum Premier-League-Klub Huddersfield Town, „um wieder spielen und mal was Neues zu sehen.“ Immerhin absolvierte er auf der Insel 30 Partien in der wohl besten Liga der Welt, regelmäßig von Anfang an, ehe er im Sommer 2019 bei Eintracht Frankfurt anheuerte.

Trotz einer „sehr schweren Zeit“ hat sich Erik Durm nie hängen lassen

Der Sprung zurück in die Bundesliga ist ihm nicht leicht gefallen. Trotz vieler Spiele und hoher Belastung kam Durm in Frankfurt in seiner ersten Saison nur auf 15 Einsätze (von 55 möglichen), davon lediglich vier über 90 Minuten. Immerhin stand er beim 2:2 gegen Borussia Dortmund in der vorigen Saison, als Daichi Kamada noch der späte Ausgleich gelang, in der Startformation.

Die aktuelle Saison verlief anfangs noch schlechter. Durm schaffte es – bis zum Leipzig-Spiel – kein einziges Mal, überhaupt im Kader zu stehen. „Vom Weltmeister zum Tribünenhocker“ wurde getitelt, als „Fehlkauf“ wurde er bezeichnet, und eigentlich standen die Zeichen auf Abschied im Sommer, Parma Calcio soll Interesse gezeigt haben, hieß es. „Wenn es konkret gewesen wäre, wäre ich jetzt nicht hier“, sagt Durm. Im Winter werde man sich noch einmal zusammensetzen und die Zukunft bereden, aber „ich habe hier nicht für vier Jahre unterschrieben, um im Winter wegzugehen“.

Trotz dieser „sehr schweren Zeit“ hat sich Durm nie hängen lassen. Die Entscheidung des Trainers, ihn achtmal nicht zu nominieren, habe er respektiert, aber nicht akzeptiert. „Es ist wie im Leben: Es gibt nicht nur schöne Tage.“ Durm, selbstkritisch und, wie er sagt, selten mit seiner Leistung zufrieden, hat den Kopf nicht enttäuscht in den Sand gesteckt, sondern weiter an sich gearbeitet, er findet aber: Er habe in der Woche vor dem Leipzig-Spiel „nix anders gemacht als sonst“. Der Lohn war der Startelfeinsatz. „Darüber war ich happy, alle haben sich mit mir gefreut.“

Erik Durm fehlt der Spielrhythmus

Natürlich fehlt ihm, nach gut einjähriger Spielpause, der Spielrhythmus, „den kannst du nicht trainieren“. Körperlich fühlt er sich allerdings fast besser als zu seiner Dortmunder Zeit, mittlerweile ist er seit mehr als zwei Jahren komplett verletzungsfrei, hat praktisch keine Trainingseinheit verpasst. Durm glaubt, inzwischen auch ein besserer Spieler zu sein, die Erfahrung sei da, er könne inzwischen besser antizipieren, weiß, wie er sich im Spiel zu verhalten hat. Trotzdem fehlten „ein, zwei Prozentpunkte“.

Die wird er in die Waagschale werfen müssen am Samstag gegen die alten Kollegen, seine rechte Seite dicht zu bekommen, wird ein Schlüssel zu einem möglichen Erfolg sein. Er weiß bei allem etwaigen Offensivgeist, wo die Prioritäten liegen. „In erster Linie bin ich Abwehrspieler, ich muss unser Tor verteidigen.“ Damit wäre viel gewonnen.

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