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Jens Petter Hauge von AC Mailand.
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Jens Petter Hauge von AC Mailand.

SGE

Eintracht-Transfers: Kolo Muani und Hauge im Fokus

  • Ingo Durstewitz
    VonIngo Durstewitz
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Der Abgang von André Silva verläuft ziemlich emotionslos – das wäre bei Martin Hinteregger ganz anders, der Eintracht Frankfurt mit einer Aussage aufhorchen lässt.

Frankfurt - Der portugiesische Topstürmer André Silva hat sich standesgemäß von seinem alten Klub und seinen Kollegen verabschiedet. Das funktioniert heutzutage über die Sozialen Kanäle, und also ließ die Ein-Mann-Tormaschine wissen, dass er Eintracht Frankfurt dankbar sei und er sich prima entwickeln konnte, aber nun in der Champions League spielen wolle, in Leipzig mit RB.

Er werde seine Frankfurter Kameraden vermissen, „wir haben Geschichte geschrieben“. Das gilt eher für ihn als für die Mannschaft, 28 Tore in einer Saison hat noch keiner mit dem Adler auf der Brust gepackt. Aber als Team hat die Eintracht die historische Chance verpasst, in die Königsklasse einzuziehen. Aber das ist kalter Kaffee.

Eintracht Frankfurt: Silva-Abgang emotionslos

Bemerkenswert ist, dass der Abschied geräuschlos und emotionslos über die Bühne gegangen ist. Es gab keinen Aufschrei, kein Wehklagen. Das liegt gewiss daran, dass der Wechsel an sich keine Überraschung war, sondern sorgsam vorbereitet wurde. Wer so viele Buden macht, der ist für einen Verein wie die Eintracht nicht zu halten, das hat auch der letzte Fußballromantiker begriffen.

Zumal die Verbindung eine Geschäftsbeziehung war, was aber legitim und normal ist. Die Eintracht schenkte dem in Mailand strauchelnden 25-Jährigen das Vertrauen und gab ihm die Chance, sich zu präsentieren und letztlich katapultartig durchzustarten. Und Silva zahlte mit seinen Tore zurück. Dass der Bundesligist nur eine Durchgangsstation war, sollte jedem klar gewesen sein, ansonsten hätte es keine entsprechenden Ausstiegsabsprachen gegeben. Die Eintracht war für den Stürmer jetzt zu klein geworden.

Auch ist keine extra starke Bande geknüpft worden, weil Silva sich erst in einen wahren Torrausch steigerte, als die Fans durch die Pandemie ausgesperrt wurden. In 57 Ligapartien hat er 40 Tore geschossen (und zwölf vorbereitet) – eine phänomenale Quote. Das Kuriose: 35 der 40 Treffer machte er in Geisteratmosphäre vor leeren Rängen.

Eintracht Frankfurt: Hauge für Kostic?

Und so mäkelten die gerne mäkelnden Frankfurter nicht etwa darüber, dass Silva geht, sondern dass er für „nur“ 23 bis 25 Millionen Euro geht. Doch Corona hat vor keinem Klub Halt gemacht, einen Markt abseits des Leipziger Interesses gab es nicht. In der Summe ist der Deal in diesen Zeiten kein schlechter, zumal das Gesamtpaket bei 35 Millionen liegt, Leipzig aber die horrenden Beraterkosten zu tragen hat.

Trainer Oliver Glasner war eingeweiht, dass er den Spitzenstürmer sehr wahrscheinlich verlieren wird. Auch mehrere Telefonate konnten den Spieler nicht mehr umstimmen. Für den Österreicher gehört solch ein Weggang schlicht zum Geschäft, er sieht das ganz rational. Es gebe nur ganz wenige Vereine, die keinen Akteur verkaufen müssten, wenn sie es nicht wollten. Manchester United, City, Liverpool, Paris und Bayern. Alle anderen hätten eine Schmerzgrenze. Siehe Jadon Sancho und Borussia Dortmund. „Das Wichtigste ist, vorbereitet zu sein und Lösungen im Kopf zu haben“, sagt Glasner. Die Eintracht wird einen Teil der Summe reinvestieren, auch wenn sie dafür keinen Stürmer bekommt, der eine ähnliche Unzahl an Toren wie die André Silvas garantiert.

Als sicher gilt, dass der Klub den Kolumbianer Rafael Santos Borré von River Plate Buenos Aires verpflichten wird. Der Mittelstürmer, nur 1,74 Meter groß, stand auch in der Nacht zum Sonntag in der Startelf, als die Kolumbianer bei der Copa America den Rivalen Uruguay im Elfmeterschießen bezwangen und ins Halbfinale einzogen. Borré wurde nach 87 Minuten ausgetauscht. Der 25-Jährige kommt bei River Plate in vier Jahren in 149 Spielen auf 56 Tore und 19 Vorlagen. Er wird nach dem Turnier und anschließendem Sonderurlaub in Frankfurt erwartet.

Doch er wird nicht der einzige stürmische Zugang bleiben, gerne würde die Eintracht Randal Kolo Muani vom FC Nantes holen. Der Angreifer würde mit seinen 1,87 Metern gut zu dem eher wuseligen Borré passen. Knackpunkt ist die Ablöseforderung, die der Eintracht zu hoch ist, weil der Spieler in einem Jahr ablösefrei wechseln kann. Der Poker läuft. Klar ist, dass auch die Franzosen dringend Geld benötigen.

Eintracht Frankfurt: Kommt Hauge aus Mailand?

Und: Auch Linksaußen Jens Petter Hauge, 21, vom AC Mailand könnte noch stärker in den Fokus der Eintracht rücken. Denn ein Abgang von Filip Kostic wäre jetzt auch nicht mehr die Riesenüberraschung. Günstig wäre der bis 2025 gebundene Norweger nicht: Mehr als zehn Millionen wären fällig.

Hingegen muss man sicher eher keine Sorgen machen, dass Martin Hinteregger seinen Abschied plant. Zwar sagte der 28-Jährige nun: „Mein Berater hat mich informiert, dass es Anfragen gibt, nicht nur aus Italien. Die Serie A bleibt mein großer Traum.“ Doch er schob in der „Krone“ hinterher: „Es müsste aber viel passieren, dass ich die Eintracht verlasse. Ich bin dem Klub extrem dankbar.“

Keine Frage: Ein „Hinti“-Weggang würde in Frankfurt andere emotionale Ausschläge hervorrufen.

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