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Die Spielerinnen von Eintracht Frankfurt.
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Die Spielerinnen von Eintracht Frankfurt.

Frauen-Bundesliga

Enteilter FC Bayern

  • vonKatja Sturm
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Der FC Bayern stellt diese Saison das dominierende Team der Frauen-Bundesliga. Siegfried Dietrich hat einst Uli Hoeneß überzeugt, in München mehr für den Frauenfußball zu tun.

Als die Frankfurter Bundesliga-Fußballerinnen die Konkurrenz noch dominierten und als 1. FFC zehnmal hintereinander im Finale um den DFB-Pokal standen, riet Manager Siegfried Dietrich seinem Bayern-Kollegen Uli Hoeneß bei den Treffen in Berlin, in die Frauen zu investieren. Wenn an diesem Sonntag (14 Uhr) die Münchnerinnen im Stadion am Brentanobad auflaufen, haben sich die Kräfteverhältnisse zwischen den Teams von Main und Isar längst gedreht. Die Gäste führen mit der Unterstützung der starken Männer im Rücken die Rangliste als einzige noch ungeschlagene Mannschaft an. Die Hessinnen, die seit Sommer unter der Marke Eintracht firmieren und sich davon einen ähnlichen Schub nach vorne versprechen, hegen als Fünfter nach knapp der Hälfte der Saison bei fünf Punkten Rückstand nur noch ein sehr zartes Pflänzchen Hoffnung, sich mit einer guten Rückrunde das dritte Ticket für die Champions League zu sichern. Selbst wenn das im ersten Anlauf nicht gelingen sollte, bleibt Dietrich positiv, was die Entwicklung seines Teams und der weiblichen Seite des Fußballs insgesamt bei der SGE angeht.

Münchner Budget höher

Als direktes Vorbild will der 63-Jährige den Spitzenreiter dabei nicht bestätigen. „Wir sind aktuell schwer mit den Bayern zu vergleichen“, betont er. „Von den individuellen Qualitäten und dem Budget her befinden sie sich auf einem ganz anderen Entwicklungsstand“ und ernteten das, was sie über Jahre hinweg aufgebaut haben. Mit der Eintracht stehe man am Anfang eines Prozesses. Die Ziele sind langfristig die gleichen: an die Spitze zurückkehren und mehr Aufmerksamkeit erhalten. Druck gebe es vom Verein her nicht, sagt Dietrich. Auch nicht in sportlicher Hinsicht. Das vor Saisonbeginn kolportierte Ziel, direkt hinter den Topteams aus Bayern und Wolfsburg zu landen, sei auf die höhere Erwartungshaltung von außen zurückzuführen.

Die Coronavirus-Krise, wegen der derzeit keine Fans zu den Spielen kommen dürfen, bringe deshalb auch Vorteile mit sich. „Wir können in Ruhe das Thema Frauenfußball bei der Eintracht weiterentwickeln“, ohne dass man gleich an Daten wie Zuschauerzahlen gemessen werde. Dietrich ist überzeugt, dass zu dem Duell mit dem Topteam deutlich mehr Besucher als zuletzt beim FFC in die Spielstätte geströmt wären. „Wir spielen jetzt, was die Marke angeht, sehr weit vorne“, begründet er das. Über die Eintracht erschließe man sich neue Gesellschaftsteile und wecke deren Interesse für Frauenfußball.

Das Publikumsverbot treffe die Adlerträgerinnen in finanzieller Hinsicht nur marginal. „Zuschauereinnahmen machen bei uns weniger als fünf Prozent aus.“ Die Sponsoren, von denen man lebe, seien treu.

In vielen Bereichen wird für den Fortschritt gearbeitet. Die teilweise längerfristig gebundenen Talente sollen nicht nur mithilfe eines größeren Trainer- und Betreuerstabs auf dem Rasen vorangebracht, sondern zu Persönlichkeiten entwickelt werden und vermehrt in den Sozialen Medien auftauchen. Das Trainingsgelände am Rebstockbad wird modernisiert und durch einen Kunstrasenplatz ergänzt.

Wenn im nächsten Jahr der neue Eintracht-Campus am Stadion fertig sein soll, wird der Generalbevollmächtigte Dietrich mit seiner Arbeit für die SGE komplett dorthin umziehen. Derzeit wickelt er noch in seinem Büro in Heddernheim den FFC ab. Diverse Utensilien aus der Historie des aufgelösten reinen Frauenfußballvereins sollen einen neuen Platz im Eintracht-Museum finden. Darunter Pokale und Auszeichnungen aus der Zeit, als die Frankfurterinnen noch dort zu finden waren, wo jetzt die Münchnerinnen stehen.

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